Die Dacia-Fabrik in Mioveni und das Ford-Otosan-Werk in Craiova haben in den ersten neun Monaten 2026 insgesamt 355.715 Pkw gebaut. Das geht aus den Zahlen des rumänischen Automobilherstellerverbands ACAROM hervor. Gegenüber den ersten neun Monaten 2025, in denen 399.199 Fahrzeuge produziert wurden, entspricht das einem Rückgang von 10,9 Prozent. Die Differenz beträgt 43.484 Autos.

Dacia verlor mehr Volumen

In Mioveni wurden von Januar bis September 2026 insgesamt 182.558 Autos gebaut. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 214.521 Fahrzeuge. Die Produktion sank damit um 31.963 Autos oder 14,9 Prozent.

Ford Otosan produzierte in Craiova 173.157 Autos. In den ersten neun Monaten 2025 waren es 184.678. Der Rückgang lag bei 11.521 Fahrzeugen beziehungsweise 6,2 Prozent.

Der Abstand zwischen den Werken verringerte sich damit auf 9.401 Autos zugunsten von Dacia. Ein Jahr zuvor hatte Mioveni noch 29.843 Fahrzeuge mehr produziert. Das Ergebnis bedeutet nicht, dass Ford Otosan Dacia im Neunmonatszeitraum überholt hat. Es zeigt, dass die beiden Standorte unterschiedlich stark zurückgingen.

Werk Jan.–Sep. 2025 Jan.–Sep. 2026 Veränderung
Dacia Mioveni 214.521 182.558 -14,9 %
Ford Otosan Craiova 184.678 173.157 -6,2 %
Rumänien gesamt 399.199 355.715 -10,9 %

Beide Werke bauten im September weniger

Im September 2026 wurden in Rumänien 45.776 Pkw produziert. Im September 2025 waren es 52.399 Fahrzeuge. Der Monatsrückgang betrug 6.623 Autos oder 12,6 Prozent.

Mioveni fertigte 23.355 Autos, verglichen mit 29.031 im September des Vorjahres. Dacias Monatsproduktion sank damit um 5.676 Fahrzeuge, also 19,6 Prozent.

Craiova kam auf 22.421 Autos, während im September 2025 noch 23.368 Fahrzeuge gebaut wurden. Der Rückgang bei Ford Otosan betrug 947 Autos oder ungefähr 4,1 Prozent.

Im letzten betrachteten Monat lagen die Werke damit nur 934 Fahrzeuge auseinander. Im September 2025 hatte der Abstand noch 5.663 Autos betragen. Auf die ersten neun Monate gerechnet liegt Dacia mit 9.401 Fahrzeugen weiterhin vorn.

Welche Modelle mit den Werken verbunden sind

Die offiziellen Dacia-Unterlagen führen Duster und Bigster als zentrale Modelle des aktuellen Programms. Beide Baureihen werden mit unterschiedlichen Antriebslösungen angeboten, darunter Hybrid- und LPG-Varianten. Mioveni produziert für mehrere Märkte. Die Zahl der dort gebauten Fahrzeuge ist deshalb nicht mit den Dacia-Zulassungen in Rumänien gleichzusetzen.

Ford Otosan fertigt in Craiova den Ford Puma und die Courier-Familie. Ford hat in einer offiziellen Mitteilung bestätigt, dass der elektrische Puma Gen-E in Rumänien gebaut wird. Die elektrischen Antriebseinheiten kommen aus dem britischen Werk Halewood. In der Gesamtzahl des Werks stecken daher Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor, elektrifizierte Modelle und eine batterieelektrische Variante. Die ACAROM-Statistik teilt die Produktion nicht nach Modell oder Antrieb auf.

Diese Einschränkung ist für die Interpretation wichtig. Ein geringeres Werksergebnis beweist nicht, dass die Nachfrage nach einem einzelnen Modell gesunken ist. Auch der Mix der Versionen, ein anderer Produktionskalender, eine Umstellung der Linien oder die Exportnachfrage können das Ergebnis beeinflussen. Für eine Modellanalyse wären getrennte Daten zu Produktion, Auslieferungen und Bestellungen nötig.

Der Rückgang ist stärker als 2025

In den ersten neun Monaten 2025 war die rumänische Pkw-Produktion um 2,2 Prozent gesunken, von 408.176 Autos im entsprechenden Zeitraum 2024 auf 399.199. Der Rückgang von 10,9 Prozent im Zeitraum Januar bis September 2026 fällt deutlich größer aus.

Die ACAROM-Zahl bezieht sich auf identische Neunmonatszeiträume. 355.715 ist nicht die Gesamtproduktion des Kalenderjahres 2025 und nicht die Zahl aller in Rumänien gefertigten Autokomponenten. Ebenso handelt es sich nicht um die Pkw-Zulassungen auf dem rumänischen Markt. Ein in Mioveni oder Craiova gebautes Auto kann exportiert werden, während ein in Rumänien zugelassenes Auto aus einem anderen Land stammen kann.

Produktion und Zulassungen messen daher unterschiedliche Dinge. Aus dem Rückgang der nationalen Fertigung lässt sich kein gleich großer Rückgang der Verkäufe in Rumänien ableiten. Beide Werke hängen auch von den Bestellungen aus anderen europäischen Märkten und von der internationalen Modellverteilung ab.

Zwei Werke mit ähnlichem Anteil

Dacia steuerte rund 51,3 Prozent der in den ersten neun Monaten gebauten Autos bei. Auf Ford Otosan entfielen rund 48,7 Prozent. Das sind Anteile am physischen Produktionsvolumen und keine Marktanteile der beiden Marken. Die Modelle, Kunden und Produktionskalender unterscheiden sich.

Für Zulieferer und Logistikunternehmen ist die Zahl der gebauten Fahrzeuge ein Hinweis auf die Auslastung der Linien. Sie beschreibt aber nicht allein den wirtschaftlichen Wert der Produktion. Ausstattungen und Komponenteninhalt können sich zwischen Fahrzeugen unterscheiden. Die überprüfbare Schlussfolgerung lautet deshalb: Rumänien baute im ersten Dreivierteljahr 2026 weniger Pkw als im gleichen Zeitraum 2025, Dacias Rückgang war stärker als der von Ford Otosan und der Abstand zwischen den beiden Werken schrumpfte.

Quellen