BMW M hat das manuelle Getriebe nicht offiziell abgeschafft. Frank van Meel sagt jedoch, dass seine Zukunft in neuen Performance-Modellen sehr schwierig wird. Der BMW-M-Chef erklärte laut Motor1, die Handschaltung sei „nicht vom Tisch“, wollte aber keine Zusage für kommende Fahrzeuge machen.

Die Aussage kommt zu einem Zeitpunkt, an dem der BMW M2 weiterhin eine ungewöhnlich starke Nachfrage nach drei Pedalen zeigt. Nach dem Bericht wird etwa die Hälfte der zuletzt in den USA verkauften M2 mit dem manuellen Sechsganggetriebe bestellt. Das ist ein klares Signal von Enthusiasten, löst aber weder die technischen noch die wirtschaftlichen Probleme einer neuen Handschaltung.

Eine vorsichtige Aussage

Van Meel bestätigte die hohe Nachfrage und die emotionale Bedeutung des Themas. Er nannte aber keinen Termin und bestätigte weder eine manuelle nächste M3 noch eine langfristige Strategie für alle M-Modelle. „Nicht vom Tisch“ bedeutet deshalb, dass die Lösung geprüft wird, nicht dass sie für die nächste Generation feststeht.

Dem Bericht zufolge könnte der M2 noch mindestens einige Jahre mit Handschaltung angeboten werden. Das ist ein begrenzter Ausblick. Wer ein manuelles M-Auto kaufen möchte, muss Modelljahr, Markt und konkrete Ausstattung prüfen.

Warum 48 Volt die Aufgabe verändert

Ein konventioneller Sportwagen mit Handschaltung besteht aus Verbrennungsmotor, Kupplung, Getriebe, Differenzial und Antriebsachse. Ein Mild-Hybrid-System mit 48 Volt ergänzt Elektromotor, Batterie, Leistungselektronik, Kabel und Steuerung. Dadurch wird ein manuelles Getriebe nicht automatisch unmöglich, aber Einbau, Kühlung, Gewichtsverteilung und Drehmomentregelung ändern sich.

Beim S58-Reihensechszylinder mit zwei Turboladern ist die Belastung besonders hoch. Motor1 schreibt, dass das derzeitige manuelle Getriebe das volle Drehmoment der stärksten Motorabstimmungen nicht aufnehmen kann. Deshalb werden M3 und M4 Competition mit Automatik angeboten, während die schwächeren heckgetriebenen Varianten weiterhin handgeschaltet erhältlich sind.

Ein Elektromotor stellt Drehmoment sofort bereit. Die Software muss diese Kraft mit Kupplung, Schaltzeitpunkt des Fahrers und den mechanischen Grenzen des Getriebes koordinieren. Eine menschliche Schaltung ist weniger vorhersehbar als eine automatische. BMW kann Drehmoment begrenzen oder elektronische Schutzfunktionen einsetzen, muss dabei aber das erwartete M-Fahrgefühl erhalten.

Ein neues Getriebe müsste außerdem Starts, Rennstreckeneinsatz, Hitze, Geräusch, Emissionen und Dauerhaltbarkeit bewältigen. Es müsste neben die Hybridtechnik passen und sich bei kleinen Stückzahlen wirtschaftlich rechtfertigen lassen.

Der M2 zeigt die Nachfrage

BMW M bestätigt auf seiner offiziellen M2-Seite, dass der heckgetriebene M2 mit einem manuellen Sechsganggetriebe bestellt werden kann. BMW nennt für diese Konfiguration 4,2 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Die Automatik ist schneller, doch der Handschaltungs-Käufer sucht Kontrolle und Interaktion, nicht nur Beschleunigungswerte.

Der Fahrer bestimmt den Schaltzeitpunkt und kontrolliert die Kupplung. Der Gear Shift Assistant kann beim Zurückschalten die Motordrehzahl anpassen und im M-Setup deaktiviert werden. Er erleichtert den Vorgang, ersetzt aber nicht die Entscheidung des Fahrers.

Die Quote muss mit dem absoluten Volumen betrachtet werden. Der M2 ist ein Nischenmodell. Eine Hälfte der Verkäufe in einem Land kann weltweit eine relativ kleine Zahl bedeuten. Entwicklung, Erprobung und Zulassung eines neuen Getriebes kosten trotzdem viel, während immer weniger Zulieferer Handschaltungen für kleine Serien anbieten.

Sondermodelle bleiben manuell

BMW M hat für Nordamerika den M3 CS Handschalter 2027 angekündigt. Das limitierte Modell besitzt Hinterradantrieb, einen 473 PS starken Reihensechszylinder und ausschließlich ein manuelles Sechsganggetriebe. BMW nennt es den ersten M3 CS mit Handschaltung und plant nur eine sehr begrenzte Produktion.

Auch die M2 Turbo Design Edition wurde als limitierte US-Version ausschließlich mit Handschaltung vorgestellt. Diese Fahrzeuge zeigen, dass BMW die Technik noch rechtfertigen kann, wenn Preis, Markt, Stückzahl und Exklusivität die Investition tragen.

Sie garantieren aber keine Handschaltung für den nächsten M3, M4 oder M2. Ein Sondermodell kann Entwicklungskosten über Preis und Stückzahl abdecken. Ein reguläres Modell muss zusätzlich Effizienz, Emissionen, Sicherheit, Geräusch und Gewinnziele erfüllen.

Die nächste Generation

Branchenberichte erwarten für den nächsten M3 einen Reihensechszylinder mit Mild-Hybrid-Unterstützung. BMW hat jedoch nicht alle technischen Einzelheiten bestätigt. Es gibt weder eine offizielle Bestätigung für eine ausschließlich automatische Ausführung noch eine Garantie für das manuelle Getriebe. Elektrifizierung, hohes Drehmoment und Allradanforderungen machen die Handschaltung in den stärksten Varianten dennoch schwieriger.

BMW M entwickelt parallel vollelektrische Performance-Fahrzeuge. Der Hersteller spricht von Ansprechverhalten, Klang und simulierten Schaltvorgängen, die den M-Charakter erhalten sollen. Eine Software-Simulation ist kein mechanisches Handschaltgetriebe. Sie kann bestimmte Rückmeldungen nachbilden, stellt aber nicht dieselbe Verbindung zwischen Kupplung, Motor und Rädern her.

Van Meels Aussage beschreibt daher einen Übergang. Die Nachfrage nach dem manuellen M2 ist real, und BMW bringt weiterhin Sondermodelle mit Handschaltung. Eine Garantie für drei Pedale in jeder neuen Generation gibt es jedoch nicht. Interessenten sollten die konkrete Konfiguration und Marktzulassung prüfen.

Auch die Verfügbarkeit kann von Land zu Land unterschiedlich sein. Eine in Nordamerika angekündigte Sonderedition ist kein Beleg für eine europäische Markteinführung. Für deutsche oder rumänische Kunden zählen deshalb die offiziellen Preislisten, die lokale Homologation und die bestätigten Bestellfenster von BMW.

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