Bild: Fiat, veröffentlicht von Motor1.com. Die Quellseite nennt keine kommerzielle Lizenz zur Wiederverwendung; das Foto wird auf Wunsch des Nutzers mit der ursprünglichen Attribution verwendet.
Fiat Multiplay: Dieses Konzept wechselt zwischen SUV und Pick-up
Fiat hat das Konzept Multiplay vor der Paris Motor Show 2026 vorgestellt. Das Projekt soll zwei Nutzungsarten verbinden, die normalerweise zu unterschiedlichen Fahrzeugen gehören: eine offene Ladefläche wie bei einem Pick-up und den Komfort eines Familien-SUV. Fiat erklärt, dass ein ausgeklügelter Mechanismus den Wechsel zwischen beiden Konfigurationen mit wenigen Handgriffen ermöglichen soll.
Technische Daten gibt es bisher kaum. Fiat nennt weder Abmessungen noch Antrieb, Batterie, Leistung, Nutzlast, Sitzplätze, Preis oder Produktionsdatum. Multiplay ist deshalb eine Design- und Nutzungsstudie und kein bestätigtes Serienmodell für die Händler. Fiat bezeichnet das Fahrzeug als Inspiration für künftige Produkte für erschwingliche Familienmobilität.
Zwei Aufgaben für ein Fahrzeug
Im Mittelpunkt steht die flexible Nutzung des Raums. Mit der offenen Ladefläche soll das Konzept die Outdoor-Tauglichkeit eines Pick-ups bieten. Sportausrüstung, sperrige Gegenstände oder Material für Freizeitaktivitäten könnten dadurch leichter transportiert werden. In der zweiten Konfiguration soll Multiplay den Komfort und die Variabilität eines SUV für den Familienalltag bieten.
Die offizielle Mitteilung erklärt allerdings nicht, welche Bauteile sich bewegen. Unklar ist, ob Sitze verschoben oder umgeklappt werden, wie die Ladefläche vor Regen geschützt wird und wie viele Passagiere im SUV-Modus Platz finden. Auch die genaue Dauer des Umbaus ist nicht bekannt. Die Präsentation in Paris muss zeigen, ob die Lösung im Alltag wirklich einfach funktioniert.
Fiat sieht in Multiplay möglicherweise den Beginn einer neuen Fahrzeugklasse. Die Idee reagiert auf die heutige Nutzung von Autos: Ein Fahrzeug wird für den Arbeitsweg, die Familie, Einkäufe und am Wochenende für Freizeitaktivitäten eingesetzt. Das Konzept ist kein klassischer Pick-up mit einer zweiten Sitzreihe, sondern ein Fahrzeug, das seine Funktion verändern soll.
Die Verbindung zur Multipla-Geschichte
Das Projekt passt zu Fiats Tradition, den verfügbaren Raum besonders effizient zu nutzen. Der Fiat 600 Multipla aus den 1950er-Jahren bot sechs Personen auf nur 3,5 Metern Länge Platz. 1998 stellte die erste moderne Multipla-Generation erneut konventionelle Lösungen infrage: Sie hatte sechs Sitze in zwei Reihen und war weniger als vier Meter lang. Multiplay ist jedoch weder als neue Multipla noch als direkter Nachfolger angekündigt.
Die Verbindung liegt eher in der Idee. Die alte Multipla wollte einen geräumigen Innenraum mit kompakten Außenmaßen kombinieren. Das neue Konzept stellt eine andere Frage: Kann ein Familienauto gelegentlich auch als praktisches Transportfahrzeug dienen, ohne dass der Besitzer zwei Autos benötigt? Fiat schlägt dafür eine veränderbare Karosserie vor, deren Serienumsetzung noch offen ist.
Ein Konzept und keine Produktionszusage
Die Wortwahl von Fiat ist entscheidend. Das Unternehmen spricht von einem Konzept und einer Inspiration für künftige Produkte. Eine Fabrik, ein Marktstart, ein Preis oder ein europäischer Verkaufsplan wurden nicht angekündigt. Multiplay sollte deshalb nicht als neuer Fiat-Pick-up beschrieben werden, der bald beim Händler steht.
Der veröffentlichte Teaser zeigt nur einen Teil des Fahrzeugs. Proportionen, Innenraum und Mechanismus bleiben weitgehend verborgen. Eine Vorführung in Paris könnte zeigen, ob der Wechsel tatsächlich wenige Handgriffe benötigt oder ob Werkzeuge und mehrere Personen erforderlich sind. Davon hängt der praktische Wert der Idee ab.
Fiat zeigt in Paris außerdem die Modelle Grizzly und Grizzly Fastback. Beide gehören zur geplanten Erweiterung des erschwinglichen Familienangebots. Multiplay hat dagegen eine experimentelle Rolle: Fiat testet ein flexibles Format, bevor eine Entscheidung über eine mögliche Serienentwicklung fällt.
Was noch fehlt
Für ein Serienfahrzeug müsste Fiat Sitzplätze in jeder Konfiguration, Ladelänge, Nutzlast, zulässiges Gesamtgewicht, Wetterschutz und die Haltbarkeit des Mechanismus erklären. Auch der Antrieb wäre wichtig. Fiat hat nicht gesagt, dass Multiplay elektrisch ist, und keine Angaben zu Reichweite oder Ladezeit veröffentlicht.
Auch die Zulassung wäre entscheidend, falls die Umwandlung die hintere Karosseriestruktur oder die Trennung zwischen Innenraum und Ladefläche verändert. Der Teaser sagt nichts über Sicherheit, Wartung oder mögliche Kosten aus. Diese Angaben müssen von Fiat kommen.
Offen sind außerdem die Alltagstauglichkeit, die Reinigung der offenen Ladefläche und die Nutzung im Stadtverkehr. Diese Punkte lassen sich aus dem einzelnen veröffentlichten Bild nicht ableiten. Fiat müsste sie klären, bevor aus der Idee ein Entwicklungsprojekt für ein Serienfahrzeug werden könnte.
Auch der Zugang zum Ladebereich und die Bedienung während des Umbaus wären entscheidend. Für Familien zählt nicht nur die Vielseitigkeit, sondern auch eine sichere und intuitive Nutzung ohne zusätzlichen Aufwand. Dazu hat Fiat bisher keine Angaben gemacht.
Derzeit ist Multiplay daher eher eine Frage an das Fahrzeugdesign als ein fertiges Datenblatt. Das Konzept stellt ein Auto vor, das sich an Familie, Freizeit und Transportaufgaben anpassen kann. Ob daraus ein Serienmodell entsteht, hängt von Kosten und Publikumsreaktionen in Paris ab. Die Grundidee ist dennoch klar: SUV-Komfort soll mit dem offenen Ladezugang eines Pick-ups verbunden werden.

Zweite Ansicht des Konzepts, veröffentlicht von Motor1.com und dem Hersteller zugeschrieben.

Innenraumaufnahme, veröffentlicht von Motor1.com und dem Hersteller zugeschrieben.



