Avatr hat den T09 auf dem Pariser Autosalon als Ausblick auf sein künftiges SUV-Flaggschiff vorgestellt. Das Konzept bietet sechs Sitze in einer 2+2+2-Anordnung, ein Hybridsystem mit Range-Extender-Funktion und drei Elektromotoren. Die kombinierte Leistung liegt laut Avatr bei mehr als 1.000 PS. Die Marke wird von Changan, Huawei und CATL unterstützt und nutzt den T09 deshalb auch als technische Visitenkarte.

Die Präsentation fand am 11. Oktober statt. Der T09 ist noch kein bestätigtes Serienmodell für Europa. Er gibt einen Ausblick auf den bereits in China gezeigten SUV, dessen chinesischer Marktstart für 2026 vorgesehen ist. Preise, eine europäische Homologation und eine endgültige Ausstattung wurden noch nicht genannt.

Avatr T09 von vorn

Die breite Front des Konzepts trägt eine dunkle Fläche und schmale Leuchten. Foto: Avatr / Motor1.com.

Drei Reihen mit Einzelsitzen

In jeder der drei Reihen stehen zwei Einzelsitze. Die 2+2+2-Anordnung kann den Zugang zur dritten Reihe erleichtern und jedem Passagier mehr persönlichen Raum geben als eine klassische Sitzbank. Gleichzeitig benötigt sie mehr Breite und muss sich beim Serienmodell an der tatsächlichen Alltagstauglichkeit messen lassen.

Innenraum des Avatr T09

Der Innenraum des Konzepts kombiniert Einzelsitze mit einem breiten digitalen Armaturenbrett. Foto: Avatr / Motor1.com.

Die Bilder zeigen ein digitales Armaturenbrett, eine lange Mittelkonsole und ein ruhiges, loungeartiges Interieur. Da es sich um ein Konzept handelt, können Materialien, Bedienelemente und Bildschirme noch geändert werden. Chinesische Zulassungsunterlagen nennen 5.285 mm Länge, 2.025 mm Breite und einen Radstand von 3.150 mm. Je nach Version liegt die Höhe bei 1.810 oder 1.820 mm.

Drei Elektromotoren und ein 2,0-Liter-Motor

Avatr bezeichnet den Antrieb als intelligenten Super-Hybrid. Ein 2,0-Liter-Benzinmotor arbeitet mit drei verteilten Elektromotoren und Allradantrieb. Die Gesamtleistung übersteigt 1.000 PS. Eine endgültige Drehmomentkurve, Beschleunigungszeit und vollständige Serien-Spezifikation liegen noch nicht vor.

Das System kann elektrisch, als Plug-in-Hybrid oder als Range-Extender arbeiten. Bei ausreichender Batterieladung fährt der SUV elektrisch. Auf langen Strecken kann der Benzinmotor die Batterie unterstützen und die Abhängigkeit von Ladestationen verringern. Europäische Verbrauchs- und Reichweitenwerte wurden noch nicht veröffentlicht.

Die chinesischen Unterlagen nennen eine 71,24-kWh-Batterie von CATL. Die damit verbundenen Daten deuten auf rund 300 bis 330 km elektrische CLTC-Reichweite hin. Eine offizielle Avatr-Mitteilung nennt für die Flaggschiff-Technik außerdem mehr als 400 km nach CLTC. Diese Angaben beziehen sich auf unterschiedliche Versionen und sind keine WLTP-Reichweite des T09.

Avatr T09 von der Seite

Das Seitenbild zeigt den langen Radstand und den Platz für drei Sitzreihen. Foto: Avatr / Motor1.com.

Huawei-Technik für Chassis und Assistenz

Zum angekündigten Paket gehören Huawei Qiankun ADS 5, die intelligente Taihang-Regelung und ein digitales Huawei-Qiankun-XMC-Chassis. Avatr nennt außerdem eine Zweikammer-Luftfederung, Hinterachslenkung, einen Crab-Modus und einen Wendekreis in der Größenordnung von vier Metern.

Für ein mehr als fünf Meter langes Fahrzeug können solche Systeme beim Rangieren helfen. Die Hinterachslenkung reduziert den benötigten Platz, während die Luftfederung Komfort und Karosseriekontrolle verbessern kann. Sie machen den SUV aber nicht unter allen Bedingungen autonom. Die Serienleistung hängt von Hardware, Software, Straße und den jeweiligen Vorschriften ab.

Europäische Markteinführung offen

Der chinesische Marktstart ist für 2026 vorgesehen. Der Auftritt in Paris zeigt die internationalen Ambitionen von Avatr, bestätigt aber noch keinen Verkauf in Europa. Ein europäischer Preis, WLTP-Daten, das endgültige Gewicht und ein Liefertermin fehlen.

Der T09 bleibt damit zunächst eine technische Erklärung: sechs Einzelsitze, drei Elektromotoren und eine Batterie für elektrische Alltagsfahrten. Entscheidend wird sein, wie viel vom Konzept in die Serienversion übernommen wird und ob Avatr das fertige SUV tatsächlich nach Europa bringt.

Für europäische Käufer ist außerdem wichtig, die chinesischen Messwerte richtig einzuordnen. Der CLTC-Zyklus fällt im Allgemeinen günstiger aus als der in Europa verwendete WLTP-Zyklus. Ohne eine europäische Typgenehmigung lassen sich deshalb weder Reichweite noch Verbrauch direkt mit bereits erhältlichen SUV vergleichen. Auch die angekündigte Leistung sagt allein wenig über Gewicht, Reifen, Bremsen oder die Abstimmung des Serienfahrzeugs aus.

Der T09 zeigt dennoch eine klare Richtung. Avatr verbindet eine sehr große Karosserie mit elektrischer Alltagsnutzung, einem Verbrennungsmotor für lange Strecken und digitaler Regelung von Antrieb und Fahrwerk. Ob dieses technisch aufwendige Paket zuverlässig, komfortabel und bezahlbar umgesetzt wird, lässt sich erst nach den ersten Serienfahrzeugen und unabhängigen Tests beurteilen.

Quellen