Renault stellt den E-Space Concept am 12. Oktober auf dem Pariser Autosalon vor. Das Elektrofahrzeug interpretiert die Philosophie der „voitures à vivre“ neu – also Renaults Idee eines Autos, das um das Leben im Innenraum herum entwickelt wird. Eine Serienfreigabe gibt es bisher nicht. Auch Batterie, Reichweite, Leistung und Preis wurden noch nicht genannt.

Was Renault bestätigt hat

In der offiziellen Ankündigung der Renault Group zum Pariser Autosalon 2026 wird der E-Space Concept als Weltpremiere am Renault-Stand aufgeführt. Die Messe findet vom 12. bis 18. Oktober im Paris Expo Porte de Versailles statt. Renault belegt dort eine 2.500 Quadratmeter große Fläche und zeigt Elektro- und Hybridmodelle, weitere Concept Cars sowie Fahrzeuge aus dem Serienprogramm. Die Renault-Pressekonferenz beginnt am 12. Oktober um 8:30 Uhr CET.

Renault beschreibt den Prototyp als moderne Sicht auf Reisen und Familienmobilität im Elektrozeitalter. Damit ist die gestalterische Richtung klar, ein Produktionsprogramm aber nicht bestätigt. Es gibt noch keine Angaben zum Marktstart, zur Sitzanzahl, zur technischen Plattform oder zu einer geplanten Fertigung.

Motor1 nennt eine Länge von ungefähr 4,7 Metern. Damit wäre der Concept etwa so lang wie der aktuelle Espace SUV. Der Artikel ordnet das Fahrzeug als vollelektrisch ein; Renault spricht von Familienmobilität im Elektrozeitalter. Technische Daten zu Motorleistung, Batterie, WLTP-Reichweite, Gewicht und Ladeleistung fehlen. Der E-Space sollte deshalb zunächst als Design- und Raumkonzept betrachtet werden.

Die Verbindung zum Espace von 1984

Renault zeigte den Espace als Concept 1983 und brachte die erste Generation 1984 mit Unterstützung von Matra auf den Markt. Die offizielle Renault-Geschichte beschreibt ihn als neues europäisches Konzept im Segment der Großraumlimousinen. Die Einvolumen-Karosserie schuf einen hellen, geräumigen Innenraum mit flachem Boden, einzelnen Sitzen und einer erhöhten Sitzposition.

Der erste Espace bot Platz für sieben Personen. Die hinteren Sitze ließen sich umklappen, herausnehmen und neu anordnen. Fahrer- und Beifahrersitz konnten im Stand um 180 Grad gedreht werden. Renault beschrieb damit einen Innenraum, der sich in eine kleine Lounge mit einem Tisch verwandeln ließ. Die Familie sollte das Auto an Passagiere, Gepäck und Reiseaufgabe anpassen können.

Der Verkaufsstart verlief zunächst langsam. Renault Group berichtet, dass im ersten Monat in Frankreich nur neun Fahrzeuge verkauft wurden. Auf dem Pariser Autosalon 1984 zeigte die Marke deshalb die verschiebbaren und herausnehmbaren Sitze, um die ungewöhnliche Idee praktisch zu erklären. Die erste Generation erreichte später 191.674 Exemplare, wie Renault in seiner historischen Darstellung angibt.

Erste Generation des Renault Espace von 1984

Vom Van zum SUV

Die sechste Espace-Generation verfolgt einen anderen Ansatz. Sie ist ein SUV mit fünf oder sieben Sitzen, basiert auf der CMF-CD-Plattform und wird mit dem E-Tech-Vollhybridsystem angeboten. In den Renault-Unterlagen von 2025 stehen 200 PS, ein WLTP-Verbrauch von 4,8 Litern pro 100 Kilometer und eine Gesamtreichweite von bis zu 1.100 Kilometern ohne Aufladen. Diese Werte gehören zum aktuellen Serien-Espace und sind nicht automatisch auf den E-Space Concept übertragbar.

Genau dieser Unterschied macht das neue Konzept interessant. Renault führt den Namen Espace bei einem SUV weiter, nutzt E-Space aber für einen Blick zurück auf die Proportionen und die Raumidee des ursprünglichen Familienautos. Die von Motor1 veröffentlichten Bilder zeigen eine hohe Karosserie, kurze Überhänge und eine große Fensterfläche. Das wirkt eher wie ein modernes MPV als wie ein gewöhnlicher Crossover. Eine retrofuturistische Front, ein beleuchtetes Logo und große Räder unterstreichen den Charakter eines Show Cars.

An der Seite scheinen Kameras die Außenspiegel zu ersetzen. Die Türgriffe liegen offenbar als flügelartige Elemente in der Gürtellinie. Dadurch wirkt die Flanke glatter, doch Renault hat nicht erklärt, ob diese Lösungen in ein Serienfahrzeug übernommen werden könnten. Auch zum Innenraum gibt es noch keine Informationen, die herausnehmbare oder drehbare Sitze bestätigen würden.

Die offenen Fragen zum Elektroantrieb

Renault nennt bisher keine Batteriegröße, WLTP-Reichweite, Leistung, Masse, Ladegeschwindigkeit oder Kofferraumgröße. Preise und eine Verfügbarkeit in Europa oder Deutschland wurden ebenfalls nicht angekündigt. Offen ist auch, ob der Prototyp technische Komponenten mit dem Megane E-Tech electric oder dem Scenic E-Tech electric teilt.

Bei einem Concept Car ist diese Zurückhaltung üblich, sie setzt aber eine klare Grenze für die Berichterstattung. Ein 4,7 Meter langes Elektroauto kann ein reines Designprojekt, eine Verpackungsstudie oder ein früher Hinweis auf ein künftiges Serienprogramm sein. Die Präsentation eines Prototyps beweist nicht, dass Renault einen neuen Elektro-Van bauen wird.

Falls Renault den Schritt wagt, würde das Modell in einen kleinen, aber sichtbaren Marktbereich kommen. Der Volkswagen ID. Buzz zeigt, dass ein großes elektrisches Familienauto mit viel Innenraum weiterhin Käufer interessieren kann. Renault müsste jedoch Platzangebot, Batteriegewicht, Aerodynamik, Produktionskosten und Verkaufspreis gleichzeitig im Blick behalten.

Worauf es in Paris ankommt

Bei der Weltpremiere sind die praktischen Details besonders wichtig: Lassen sich Sitze verschieben oder entfernen? Gibt Renault eine Reichweitenidee bekannt? Beschreibt das Unternehmen E-Space als Designübung oder als Vorschau auf ein Serienprojekt? Der Boden, der Zugang zur zweiten Reihe und die Anordnung des Laderaums werden mehr über den Familiennutzen sagen als die äußere Form.

Der bestätigte Sachstand ist derzeit überschaubar: Renault E-Space Concept feiert am 12. Oktober 2026 in Paris Weltpremiere, ist als Elektrofahrzeug konzipiert und soll laut Motor1 ungefähr 4,7 Meter lang sein. Produktionsstatus, technische Daten, Preis und Marktstart sind noch offen.

Surse