Honda hat den Namen seiner nächsten Hybridgeneration bekannt gegeben: Honda Hybrid. Die Technologie soll ab 2027 weltweit eingeführt werden. Bis zum Ende des Geschäftsjahres am 31. März 2030 plant Honda 15 Modelle mit dem System. Nordamerika soll zunächst der wichtigste Markt für die Ausweitung sein.

Eine vollständige Modellliste, Preise, ein europäischer Zeitplan und die technischen Daten der einzelnen Motoren liegen noch nicht vor. Honda beschreibt jedoch die technische Richtung: Das System baut auf den Erfahrungen mit e:HEV auf, erweitert den effizienten Betriebsbereich des Verbrennungsmotors, nutzt eine kompaktere Antriebseinheit und wird mit einer neuen Fahrzeugplattform kombiniert. Für bestimmte Modelle entwickelt Honda außerdem einen elektrischen Allradantrieb.

Ein neuer Name für die nächste e:HEV-Generation

Honda e:HEV ist das Zwei-Motoren-Hybridsystem, das in mehreren aktuellen Modellen eingesetzt wird. Honda Hybrid bezeichnet nicht einen einzelnen Motor, sondern den Kommunikationsnamen für die nächste Generation der Honda-Hybridtechnik. Nach Angaben des Herstellers soll sie den niedrigen Verbrauch des e:HEV mit einer direkteren Reaktion auf die Fahrereingaben verbinden.

Die offizielle Mitteilung nennt weder Hubraum noch Leistung der zukünftigen Motoren. Honda spricht von einem größeren Bereich, in dem der Verbrennungsmotor mit hoher Effizienz arbeitet, sowie von einer kompakteren Antriebseinheit. Ohne Daten für jedes Modell lässt sich nicht sagen, ob eine einheitliche Motorkonfiguration für die gesamte Baureihe vorgesehen ist.

Honda hat im Lauf seiner Geschichte verschiedene Hybridarchitekturen entwickelt. e:HEV ist inzwischen eine der wichtigsten Elektrifizierungstechnologien der Marke. Zusätzlich stellte Honda Honda S+ Shift vor, eine Steuerung, die bei einem überwiegend elektrisch angetriebenen Hybridsystem Schaltvorgänge simuliert. Honda will diese Funktion bei künftigen Hybridmodellen einsetzen, beginnend mit dem neuen Prelude.

15 Modelle bis März 2030

Das aktuelle Ziel lautet, bis zum 31. März 2030 weltweit 15 Honda-Hybridmodelle auf den Markt zu bringen. Honda konzentriert sich dabei zunächst auf Nordamerika, wo weiterhin Nachfrage nach größeren Fahrzeugen mit viel Innen- und Laderaum besteht.

Der Plan umfasst mehr als eine neue Bezeichnung. Die Fahrzeuge sollen eine neue Plattform und eine weiterentwickelte Hybridtechnik nutzen. Honda hat nicht erklärt, wie viele der 15 Modelle nach Europa kommen oder wie die Zahl auf SUV, Pkw und Nutzfahrzeuge verteilt wird.

In der Unternehmenspräsentation vom Mai 2026 hatte Honda noch 13 Hybridmodelle der nächsten Generation über vier Jahre ab 2027 angekündigt. Die Mitteilung vom Oktober aktualisiert das Ziel auf 15 Modelle bis zum Ende des Geschäftsjahres 2030.

Die angekündigten technischen Änderungen

Honda will den Bereich vergrößern, in dem der Verbrennungsmotor effizient arbeiten kann. In einem Hybridsystem kann der Motor Strom erzeugen, unter bestimmten Bedingungen die Räder direkt antreiben oder abgeschaltet werden, wenn Batterie und Steuerung dies zulassen. Der reale Verbrauch hängt zusätzlich von Gewicht, Aerodynamik, Temperatur, Abstimmung und Fahrweise ab.

Die Antriebseinheit soll kompakter werden. Dadurch kann mehr Platz für Passagiere und Batterie entstehen. Honda hat aber keine Abmessungen, kein Gewicht und keinen detaillierten Vergleich einzelner Bauteile veröffentlicht. Offizielle WLTP-Werte für Verbrauch, Batteriekapazität oder elektrische Reichweite der künftigen europäischen Modelle gibt es ebenfalls noch nicht.

Für bestimmte Fahrzeuge entwickelt Honda ein e-AWD-System. Es soll eine präzise Motorsteuerung und mehr Traktion ermöglichen. Angaben zu Leistung, Drehmomentverteilung oder den betroffenen Modellen fehlen noch.

Neue Plattform und Motion Management

Die Honda-Hybridmodelle werden auf einer neu entwickelten Plattform basieren. Honda beschreibt eine Kombination aus optimierter Steifigkeit, geringerem Gewicht und einem neuen Umgang mit der Karosseriesteifigkeit. Das soll neben der Effizienz auch die Straßenlage und das Verhalten in Kurven verbessern.

Honda nennt außerdem das Motion Management System als integrierte eigene Steuerungstechnologie. Die Mitteilung erklärt nicht, welche Sensoren und Algorithmen eingesetzt werden. In der beschriebenen Form soll das System Antrieb und Fahrzeugverhalten koordinieren und die Reaktion für den Fahrer vorhersehbarer machen.

Die Aussagen zum Fahrerlebnis stammen von Honda und sind keine unabhängigen Messergebnisse. Beschleunigung, Verbrauch, Stabilität und Komfort können erst mit den Serienfahrzeugen bewertet werden.

Honda nennt Kostenziele

Honda will die Kosten des neuen Hybridsystems um mehr als 50 Prozent gegenüber den Systemen der 2018 eingeführten Modelle und um mehr als 30 Prozent gegenüber dem 2023 eingeführten System für aktuelle Modelle senken. Das sind interne Ziele und keine angekündigten Preisnachlässe für Kunden.

Als Maßnahmen nennt Honda mehr Gleichteile, effizientere Produktion und eine engere Zusammenarbeit mit Zulieferern. Eine gemeinsame Plattform kann bei hohen Stückzahlen die Kosten pro Fahrzeug senken. Die tatsächliche Wirkung hängt aber vom Volumen und von der Ausstattung jedes Modells ab.

Der Hybridplan folgt Hondas Entscheidung, Ressourcen stärker auf HEV zu verlagern, während der Hersteller die Entwicklung des Elektroautomarktes neu bewertet. Honda arbeitet weiterhin an Elektrofahrzeugen und am Ziel der CO2-Neutralität, will in der Übergangsphase aber mehr Hybridmodelle anbieten.

Was noch offen ist

Honda hat die 15 Modelle, die Hubräume, Preise, offiziellen Verbrauchswerte und länderspezifischen Starttermine noch nicht genannt. Auch die Verfügbarkeit des Systems in Deutschland ist durch diese Ankündigung nicht bestätigt.

Gesichert ist, dass die Familie Honda Hybrid heißen wird, ab 2027 weltweit startet und bis zum Geschäftsjahr 2030 auf 15 Modelle ausgeweitet werden soll. Außerdem entwickelt Honda ein großes Hybridsystem mit neuem V6-Motor, neuen Antriebseinheiten und einer neuen Batterie für eine geplante Einführung in Nordamerika im Jahr 2029.

Quellen