Bild: Calreyn88/Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0. Lokal in WebP konvertiert; zu sehen ist ein EQE, keine offizielle Rückzugsmitteilung.
Mercedes-Benz streicht mehrere Modelle und Varianten aus seinem Angebot in den Vereinigten Staaten für das Modelljahr 2027. Ein Unternehmenssprecher bestätigte gegenüber Car and Driver, dass die Mercedes-Benz EQE Limousine, die Mercedes-AMG EQE Limousine, der Mercedes-AMG S 63 E Performance und der Mercedes-Maybach EQS 680 SUV nicht mehr zum US-Angebot für 2027 gehören werden.
Damit verschwinden nicht alle Fahrzeuge mit dem Namen EQS. Mercedes-Benz hat einen EQS für das US-Modelljahr 2027 offiziell angekündigt, die Auslieferung an US-Händler soll in der zweiten Hälfte des Jahres 2026 beginnen. Auch der reguläre EQS SUV bleibt in den US-Informationen zur Modellpalette enthalten. Es geht somit um den Rückzug einzelner Modelle und Varianten, nicht um das Ende aller elektrischen Luxusmodelle.
Diese Fahrzeuge entfallen
Auf der bestätigten Liste stehen zunächst die EQE Limousine und ihre AMG-Version. Der EQE wurde als elektrische Limousine der gehobenen Geschäftsklasse positioniert, mit einer ähnlichen Marktrolle wie die E-Klasse, aber auf der speziellen Elektroarchitektur EVA2. Mercedes bietet auch EQE- und EQS-SUVs an; die Aussage zum Modelljahr 2027 bezieht sich ausdrücklich auf die EQE Limousine und den AMG EQE Sedan.
Der AMG S 63 E Performance gehört technisch zu einer anderen Gruppe. Er ist ein leistungsstarker Plug-in-Hybrid auf Basis der S-Klasse und kein batterieelektrisches Fahrzeug. Dass er zusammen mit EQ-Modellen aus dem Angebot genommen wird, zeigt, dass die Anpassung nicht ausschließlich Elektroautos betrifft. Auch eine besonders starke und teure Variante der S-Class-Familie ist betroffen.
Das vierte Fahrzeug ist der Mercedes-Maybach EQS 680 SUV. Er verbindet die Maybach-Marke mit einem elektrischen Antrieb und steht an der Spitze der Mercedes-SUV-Palette. Die bestätigte Entscheidung gilt für die USA und das Modelljahr 2027. Daraus folgt nicht automatisch ein gleichzeitiger Rückzug in Europa oder auf allen anderen Märkten.
Der normale EQS bleibt erhalten
Mercedes-Benz USA hat einen EQS 2027 mit einer vom Hersteller genannten WLTP-Reichweite von bis zu 925 Kilometern vorgestellt. Außerdem werden DC-Ladeleistungen bis 350 kW und bis zu 320 Kilometer zusätzliche WLTP-Reichweite in ungefähr 10 Minuten unter den genannten Bedingungen angegeben. Das sind offizielle Mercedes-Werte und keine Messungen von Carboratory.
Mercedes erklärt, der EQS 2027 werde in der zweiten Hälfte des Jahres 2026 bei US-Händlern eintreffen. Mercedes-Benz USA führt außerdem einen EQS 450 4MATIC Sedan für das Modelljahr 2026 und nennt EQS-SUV-Varianten in der Modellübersicht. Der Wegfall des Maybach EQS 680 SUV darf daher nicht als Ende der gesamten EQS-Familie beschrieben werden.
Die Unterscheidung ist für Käufer und Besitzer relevant. Ein Modell, das aus dem nächsten Katalog verschwindet, kann über Händlerbestände, bereits produzierte Fahrzeuge und den Gebrauchtwagenmarkt weiter erhältlich sein. Der Katalogeintrag bestimmt nicht automatisch das Ende von Wartung, Garantie oder Ersatzteilversorgung. Diese Punkte hängen von Mercedes’ Vorgaben, dem örtlichen Recht und den Fahrzeugunterlagen ab.
Warum das Modelljahr wichtig ist
In den USA entspricht das Modelljahr nicht immer dem Kalenderjahr. Ein Fahrzeug des Modelljahres 2027 kann vor Januar 2027 angekündigt und ausgeliefert werden. Die EQS-Mitteilung zeigt das: Das Fahrzeug wird als Modell 2027 bezeichnet, soll aber bereits in der zweiten Hälfte von 2026 bei den Händlern stehen.
Die US-Entscheidung lässt sich nicht automatisch auf Europa oder Deutschland übertragen. Preise, Bestellungen, Ausstattung und Verfügbarkeit werden je Markt festgelegt. Deutsche Kunden sollten das Angebot von Mercedes-Benz Deutschland und dem örtlichen Handel prüfen, statt eine US-Modellliste als europäische Entscheidung zu behandeln.
Eine neu geordnete Elektro-Palette
Mercedes-Benz arbeitet mit mehreren elektrischen Architekturen und Produktgenerationen. Auf den Technikseiten des Konzerns werden EQE und EQS als große Elektrofahrzeuge des speziellen Elektroprogramms beschrieben. Der elektrische CLA und der kommende elektrische GLA gehören dagegen zu einer neueren Phase der Produktpalette.
Der Rückzug einzelner Fahrzeuge beweist für sich genommen nicht, dass Mercedes Elektroautos aufgibt. Er zeigt, dass die Marke für einen bestimmten Markt und ein bestimmtes Modelljahr auswählt, welche Modelle und Varianten im Programm bleiben. In den geprüften Quellen veröffentlicht Mercedes keine vollständige, modellgenaue Begründung der geschäftlichen Entscheidung. Vermutungen über Absatz oder Gewinn dürfen deshalb nicht als bestätigte Unternehmensangaben formuliert werden.
Beim EQE Sedan kann die Entscheidung mit neueren elektrischen Produkten und einer veränderten Hierarchie der Modellpalette zusammenhängen. Mercedes hat aber keinen direkten Nachfolger, keinen Namen und keinen Einführungstermin bestätigt. Diese Informationen sind weiterhin offen.
Was deutsche Käufer wissen sollten
Ein EQE, AMG EQE, AMG S 63 E Performance oder Maybach EQS 680, der bereits in Deutschland zugelassen ist, verliert durch diese US-Entscheidung nicht automatisch seine Unterstützung. Die bestätigte Information betrifft die Vereinigten Staaten und das Modelljahr 2027. Garantie, Wartung, Software-Updates und Ersatzteile sollten anhand der Bedingungen von Mercedes-Benz Deutschland und der Fahrzeugunterlagen geprüft werden.
Ein Modell, das aus dem Katalog verschwindet, kann weiterhin aus Lagerbestand oder auf dem Gebrauchtwagenmarkt verkauft werden. Der künftige Restwert lässt sich nicht allein aus dieser Nachricht ableiten. Laufleistung, Zustand, Ausstattung, Batteriezustand, Wartungshistorie, lokale Nachfrage und mögliche Nachfolger werden jeweils eine Rolle spielen.



