Fiat hat auf dem Pariser Autosalon den Grizzly und den Grizzly Fastback erstmals in Europa gezeigt. Die beiden neuen Familienfahrzeuge erweitern das Programm oberhalb des Grande Panda. Sie basieren auf einer gemeinsamen globalen Plattform und verfolgen dasselbe praktische Ziel, unterscheiden sich aber bei der Karosserie. Der Grizzly ist ein aufrechter SUV, während der Fastback eine stärker abfallende Dachlinie und einen dynamischeren Auftritt besitzt.

Offizielles FIAT/Stellantis-Pressebild: die beiden Karosserievarianten in Paris.
Zwei Formen für denselben Familieneinsatz
Fiat nennt für beide Fahrzeuge eine Länge von weniger als 4,5 Metern und insgesamt 3,5 m³ Innenraum. Dabei handelt es sich um die Raumangabe des Herstellers und nicht um eine übliche Kofferraumangabe. Der Grizzly bietet 545 Liter Gepäckraum, der Grizzly Fastback 608 Liter. Fiat bezeichnet den Fastback als geräumigstes Fahrzeug seiner Klasse unter den Modellen mit weniger als 4,5 Metern Länge. Diese Aussage muss später mit den homologierten Daten und unabhängigen Messungen verglichen werden.
Der Grizzly ist laut der im Juli veröffentlichten Fiat-Information 4,4 Meter lang, der Fastback erreicht 4,5 Meter. Die höhere Karosserie des SUV soll die Kopffreiheit und die Alltagstauglichkeit verbessern. Der Fastback wirkt eleganter, soll aber beim Gepäck keinen großen Kompromiss darstellen. Die offiziellen Bilder zeigen eine breite LED-Lichtsignatur, das FIAT-Logo in der Mitte und breite Rückleuchten.
Der Innenraum

Offizielles FIAT/Stellantis-Pressebild: Zentraldisplay und Mittelkonsole.
Die Pressebilder zeigen ein zentrales Touchdisplay, ein digitales Kombiinstrument und eine Mittelkonsole mit Ablagen. Fiat spricht von sorgfältig gestalteten Innenräumen, Liebe zum Detail und Technologien, die den Alltag vereinfachen sollen. Daraus folgt nicht, dass jedes Detail der ausgestellten Fahrzeuge in jeder Ausstattung serienmäßig sein wird.
In Paris stehen beide Modelle in der Ausstattung La Prima mit einem Mildhybrid-Antrieb und 145 PS. Das ist die ausgestellte Konfiguration und nicht zwingend die einzige Leistung der Baureihe. Fiat hat Benzin-, Hybrid- und vollelektrische Antriebe angekündigt. Je nach Region sollen manuelle und automatische Getriebe verfügbar sein. Angaben zu Batteriegrößen, WLTP-Reichweite und Ladeleistung des Elektroautos fehlen noch.
Für Familien werden der Zugang zu den Rücksitzen, die Übersichtlichkeit und die Form des Gepäckraums entscheidend sein. Der Grizzly richtet sich eher an Käufer, die einen klassischen, aufrechten SUV suchen. Der Fastback spricht Kunden an, die eine auffälligere Silhouette wünschen und trotzdem vom angekündigten 608-Liter-Kofferraum profitieren wollen.
Benzin, Hybrid und Elektro
Die breite Antriebspalette soll unterschiedliche Nutzungsprofile abdecken. Der Benziner bietet eine vertraute Betankung und eignet sich für lange Strecken ohne Ladeplanung. Ein Mildhybridsystem kann beim Verzögern Energie zurückgewinnen und unter passenden Bedingungen die Effizienz verbessern. Die Elektroversion ist vor allem für Kunden interessant, die zu Hause oder am Arbeitsplatz laden können. Fiat hat die wichtigsten technischen Daten der Batterieversion noch nicht vollständig veröffentlicht.

Offizielles FIAT/Stellantis-Pressebild: Seitenprofil und Heck der Grizzly-Familie.
Vor einer Kaufentscheidung müssen Batterie, Ladeleistung, zertifizierte Reichweite, Garantie und Preis bekannt sein. Aus der bloßen Ankündigung eines Elektroantriebs lassen sich diese Werte nicht ableiten. Auch die endgültigen Kombinationen aus Motor, Getriebe und Ausstattung wurden noch nicht für alle Märkte genannt.
Bestellungen und Preisziel
Die jüngste Fiat-Mitteilung zum Pariser Autosalon nennt einen Bestellstart Anfang 2027. Die ersten Fahrzeuge sollen im Sommer im Vereinigten Königreich eintreffen. Eine offizielle spanische Mitteilung nennt den 5. Januar 2027 für den europäischen Bestellstart und erwartet, dass die Antriebe von Beginn an verfügbar sind. Das bestätigt noch keinen Verkaufsstart in Deutschland oder in anderen Ländern.
In demselben spanischen Material nennt Fiat ein Preisziel von ungefähr 20.000 Euro für den Einstieg. Das ist ein Ziel des Herstellers und kein endgültiger Listenpreis. Der tatsächliche Betrag hängt von Mehrwertsteuer, Ausstattung, Antrieb, Transport und der Preispolitik des Importeurs ab.
Grizzly und Grizzly Fastback sind Fiats Rückkehr zu größeren Familienfahrzeugen. Der Grizzly setzt auf eine aufrechte, leicht nutzbare SUV-Form; der Fastback verbindet eine markantere Linie mit einem angekündigten 608-Liter-Gepäckraum. Die Premiere in Paris bestätigt das Konzept und die Antriebsstrategie. Preise, Homologation, Elektro-Reichweite und der lokale Zeitplan werden jedoch bestimmen, wie überzeugend die beiden Modelle gegen etablierte Familien-SUVs antreten können. Diese Angaben fehlen derzeit noch.
Für den deutschen Markt sind deshalb noch mehrere Fragen offen. Fiat muss die genaue Serienausstattung, die Motor- und Getriebekombinationen, die Garantiebedingungen sowie die Lieferzeiten nennen. Beim Elektro-Grizzly werden außerdem der nutzbare Batterieinhalt, die Ladezeit und das Verhalten bei niedrigen Temperaturen wichtige Kaufkriterien sein. Beim Hybrid zählen dagegen der reale Verbrauch im Stadtverkehr, die Wartungskosten und der Preisabstand zum Benziner. Die Bilder aus der offiziellen Pressegalerie zeigen die grundsätzliche Gestaltung, ersetzen aber keine vollständige deutsche Preisliste. Erst wenn diese Daten veröffentlicht sind, lässt sich der Grizzly fair mit dem Grande Panda, kompakten Familien-SUVs und größeren Fastback-Modellen vergleichen.



