Jeep hat bestätigt, dass der Renegade bis 2030 in das europäische Modellprogramm zurückkehrt. Die Ankündigung gehört zur Produktstrategie der Marke, ist aber noch kein Datenblatt für ein bestellbares SUV. Jeep nennt bisher weder Motor, Batterie, Leistung, Abmessungen, Preis noch einen genauen Termin für die einzelnen Märkte.

Der neue Renegade soll zwischen Avenger und Compass positioniert werden. Damit tritt er in einem Bereich gegen familienorientierte und preisbewusste SUV wie den Dacia Duster an. Jeep will eine breitere Kundengruppe erreichen und zugleich die robuste Form sowie die Alltagstauglichkeit auf unbefestigten Wegen erhalten.

Was Jeep bestätigt hat

Xavier Peugeot, Leiter der Marke Jeep in Europa, stellte die Roadmap auf der Pariser Automobilmesse vor. Die Mitteilung von Stellantis spricht von einer neuen Renegade-Generation bis 2030. Gemeint ist daher ein neues Produkt und nicht lediglich eine weitere Ausstattung des bisherigen Fahrzeugs.

Der Renegade kam 2014 auf den Markt. Jeep gibt an, dass seitdem mehr als 610.000 Fahrzeuge in Europa verkauft wurden. Diese Zahl erklärt, warum der Name trotz des Produktionsendes der bisherigen Generation in mehreren Märkten weiterhin Teil der europäischen Planung ist.

Bis 2030 soll die europäische Jeep-Palette bis zu sechs Modelle umfassen. Sie sollen mehrere Plattformen und Antriebstechnologien nutzen. Jeep kündigt außerdem eine Allradversion in der Modellpalette an. Ob der neue Renegade in allen Ländern mit Allradantrieb erhältlich sein wird oder ob diese Option einer bestimmten Variante vorbehalten bleibt, ist noch offen.

Die Roadmap umfasst außerdem die Rückkehr von Jeep in das D-SUV-Segment mit dem Recon und einem weiteren Modell für 2028. Beide Fahrzeuge werden größer als der Renegade und gehören nicht in dieselbe Marktposition.

Zwischen Avenger und Compass

Jeep hat die Länge des neuen Renegade noch nicht veröffentlicht. In einem Interview mit Auto Express beschrieben die europäischen Produktverantwortlichen eine Lücke zwischen Avenger und Compass. Der Avenger ist 4,08 Meter lang, der neue Compass etwa 4,55 Meter. Rund 4,3 Meter wären eine journalistische Schätzung für diese Lücke und keine bestätigte Jeep-Angabe.

Diese Position könnte dem Renegade mehr Innenraum als einem kleinen B-SUV geben, ohne die Außenmaße und den Preis eines größeren Kompakt-SUV zu erreichen. Der Dacia Duster ist deshalb ein naheliegender Vergleich. Jeep nennt aber weder Kofferraumvolumen noch Radstand, Beinraum oder Sitzplatzanzahl.

Ein europäischer Preis und ein deutscher Preis sind noch nicht bekannt. In Medien genannte Beträge sind keine offiziellen Jeep-Preise. Auch Produktionsstandort und Ausstattungslinien für die einzelnen Länder wurden noch nicht veröffentlicht.

Robustes Design und bessere Effizienz

Die nächste Generation soll eine kantige Karosserie, eine erhöhte Sitzposition und den Jeep-Kühlergrill mit sieben Schlitzen behalten. Daniele Calonaci, der europäische Jeep-Designchef, sagte, dass der Renegade nicht einfach die Front anderer Jeep-Modelle kopieren werde. Die Familienmerkmale bleiben erhalten, das Fahrzeug soll aber eine eigene Identität bekommen.

Kurze Überhänge und ein vergleichsweise langer Radstand können den Innenraum sowie Böschungs- und Rampenwinkel verbessern. Jeep hat jedoch noch keine Werte für Bodenfreiheit, Wattiefe oder Anhängelast genannt. Der künftige Renegade kann deshalb als robustes SUV beschrieben werden, aber noch nicht als speziell ausgelegtes Geländefahrzeug.

Die Entwickler wollen zudem Schwächen des Vorgängers korrigieren. Jeep hat eine bessere Nutzung des Raums vor dem Fahrer und eine Senkung der CO2-Emissionen angesprochen. Eine hohe Karosserie verbessert Sicht und Kopffreiheit, stellt aber höhere Anforderungen an die Aerodynamik. Das neue Modell muss daher das aufrechte Design mit einem vertretbaren Verbrauch verbinden.

Das Bild in diesem Artikel zeigt einen Renegade MY24 aus dem offiziellen Stellantis-Archiv. Es ist keine Vorschau auf das endgültige Design des Fahrzeugs, das bis 2030 zurückkehren soll.

Antriebe und Innenraum

Jeep beschreibt die europäische Strategie als Multi-Energy-Konzept. Je nach Modell und Markt sind Verbrenner, Hybride, Plug-in-Hybride und Elektrofahrzeuge möglich. Für den Renegade ist noch keine dieser Kombinationen bestätigt. Angaben zu Leistung, Reichweite, Batterie, Ladezeit, Verbrauch und Emissionen fehlen.

Im Innenraum sollen widerstandsfähige Materialien und Ablagemöglichkeiten wichtiger sein als luxuriöse Oberflächen. Das passt zum Wettbewerb mit dem Duster. Gleichzeitig benötigt der neue Jeep moderne digitale Schnittstellen und eine Ausstattung, die im Schauraum überzeugen kann. Jeep hat weder Bildschirmgrößen noch Sicherheitssysteme oder Ausstattungslinien bekannt gegeben.

Die Marke nennt vier Entwicklungsziele: Fähigkeit, Schutz, Vielseitigkeit und Stauraum. Das sind Leitlinien für die Konstruktion und keine gemessenen technischen Eigenschaften. Sie deuten auf ein Familien-SUV für Stadt, Straße und leichte Wege hin, bestätigen aber keine bestimmte Fahrwerks- oder Allradtechnik.

Die offenen Fragen

Bestätigt ist, dass der Jeep Renegade bis 2030 nach Europa zurückkehrt, zwischen Avenger und Compass steht und Teil eines Programms mit mehreren Plattformen und Antrieben wird. Für einen belastbaren Vergleich mit dem Dacia Duster fehlen jedoch Preis, Abmessungen, Motoren, Batterie, Produktionsstandort, Ausstattung, Allradverfügbarkeit und Bestelltermine.

Der Renegade ist damit zunächst ein bestätigtes Produkt der Jeep-Strategie und kein Fahrzeug im Konfigurator. Der Duster lässt sich heute anhand offizieller Preise und Daten vergleichen; beim neuen Jeep müssen weitere Produktinformationen abgewartet werden.

Bild: Stellantis Media, Jeep Renegade MY24. Offizielles Foto des aktuellen Modells, nicht des bestätigten Designs der neuen Generation.

Quellen