Beim Autokauf ist der Preis auf dem Konfigurator nicht immer die letzte relevante Zahl. Hersteller bieten vernetzte Dienste und Softwarefunktionen mit monatlicher oder jährlicher Laufzeit an. Die Gebühr kann Mobilfunkdaten, Live-Verkehr und Serverbetrieb finanzieren. In anderen Fällen aktiviert sie eine Kamera, ein Radar oder eine Komfortfunktion, die schon im Fahrzeug eingebaut ist. Für den Käufer geht es deshalb um mehr als die Frage, ob irgendwo ein Abo angeboten wird.

Wofür die Gebühr bezahlt wird

Die erste Kategorie umfasst Dienste mit laufenden Kosten nach der Auslieferung. Eine Navigation mit Live-Verkehr braucht aktualisierte Karten, Verkehrsdaten und Server. Das Fernverriegeln, der Fahrzeugstatus oder eine Klimasteuerung per Smartphone benötigen ein Modem, ein Mobilfunknetz, ein Nutzerkonto und passende Software. Ein WLAN-Hotspot braucht einen Datentarif. Diebstahlwarnungen und Pannenhilfe können zusätzlich von externen Dienstleistern oder einem Callcenter abhängen.

Die zweite Kategorie ist eine Softwarelizenz für lokale Technik. Ein Auto kann Sitzheizungen, Kameras, Radarsensoren oder ein leistungsfähigeres Steuergerät besitzen, während der Hersteller per Software entscheidet, welche Funktion aktiv ist. Der Kunde bezahlt für einen Zeitraum oder, wenn angeboten, dauerhaft. Die Kritik fällt besonders scharf aus, wenn die Monatsgebühr scheinbar eine physische Komponente blockiert, die mit dem Auto gekauft wurde.

In den Verkaufsunterlagen muss zwischen „vorbereitet“ und „enthalten“ unterschieden werden. Eine kostenlose Testphase ist kein dauerhafter Bestandteil des Autos. Käufer brauchen den Namen des Dienstes, die Laufzeit, den Preis nach dem Test und die Folgen einer Kündigung.

Infotainmentbildschirm mit Hinweis zur Verlängerung eines vernetzten Dienstes

Bild: ADAC, Oberfläche eines vernetzten Fahrzeugdienstes. Die kommerziellen Wiederverwendungsrechte wurden nicht unabhängig bestätigt.

Warum Hersteller wiederkehrende Zahlungen testen

Früher entstand der größte Teil des Umsatzes beim Verkauf des Autos. Ein vernetztes Fahrzeug kann auch während seiner Nutzung Einnahmen erzeugen. Ford erklärt, dass Angebot und Preise von Modelljahr, Fahrzeug und Ausstattung abhängen und dass Dienste über die App angezeigt, gekauft und gekündigt werden können. Bei manchen Fahrzeugen folgt auf eine enthaltene Laufzeit eine monatliche oder jährliche Verlängerung.

Auch die Vereinheitlichung der Hardware spielt eine Rolle. Mehrere Ausstattungslinien können dieselben Kameras, Antennen und Elektronikmodule verwenden. Die Software legt anschließend fest, welche Funktionen verfügbar sind. Das kann die Produktion vereinfachen, garantiert aber keine niedrigeren Anschaffungskosten. Die gemeinsame Hardware kann zudem spätere Dienste ermöglichen.

Over-the-air-Updates erleichtern die Betreuung nach dem Kauf. Ford beschreibt sie als Möglichkeit, Software ohne Werkstatttermin zu verbessern. Ein Update und ein Abo sind jedoch nicht dasselbe: Das Update verändert das System, während das Abo den Zugang zu einem Dienst bestimmen kann.

Für den Hersteller schafft die wiederkehrende Zahlung eine fortlaufende Beziehung zum Besitzer. Kunden können sie eher nachvollziehen, wenn Mobilfunk, Karten, Cloud oder Personal für die Betreuung nötig sind. Die Akzeptanz sinkt, wenn kein laufender externer Aufwand erkennbar ist und die Zahlung nur eine lokale Funktion sperrt.

Was BMW, Ford und Mercedes-Benz zeigen

BMW liefert Beispiele für beide Modelle. Offizielle BMW-Unterlagen aus Großbritannien nannten Sitzheizung, Lenkradheizung, High Beam Assistant und Driving Assistant Plus als Funktionen, die im ConnectedDrive Store gegen Bezahlung erscheinen konnten, wenn die entsprechende Hardware nicht bereits in der Fahrzeugkonfiguration enthalten war. BMW bietet außerdem Digital Premium als monatliches oder jährliches Abo mit Apps und zusätzlichen Kartenfunktionen an. Das eine ähnelt einer Softwarefreischaltung, das andere einem digitalen Dienstpaket.

Ford bündelt WLAN-Hotspot, vernetzte Navigation, Streaming-Anwendungen und Sprachassistenten in Paketen, deren Inhalt vom Fahrzeug abhängt. Bei manchen Modellen ist ein Einmalkauf möglich. Bei anderen folgt auf die enthaltene Zeit eine monatliche oder jährliche Abrechnung. Ford weist außerdem auf ein aktiviertes Modem, kompatible Netze und kompatible Geräte hin.

Mercedes-Benz verwendet den Namen Digital Extras. Im offiziellen Store wird die Verfügbarkeit über die VIN geprüft. Angeboten werden Pakete für Fernzugriff, Navigation, Sicherheit und Unterhaltung. Die Laufzeiten können monatlich, 12 Monate oder 36 Monate betragen. Einige Extras benötigen bestimmte Hardware; ein Abo kann einen fehlenden Sensor nicht ersetzen.

Was nach der Kündigung bleibt

Der Vertrag entscheidet über die Folgen. Wenn die vernetzte Navigation endet, kann die Offline-Routenführung weiter funktionieren, während Live-Verkehr und automatische Kartenupdates verschwinden. Nach dem Ende eines Fernzugriffpakets kann die App die Türen nicht mehr verriegeln oder den Fahrzeugstatus nicht mehr anzeigen. Eine lokal vorhandene Funktion kann durch die Software wieder auf den Standardzustand gesetzt werden.

Bei gebrauchten Autos ist die Prüfung schwieriger. Ein Foto zeigt vielleicht den großen Bildschirm, Kameras oder beheizte Sitze, aber nicht die aktiven Lizenzen. Der Verkäufer sollte die VIN-spezifischen Dienste und deren Ablaufdaten zeigen. Ein dauerhafter Kauf kann beim Fahrzeug bleiben, ein Monatsplan kann vor dem Verkauf enden. Ein Konto des Vorbesitzers muss eventuell getrennt und neu eingerichtet werden.

Auch das Mobilfunknetz ist eine Grenze. Ford warnt, dass Netzverfügbarkeit und der technische Wandel bei Mobilfunknetzen Funktionen einschränken oder verhindern können. Ein Importfahrzeug kann zwar ein Modem besitzen, aber keinen lokalen Dienst, Datentarif oder die nötige Zulassung für dieselbe Funktion.

Die tatsächlichen Kosten berechnen

Trenne dauerhaftes Zubehör von Testzeiträumen und verlängerbaren Diensten. Notiere für jede wichtige Funktion den Monats- und Jahrespreis, die enthaltene Zeit, eine mögliche dauerhafte Aktivierung und den Zustand nach der Kündigung. 20 Euro pro Monat ergeben in vier Jahren 960 Euro, bevor sich der Preis ändert. Ein saisonal genutzter Dienst kann für wenige Monate sinnvoll sein. Eine täglich benötigte Funktion ist als dauerhafte Lizenz möglicherweise günstiger, falls es diese Option gibt.

Lies die Verlängerungsbedingungen und nicht nur den Einführungspreis. Prüfe die automatische Verlängerung, mögliche Preisänderungen und die Übertragung auf den nächsten Besitzer. Frage nach dem Mobilfunkanbieter, kompatiblen Smartphones und Ländern mit Unterstützung. Eine Funktion, die in den USA oder Deutschland angeboten wird, muss in Österreich, Italien oder Rumänien nicht identisch verfügbar sein.

Der europäische Data Act betrifft vernetzte Produkte und zugehörige Dienste. Die Europäische Kommission erklärt, dass Nutzer Zugriff auf bestimmte von ihren Produkten erzeugte Daten erhalten sollen. Das macht nicht jede digitale Funktion kostenlos, erhöht aber die Bedeutung von Daten, Kontozuordnung und dem Unternehmen, das den Dienst betreibt.

Fragen vor der Bestellung

Verlange eine schriftliche Liste der dauerhaften Ausstattung, kostenlosen Testzeiten und kostenpflichtigen Digital Extras. Lass dir den Preis inklusive Steuern, den Beginn der Testphase, die Kündigung und die verbleibende Funktion nennen. Bei einem Gebrauchtwagen sollte die Serviceübersicht der konkreten VIN geprüft werden, nicht nur eine Broschüre oder ein Foto aus der Anzeige.

Ein Abo ist nicht automatisch unangemessen. Live-Verkehr, Mobilfunkdaten, Server und Betreuung verursachen auch nach der Produktion Kosten. Problematisch wird es, wenn die Grenze zwischen Dienst und Ausstattung unklar bleibt. Zu den realen Besitzkosten gehören daher der Kaufpreis und die Lizenzen, die der Fahrer für die gewünschten Funktionen dauerhaft benötigt.

Quellen