BMW hat das Concept 7 Protection als Schutzlimousine für Kunden vorgestellt, die nicht den hohen Sicherheitsumfang des BMW 7 Series Protection VR9 benötigen. Das Konzept basiert auf dem BMW M760e xDrive und behält die Proportionen, den Komfort und die Ausrichtung auf die Fondpassagiere des 7ers. BMW nennt Privatkunden, Unternehmen und Organisationen mit einem klar definierten Risikoprofil als Zielgruppe. Eine universelle Lösung gegen jede Art von Angriff ist das Fahrzeug ausdrücklich nicht.

Das offizielle Bild zeigt die BMW-7-Protection-Familie; das Concept 7 Protection ist ein separates Konzept auf Basis des M760e xDrive. Foto: BMW Group PressClub.
Eine andere Aufgabe als die VR9-Limousine
Das Konzept ersetzt den BMW 7 Series Protection nicht. BMW positioniert es unterhalb der Hochsicherheitslimousine, die nach VR9 zertifiziert ist und optional VPAM 10 erreicht. Zum Programm gehören außerdem der BMW X5 Protection VR6 und lokal gefertigte Fahrzeuge mit niedrigeren Schutzstufen. Das neue Konzept ergänzt damit eine nach Risikoprofilen gegliederte Produktpalette.
BMW erklärt, dass das Concept 7 Protection dem neuen BayB-Standard entspricht. Der Schutz ist für ausgewählte, besonders häufig verwendete Munition von Handfeuerwaffen vorgesehen, darunter 9×19 mm und .44 Magnum. Diese Einschränkung ist wichtig: BMW verspricht keinen vollständigen Schutz gegen jede Schusswaffe, gegen Sprengstoffe oder gegen jedes Angriffsszenario. Für Explosionsschutz sei ein umfangreicheres Paket nötig, das in den höheren Schutzklassen angeboten wird.
Als Einsatzbereiche nennt BMW gewaltsame Angriffe, Angriffe während der Fahrt und Reisen in Regionen mit unsicherer Sicherheitslage. Preis, Leergewicht, Serienstart und die endgültige Ausstattung für einzelne Märkte sind nicht veröffentlicht. Unabhängige Messungen von Verbrauch und Fahrleistungen des geschützten Konzepts liegen ebenfalls nicht vor.
Schutz in die Karosserie integriert
Die Verglasung ist deutlich dicker als bei einem vergleichbaren serienmäßigen 7er. In den Türen sitzen Schutzelemente aus verschiedenen ballistischen Stählen und faserverstärkten Verbundwerkstoffen. BMW berücksichtigt dabei die Übergänge zwischen Türen, Glas und Karosserie und behandelt nicht jedes Bauteil als isolierte Fläche.
Die hinteren Dreiecksfenster erhalten zusätzlichen Schutz, der auf der Innenseite des Fahrgastraums verdeckt ist. Unter dem serienmäßigen Panoramaglasdach liegt eine weitere Schicht aus Stahl und Verbundwerkstoffen. Sie schließt den oberen Bereich der Passagierzelle, während das Glasdach die äußere Form der Serienlimousine bewahrt. Der Sonnenschutz für das Dach bleibt laut BMW dauerhaft geschlossen.
Auch Trennwand und Rückwand sind in das Schutzkonzept einbezogen. BMW beschreibt damit eine geschützte Passagierzelle und nicht nur schwere Türen oder dicke Scheiben. Detaillierte Materialstärken und vollständige technische Zeichnungen wurden nicht veröffentlicht; aus der Pressemitteilung lässt sich daher kein vollständiger Panzerungsplan ableiten.
Plug-in-Hybrid mit 612 PS
Die technische Basis ist der BMW M760e xDrive. Sein Plug-in-Hybridantrieb verbindet einen 3,0 Liter großen Reihensechszylinder-Benzinmotor mit einem Elektromotor, der in das Achtgang-Steptronic-Getriebe integriert ist. Der intelligente Allradantrieb BMW xDrive gehört zur Konfiguration.
BMW nennt für das M760e-xDrive-System 450 kW, also 612 PS, und ein maximales Gesamtdrehmoment von 800 Nm. Der Verbrennungsmotor leistet 313 kW beziehungsweise 426 PS; der Elektromotor erreicht 145 kW beziehungsweise 197 PS. Diese Werte beziehen sich auf den Antrieb des Ausgangsmodells. Separate Angaben zu Beschleunigung, Höchstgeschwindigkeit oder elektrischer Reichweite des geschützten Konzepts hat BMW nicht veröffentlicht.
Die zusätzliche Schutztechnik erhöht die Masse und kann Bremsen, Fahrwerk und Verbrauch beeinflussen. BMW erklärt deshalb, Fahrwerk, Bremsen, Antrieb und Fahrerassistenz als Teil des vollständigen Schutzfahrzeugs abgestimmt zu haben. Das ist eine Herstellerangabe und kein unabhängiges Carboratory-Messergebnis. Ein Vergleich mit einem normalen M760e xDrive steht noch aus.
Komfort und Privatsphäre im Fond
Der gezeigte Innenraum verwendet BMW Individual Merino Leder in Smoke White, Alcantara-Zierteile und einen BMW-M-Anthrazit-Alcantara-Dachhimmel. Sonnenschutzverglasung und elektrisch bedienbare Sonnenrollos erhöhen die Privatsphäre. BMW nennt außerdem einen digitalen Innenspiegel, der die Sicht nach hinten verbessern soll, wenn Schutzstruktur oder Sichtschutz die normale Sichtlinie verändern.
Im Fond zeigt BMW eine BMW-Individual-Konsole mit ausklappbarem Tisch und Kühlbox. Der Tisch besitzt eine kabellose Ladefläche und soll Arbeiten während der Fahrt erleichtern. BMW zufolge wird die Fondkonsole in der zweiten Hälfte des Jahres 2027 für 7er-Modelle verfügbar sein. Daraus folgt nicht, dass jede Ausstattung des Konzepts in jedem Markt angeboten wird.
Auch außen bleibt die Limousine bewusst unauffällig. Die Proportionen und die Gestaltung des 7ers bleiben erhalten, während sichtbare militärische Anbauteile fehlen. Für Kunden, die Schutz benötigen, ihn aber nicht öffentlich zeigen wollen, ist diese Integration ein Teil der Fahrzeugaufgabe.
Mögliche Erweiterung des BMW-Portfolios
BMW beschreibt das Concept 7 Protection als Ausblick auf eine mögliche Erweiterung des Protection-Portfolios, zunächst mit Blick auf ausgewählte europäische Märkte. Das ist keine Bestätigung der Serienproduktion und sagt nichts über eine Verfügbarkeit in Deutschland oder Österreich aus. Preis, Gewicht, elektrische Reichweite nach der Schutzumrüstung, Produktionsplan und Bestellbedingungen bleiben offen.
Das Konzept steht damit für eine klar abgegrenzte Lösung: eine luxuriöse Plug-in-Hybridlimousine mit integrierten ballistischen Materialien und einem Schutzumfang unterhalb der VR9-Hochsicherheitslimousine. Ob daraus ein kaufbares Serienfahrzeug wird, hängt nicht nur von den 612 PS ab, sondern auch von Komfort, Bremsen, Fahrverhalten und Zertifizierung nach der Umrüstung.



