Bild: Motor1 / Ford. Aufnahme aus dem Ausgangsartikel, auf ausdrücklichen Wunsch der Redaktion verwendet.

Ford Mustang GT3 bringt die Geschichte von Sweepstakes zurück auf die Rennstrecke

Ford nutzt zwei aktuelle Mustang GT3, um eine 125 Jahre alte Geschichte zu erzählen. Die Rennwagen treten mit einer Sonderlackierung an, die von Sweepstakes inspiriert ist, dem Zweisitzer, mit dem Henry Ford 1901 ein Rennen gewann. Das Design ist für die Fahrzeuge mit den Startnummern 64 und 65 beim Petit Le Mans vorgesehen. Die technische GT3-Auslegung bleibt dabei unverändert. Es handelt sich um eine historische Interpretation für ein modernes Langstreckenprogramm.

Das Rennen von 1901

Henry Ford fuhr Sweepstakes am 10. Oktober 1901 bei einem 10-Meilen-Rennen in Grosse Pointe, Michigan. Er besiegte Alexander Winton, der damals als Hersteller und Rennfahrer bekannt war. Ford nutzte den Erfolg später, um Investoren für sein nächstes Industrieprojekt zu gewinnen. Die Ford Motor Company wurde im Juni 1903 gegründet.

Der historische Vergleich braucht eine Einordnung. Sweepstakes war kein Serien-Mustang und entstand in einer völlig anderen technischen Umgebung. Ford gibt die Geschwindigkeit mit ungefähr 60 Meilen pro Stunde an, also rund 97 km/h. Für die damalige Zeit war das beachtlich, doch die Zahl lässt sich nicht direkt mit der Rundenleistung oder Langstreckenfähigkeit eines heutigen GT3-Rennwagens vergleichen.

Eine Lackierung mit konkreten historischen Details

Ford erklärt, dass das Designteam die Farbwelt des ursprünglichen Rennwagens aufgegriffen hat, statt lediglich ein altes Logo auf ein modernes Rennauto zu setzen. Die Grundlage ist schwarz, ergänzt durch bordeauxrote und goldene Grafiken. Das frühe Logo der Ford Motor Company erscheint in Gold. Auf der Motorhaube steht „Racing Since 1901“, weitere Grafiken verweisen auf die Gründung im Jahr 1903.

Auch die Fahrerkombinationen greifen das Thema auf. Sie orientieren sich an dem dreiteiligen Anzug, den Henry Ford beim Rennen mit Sweepstakes getragen haben soll. Diese Elemente verändern weder Aerodynamik noch Motorleistung oder Reifenverhalten. Ihre Aufgabe ist die Erzählung: Ein aktuelles Rennfahrzeug wird sichtbar mit dem ersten wichtigen Kapitel der Ford-Rennsportgeschichte verbunden.

Zwei Fahrzeuge in der GTD-Pro-Klasse

Die beiden Mustang sollen in der GTD-Pro-Klasse beim Motul Petit Le Mans antreten. Das zehnstündige Rennen findet am 3. Oktober auf dem Michelin Raceway Road Atlanta statt. Dennis Olsen und Ben Barker sind für den Mustang mit der Nummer 64 vorgesehen. Christopher Mies und Frédéric Vervisch sollen sich das Fahrzeug mit der Nummer 65 teilen.

Petit Le Mans ist das Saisonfinale der IMSA WeatherTech SportsCar Championship. Bei zehn Rennstunden zählt nicht nur die Qualifying-Runde. Verkehr zwischen den Klassen, Fahrerwechsel, Reifenmanagement, Boxenstrategie und Zuverlässigkeit können die Reihenfolge jederzeit verändern. Eine auffällige Lackierung schafft Wiedererkennung, ersetzt aber weder Tempo noch technische Haltbarkeit.

Der Glow Pony wird erweitert

Der Mustang GT3 besitzt bereits einen beleuchteten Umriss des Mustang-Emblems am hinteren Kotflügel, den Ford „Glow Pony“ nennt. Für Petit Le Mans soll bei den beiden Werksfahrzeugen erstmals das komplette Pferd auf einem Mustang GT3 beleuchtet werden. Im Emblem befindet sich eine schwarz-goldene US-Flagge, die auf das 250-jährige Bestehen der Vereinigten Staaten verweist.

Das ist ein optisches Detail und kein Leistungsupgrade. Ford beschreibt es nicht als Änderung an Motor, Fahrwerk, Aerodynamik oder Homologation. Bei Nacht macht es die Fahrzeuge jedoch sofort erkennbar und ergänzt die Verbindung zwischen dem Rennen von 1901 und der heutigen Teamidentität.

Die technische Basis des Mustang GT3

Ford stellte den Mustang GT3 2023 in Le Mans vor. Der Rennwagen basiert auf der Mustang-Familie der siebten Generation und ist technisch sowie optisch mit dem Dark Horse verbunden. Ab 2024 nahm er an FIA-GT3-Wettbewerben teil. Ford Performance entwickelte das Programm zusammen mit Multimatic und M-Sport. Die offizielle Beschreibung nennt einen 5,4-Liter-Coyote-V8 ohne Aufladung, ein spezielles Fahrwerk, ein hinten angeordnetes Transaxle-Getriebe, Karosserieteile aus Kohlefaser und ein eigenes Aerodynamikpaket.

Ford Racing nennt eine Ziel-Leistung von 550 PS und ein manuelles Sechsgang-Transaxle-Getriebe an der Hinterachse. Der Hersteller weist darauf hin, dass es sich um Vorserienziele handelt und sich Angaben ändern können. Außerdem nutzt der GT3-Sport das Balance of Performance, damit unterschiedliche Fahrzeuge in einem vergleichbaren Leistungsfenster bleiben. IMSA beschreibt GT3-Fahrzeuge typischerweise mit etwa 500 bis 600 PS und 1.200 bis 1.300 kg sowie Traktionskontrolle und ABS, jeweils abhängig vom Reglement.

Ein Programm über die einzelne Veranstaltung hinaus

Die Sweepstakes-Lackierung gehört zum Auftritt beim Petit Le Mans, doch der Mustang GT3 ist kein reines Jubiläumsprojekt. Das Fahrzeug fährt in der IMSA und in der Langstrecken-Weltmeisterschaft. Das Le-Mans-Programm stellte außerdem eine Verbindung zwischen dem modernen GT3 und der gesamten Rennsportgeschichte des Mustang her. Ford hat angekündigt, dieselbe GTD-Pro-Besetzung auch in der Saison 2027 fortzuführen.

Das garantiert keinen Erfolg in Road Atlanta und bedeutet nicht, dass die historische Lackierung dauerhaft bleibt. Es zeigt aber, dass Ford den Werks-Mustang GT3 als langfristiges Sportwagenprogramm betrachtet und nicht nur als einmaligen Auftritt.

Warum der Rückblick interessant ist

Die beiden Rennwagen bringen zwei sehr unterschiedliche Epochen zusammen. Sweepstakes war ein einfacher Rennwagen, dessen kurzer Wettbewerb Henry Ford half, finanzielle Unterstützung zu gewinnen. Der Mustang GT3 ist ein hoch entwickeltes Langstreckenfahrzeug, das zehn Stunden lang mit mehreren Klassen auf einer Strecke auskommen muss. Die Verbindung ist deshalb keine direkte technische Entwicklungslinie, sondern eine Verbindung über den Zweck: Ford nutzt den Rennsport, um Können zu zeigen und die eigene Identität zu erklären.

Das Projekt wird auf zwei Ebenen bewertet werden: Erzählt die Lackierung verständlich von 1901, und wie schlagen sich die beiden Mustang im GTD-Pro-Finale? Für ein heutiges GT3-Programm ist diese Kombination aus Geschichte und sportlichem Druck aussagekräftiger als ein altes Logo allein.

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