Fiat arbeitet an einem kleinen Elektroauto, das technisch mit dem künftigen Citroën 2CV verwandt sein soll. Der Name Koala wurde von Fiat registriert und von Arnauld Belloni, dem neuen Vorstandsvorsitzenden der Marke, in einem Gespräch mit Autocar auf dem Pariser Autosalon 2026 bestätigt. Fiat zeigte das Auto dort nicht. Offizielle Bilder, Batterieangaben, Motorleistung, Reichweite, Preis und ein verbindlicher Starttermin fehlen weiterhin.

Was Fiat bisher bestätigt hat

Autocar berichtet, dass Belloni über mehrere Fiat-Modelle auf der E-Car-Plattform von Stellantis sprach. Eines davon ist ein kleines Auto auf derselben technischen Grundlage wie der neue Citroën 2CV. Fiat-Designchef François Leboine erklärte der Zeitschrift, der erste Fiat E-Car sei ähnlich weit entwickelt wie das Citroën-Projekt. Die italienische Marke habe aber entschieden, dass Paris nicht der richtige Zeitpunkt für eine Präsentation sei.

Der Koala ist damit ein von Fiat-Managern bestätigtes Entwicklungsprojekt, aber noch kein vollständig enthülltes Serienauto. Eine offizielle technische Datenkarte gibt es nicht. Batteriekapazität, Ladeleistung, Reichweite, Gewicht und Abmessungen sind unbekannt. Die gemeinsame Plattform bedeutet nicht automatisch gleiche Karosserie, gleiche Batterie oder gleiche Marktposition wie beim Citroën.

Die Verbindung zum Citroën 2CV

Citroën stellte das 2CV Concept auf dem Pariser Autosalon 2026 vor. Das Konzept ist 3,76 Meter lang und überträgt die Idee des 1948 vorgestellten 2CV auf ein kompaktes Elektroauto. Citroën will ein davon inspiriertes Serienmodell bis 2028 auf den Markt bringen, in Europa bauen und einen Einstiegspreis von ungefähr 15.000 Euro anstreben. Diese Angaben gelten für das Citroën-Programm und sind keine bestätigten Koala-Daten.

Das französische Konzept setzt auf Einfachheit, ein geringes Gewicht und den Alltagseinsatz. Citroën zielt auf etwa eine Tonne und erklärt, dass eine geringere Masse eine kleinere und günstigere Batterie ermöglichen kann. Batteriegröße, Reichweite und Leistung des Serienautos wurden aber auch von Citroën noch nicht veröffentlicht. Für Fiat gibt es noch weniger Informationen, daher dürfen die Citroën-Zahlen nicht automatisch übertragen werden.

Autocar beschreibt die E-Car-Plattform als Grundlage für eine mögliche europäische Klasse kleiner Elektroautos unter 4,2 Metern. Die Idee ist teilweise an japanische Kei-Cars angelehnt. Die genannten europäischen Regeln waren zum Zeitpunkt des Artikels jedoch noch nicht endgültig beschlossen. Mögliche Folgen für Zulassung, Preis oder Ausstattung hängen deshalb vom finalen Gesetzestext ab.

Warum Fiat das Auto nicht zeigte

Fiat präsentierte in Paris die Konzepte Multiplay und Multiplina, aber nicht den kleinen Elektro-Fiat. Leboine sagte, das Projekt sei weit genug fortgeschritten, doch der Zeitpunkt für eine Präsentation habe nicht gepasst. Autocar vermutete, dass Fiat der Premiere des Citroën 2CV auf dem Heimspiel der französischen Marke nicht die Aufmerksamkeit nehmen wollte.

Das Fehlen auf dem Salon ist kein Beleg für eine Einstellung des Projekts. Es zeigt aber, dass Design und Zeitplan noch nicht veröffentlicht sind. Unklar ist, wie stark der Koala die Panda-Familie aufgreift, wo er gegenüber Grande Panda und Pandina positioniert wird und ob der registrierte Name später tatsächlich am Fahrzeug stehen wird.

Belloni erklärte, dass Koala zur Fiat-Tradition der Bärennamen innerhalb der Panda-Familie passt. Panda, Grizzly und Koala ergeben eine nachvollziehbare Namensgruppe. Fiat hat aber noch keinen vollständigen Produktplan veröffentlicht, der jeden Namen mit einem bestätigten Modell, Antrieb und Produktionsdatum verbindet.

Mögliche Designhinweise

Autocar berichtet, Fiat könne Ideen aus dem Konzept Ippo übernehmen. Ippo gewann einen Designwettbewerb für italienische Hochschulstudenten und war ein hohes, kantiges Schrägheckmodell mit Anklängen an ältere Panda-Generationen. Fiat zeigte Ippo später in strategischen Präsentationen neben Multiplina und Grizzly. Einige der beteiligten Studenten absolvierten Praktika im Fiat-Designstudio.

Das macht Ippo jedoch nicht zum bestätigten Koala-Design. Leboine sagte, die Studenten hätten interessante Ideen eingebracht, die künftige Fiat-Modelle beeinflussen könnten. Er nannte aber keine Bauteile, die bereits auf das Serienauto übertragen wurden. Name, E-Car-Plattform und 2CV-Verbindung sind besser belegt als jede Aussage über die endgültige Karosserie.

Fiat überarbeitet außerdem den unteren Bereich seiner Modellpalette. Kleine Autos sollen weiterhin mit Elektro- und Verbrennungslösungen angeboten werden, während Grande Panda und größere Modelle andere Positionen besetzen. Der Koala könnte die elektrische Ergänzung im Panda-Umfeld werden. Eine Benzinversion, Leistung und Preisstruktur sind nicht bestätigt.

Zeitplan und offene Punkte

Citroën strebt den Marktstart des vom 2CV inspirierten Autos um 2028 an. Medienberichte nennen für Fiat einen ähnlichen Zeitraum, Fiat selbst hat aber noch kein genaues Präsentations- oder Verkaufsdatum genannt. Auch das Werk ist nicht offiziell bestätigt. Pomigliano d'Arco wurde in Berichten als möglicher Standort für verwandte Modelle genannt; bis zu einer Bestätigung durch Fiat oder Stellantis bleibt dies eine Medieninformation.

Für Interessenten ist die Trennung zwischen Fakten und Erwartungen wichtig. Bestätigt sind Fiats E-Car-Programm, die technische Verbindung zum Citroën 2CV, die Aussagen von Belloni und Leboine sowie der Name Koala. Batterie, Reichweite, Leistung, Karosserie, Preis, Werk, Ausstattung und genauer Marktstart sind noch offen.

Quellen