Alpine hat auf dem Pariser Autosalon 2026 das Konzept A310 Vision vorgestellt. Die Studie interpretiert eines der bekanntesten Modelle der französischen Marke mit einer zeitgemäßen, retro-futuristischen Formensprache neu. Alpine bezeichnet das Fahrzeug als Einzelstück und als unabhängige Designstudie. Eine Serienproduktion wurde nicht angekündigt.

Der Zeitpunkt ist bewusst gewählt. Der A310 mit Vierzylindermotor feiert 2026 sein 55-jähriges Jubiläum, während die V6-Version 50 Jahre alt wird. Das neue Konzept bezieht sich deshalb auf beide Epochen. Die klareren Linien der frühen Modelle treffen auf die breiteren Kotflügel und die kräftigere Haltung der späteren V6-Version.

Eine moderne Interpretation des A310

Der A310 Vision ist keine historische Karosserie mit neuen Leuchten. Die Alpine-Designer stellten einen originalen A310 in die Mitte des Studios und untersuchten dessen Silhouette, Proportionen und grafische Details. Anschließend entwickelten sie die Frage, wie sich dieses Fahrzeug mit heutigen Materialien und aerodynamischen Werkzeugen hätte weiterentwickeln können.

Das Konzept ist 4,55 Meter lang, 1,18 Meter hoch und an der breitesten Stelle im Heck 2,03 Meter breit. Der Radstand beträgt 2,45 Meter. Diese Werte erklären den niedrigen und breiten Auftritt, sind aber keine bestätigten Serienabmessungen. Alpine hat weder Gewicht noch Batterie, Motor, Reichweite oder Preis genannt.

Alpine A310 Vision im Seitenprofil

Die Seitenansicht zeigt das niedrige Dach, den kompakten Radstand und die breiten hinteren Kotflügel. Alpine-Foto, von Motor1.com veröffentlicht und auf Wunsch des Nutzers verwendet.

Die Aluminiumkarosserie steht im Kontrast zu einem schwarzen unteren Bereich. Alpine beschreibt dessen organische Gestaltung als von der Formel 1 inspiriert. Die Räder greifen mit einem dreieckigen A-förmigen Motiv die Vollmetallräder der frühen A310 auf. Die Kabine wirkt wie eine halbtransparente Blase und macht den Dachbereich zu einem Teil der äußeren Skulptur.

Aerodynamik als sichtbares Gestaltungselement

Die Front verbindet eine glatte obere Fläche mit einem dunklen unteren Bereich und schmalen Leuchtelementen. Alpine beschreibt einen „Pop-down“-Effekt: Die Scheinwerfer sind in die Front integriert und zeigen beim Start ihre Wirkung. In der Motorhaube sitzt ein S-förmiger Kanal. Eine zentrale „Y zero“-Klinge führt den Blick bis zum Heck.

Am Heck teilt sich der Flügel in zwei Bereiche und enthält transparente Elemente. Die schmalen, klingenförmigen Rückleuchten verbreitern die Ansicht und sollen laut Alpine auch aerodynamisch wirken. Diese Lösungen gehören zur Studie und bestätigen nicht, dass sie unverändert in ein Serienfahrzeug übernommen werden.

Heckansicht des Alpine A310 Vision

Die Heckansicht zeigt den geteilten Flügel, die Lichtsignatur und den Alpine-Schriftzug. Alpine-Foto, von Motor1.com veröffentlicht und auf Wunsch des Nutzers verwendet.

Die Rolle der APP-Plattform

Der A310 Vision wurde um die Alpine Performance Platform, kurz APP, entworfen. Alpine sieht darin eine Architektur, die neue Proportionen, Volumen und Interpretationen der Markensprache ermöglicht. Für den A310 Vision nennt die Pressemitteilung jedoch keine Leistung, kein Drehmoment, keine Batteriekapazität, keine Reichweite, keine Ladezeit und keine Beschleunigung.

APP ist deshalb der technische Rahmen der Designuntersuchung und keine Leistungszusage. Es wäre nicht seriös, dem Konzept eine bestimmte Motorleistung oder eine endgültige elektrische Konfiguration zuzuschreiben. Showcars verbinden oft reale technische Richtungen mit Oberflächen, die für Sicherheit, Sicht, Kühlung und Produktion noch verändert werden müssten.

Ein begrenzter Blick in das Cockpit

Alpine betont, dass das Projekt in erster Linie die Außengestaltung untersucht. Durch die halbtransparente Oberfläche sind organisch geformte Sitze, kontrastierende Farben und physische Bedienelemente zu erkennen. Alpine nennt Hi-Fi-Geräte als Inspiration für diese Bedienelemente.

Die halbtransparente Kabine des Alpine A310 Vision

Die Motor1.com-Galerie zeigt die Kabine durch die halbtransparente Fläche, aber kein separates Innenraumfoto. Alpine bestätigt in der Pressemitteilung die organischen Sitze, die kontrastierenden Farben und die physischen Bedienelemente.

Ein Einzelstück, kein angekündigtes Serienauto

Alpine bezeichnet den A310 Vision ausdrücklich als unabhängige Designstudie. Das Konzept feiert die Geschichte der Marke und zeigt die gestalterische Freiheit der APP-Plattform, ist aber keine offizielle Vorschau auf ein Serienfahrzeug. Ein Marktstart, Preis, Reichweite und Leistungsdaten wurden nicht bestätigt.

Die Studie ist trotzdem aufschlussreich. Sie zeigt, wie Alpine historische Merkmale verwenden kann, ohne den A310 einfach zu kopieren. Aus einer Coupé-Silhouette der 1970er wird eine niedrige, breite Skulptur mit transparenten Flächen, sichtbarer Aerodynamik und einem emotionalen Cockpit. Die überprüfbare Schlussfolgerung ist daher klar: Alpine hat in Paris eine Designrichtung vorgestellt, kein bestellbares Auto.

Die Bilder sind Alpine-Fotografien, die von Motor1.com veröffentlicht und auf Wunsch des Nutzers verwendet wurden. Die Quellseite nennt keine kommerzielle Nutzungslizenz; die ursprüngliche Zuordnung bleibt erhalten.

Quellen