Der OMODA X verbindet zwei unterschiedliche Designbotschaften. Die Karosserie wirkt kantiger, besitzt markante Radhausverkleidungen und soll auch auf schlechteren Wegen eine robuste Rolle spielen. Im Innenraum setzt OMODA dagegen auf ein digitales Cockpit, das den Fahrer stärker abgrenzt. Auto Express vergleicht diese Anordnung optisch mit dem Doppel-Cockpit-Gefühl von Lamborghini.
Der Vergleich beschreibt den Eindruck auf den Bildern. Er bestätigt weder eine Zusammenarbeit mit Lamborghini noch gemeinsame Bauteile oder eine Designlizenz. OMODA hat die endgültigen Motoren, die Leistung, die Beschleunigung, den Preis und einen europäischen Verkaufsstart noch nicht genannt. Der Wagen wurde beim International User Summit der Chery-Gruppe in Wuhu, China, vorgestellt.
Was an Lamborghini erinnert
Das Armaturenbrett kombiniert einen 13,2 Zoll großen Hochkant-Touchscreen mit einem 10,25-Zoll-Digitalinstrument. Auf der Mittelkonsole liegen Schalter, Drehregler und Bedienelemente mit Metalloptik. Ein roter Startknopf setzt einen sichtbaren Akzent. Dadurch entsteht eine eigene Bedienzone vor dem Fahrer, statt einer vollständig glatten Bildschirmfläche.
Auto Express bezeichnet die „Starship“-Kabine als an Lamborghinis Doppel-Cockpit erinnernd. Gemeint ist die optische Trennung zwischen Fahrerbereich und restlichem Innenraum. OMODA sagt nicht, dass Lamborghini an der Entwicklung beteiligt ist oder dass technische Lösungen der italienischen Marke übernommen wurden.
Die Referenz hilft bei der Beschreibung des Innenraums, ist aber keine Leistungsaussage. Lamborghini steht hier für Atmosphäre, Farbe und Fahrerorientierung. Der OMODA X bleibt ein Crossover, der Platz, Zugang und Alltagstauglichkeit bieten muss.

Sportliche Optik in einem Familien-Crossover
Die Karosserie des OMODA X ist geometrischer als die bisherigen Modelle der Marke. Die Front ist höher, die Radläufe sind stärker betont und die Flächen wirken kantiger. OMODA beschreibt das Projekt als Verbindung zwischen der Spannung eines Sportwagens und der Robustheit eines Abenteuerfahrzeugs.
Der Innenraum führt diese Idee weiter. Der Hochkantbildschirm dominiert die Mitte, während das Kombiinstrument vor dem Fahrer bleibt. Die sichtbaren Schalter und der rote Startknopf erzeugen eine dramatische Wirkung. Fotos zeigen jedoch weder die Sitzposition noch die Sicht noch die Qualität der Materialien im Alltag.
Der Lamborghini-Vergleich darf deshalb nicht wörtlich genommen werden. Ein Supersportwagen kann um eine tiefe Sitzposition und zwei Insassen herum gestaltet werden. Ein Crossover braucht hintere Sitzplätze, Stauraum, gute Übersicht und robuste Oberflächen. Ein ähnliches Gestaltungssignal erfüllt in beiden Klassen eine andere Aufgabe.
Warum die physischen Schalter wichtig sind
Die Innenaufnahmen zeigen, dass OMODA nicht jede Funktion hinter dem Bildschirm versteckt. Schalter und Drehregler können während der Fahrt leichter ertastet werden. Ob sie wirklich ergonomisch sind, hängt aber von ihrer Gruppierung, dem Widerstand und der Software dahinter ab.
OMODA hat noch keine vollständigen Angaben zu Materialien, Sitzen, Verstellungen, Ablagen, Ambientelicht oder Dauerhaltbarkeit veröffentlicht. Eine Metalloptik beweist nicht, dass ein Teil aus Aluminium besteht. Diese Details sind für Besitzer wichtiger als die Ähnlichkeit mit einer italienischen Supercar-Kabine.
Auch der 13,2-Zoll-Bildschirm ist nur eine Größenangabe. Geschwindigkeit, Spiegelungen, Menüstruktur, Sprachsteuerung und Update-Politik bestimmen, ob er im Alltag gut funktioniert. Eine vollständige Demonstration des Systems wurde noch nicht veröffentlicht.

Zahlen für schlechte Wege
OMODA nennt 200 mm Bodenfreiheit, eine maximale Wattiefe von 700 mm und bis zu 1.700 kg Anhängelast. Das spricht dafür, dass der X mehr als nur ein urbaner Design-Crossover sein soll. Die Werte müssen trotzdem zusammen mit Reifen, Böschungswinkeln, Unterbodenschutz, Antrieb und elektronischen Fahrprogrammen betrachtet werden.
Auto Express vergleicht die Bodenfreiheit mit dem Wert eines Toyota RAV4 und die Wattiefe mit der zitierten Range-Rover-Evoque-Angabe. Das sind Marktbezüge, keine unabhängigen Carboratory-Messungen. Die Wattiefe hängt von Geschwindigkeit, Untergrund, Ausstattung und Herstellerbedingungen ab.
Die Anhängelast kann für Caravan- oder Anhängerbesitzer interessant sein. Sie muss in den endgültigen Zulassungsunterlagen bestätigt werden. Ein roter Startknopf und Lamborghini-Optik sagen nichts über Stützlast, Kühlung oder das Verhalten auf einem matschigen Anstieg.
Antriebe sind noch offen
OMODA hat die endgültige Motorenpalette nicht bekanntgegeben. Die Chery-Gruppe entwickelt Vollhybride, Plug-in-Hybride und Elektroantriebe. Auto Express erwartet, dass der X auf Varianten aus dieser Familie zurückgreifen könnte. Das bleibt eine Erwartung und ist keine bestätigte Ausstattungsliste.
Ohne Leistung, Gewicht und Batterie kann der OMODA X nicht seriös mit einem Lamborghini verglichen werden. Ein Hybrid, Plug-in-Hybrid oder Elektroauto hätte unterschiedliche Masse, Reaktion, Reichweite und Kosten. Die Innenraumgestaltung sagt nichts über die Beschleunigung oder den Antrieb aus.
Auch der europäische Marktstart ist offen. OMODA & JAECOO hat die Weltpremiere und das Design angekündigt, will die Pläne für einzelne Märkte aber später nennen. Eine Vorstellung in China garantiert keinen Verkauf in Deutschland, Österreich oder der Schweiz.
Lamborghini als Designreferenz
Der Vergleich funktioniert wegen zweier sichtbarer Punkte: dem Gefühl eines getrennten Fahrerbereichs und dem roten Startknopf. Er macht den OMODA X nicht zu einem günstigen Lamborghini und belegt keine gemeinsame Technik. Als Crossover muss der Wagen vor allem Platz, Bodenfreiheit, Preis, Verbrauch und Service bieten.
Vor einer Markteinführung müssten Käufer Ergonomie, Sicht, Schalter, Fond, Kofferraum, Anhängelast und Wartung prüfen. Der OMODA X zeigt bislang einen bewusst auffälligen Innenraum. Die Verbindung zu Lamborghini bleibt eine visuelle Beschreibung, während die endgültige technische und kommerzielle Ausführung noch offen ist.



