smart hat den neuen smart #2 auf dem Pariser Autosalon 2026 als elektrischen Zweisitzer vorgestellt. Das Fahrzeug ist 2.746 mm lang, wird über die Hinterräder angetrieben und soll zwischen Bordsteinen einen Wendekreis von 6,95 Metern haben. Die aktuelle Herstellerangabe nennt einen 60 kW starken Heckmotor, eine 35,8 kWh große LFP-Batterie und eine vorläufige WLTP-Reichweite von 290 Kilometern.

Der smart #2 in der Seitenansicht

Seitenansicht des smart #2. Foto: smart / Motor1.com.

Die Premiere findet 30 Jahre nach der Vorstellung des ersten zweisitzigen smart-Konzepts in Paris statt. Für den neuen #2 wurde eine eigene Elektroarchitektur entwickelt. Die Electric Compact Architecture, kurz ECA, soll Antrieb, Batterie und Sicherheitsstruktur in einer sehr kurzen Karosserie unterbringen. Gleichzeitig bleiben die Räder weit außen an den Ecken, wie es für den fortwo typisch war.

Kurze Karosserie, klarer Einsatzzweck

Die Länge von 2.746 mm gilt für die Varianten Pure, Pure+ und Premium. Die limitierte Couture Edition kommt auf 2.764 mm. In engen Straßen und kleinen Parklücken können solche Maße den Alltag beeinflussen. Der angegebene Wendekreis von 6,95 Metern zwischen den Bordsteinen soll das Wenden und Einparken erleichtern. Auch mit einem kleinen Wendekreis bleiben Sicht, Abstand und Aufmerksamkeit des Fahrers entscheidend.

smart übernimmt außerdem die geteilte Heckklappe des fortwo. Die Glasscheibe lässt sich unabhängig vom unteren Teil öffnen. Das kann nützlich sein, wenn das Fahrzeug dicht an einer Wand oder an einem anderen Auto steht. Der Hersteller nennt 305 Liter Kofferraumvolumen und bis zu 527 Liter bei ausgenutztem Ladebereich. Die Werte stehen in direktem Zusammenhang mit der Zweisitzer-Konfiguration: Hinter den beiden Insassen gibt es Stauraum, aber keine zweite Sitzreihe.

Der Elektromotor sitzt im Heck und liefert 60 kW sowie 130 Nm an die Hinterräder. Die Kraftübertragung erfolgt über ein einstufiges Getriebe. Das angegebene Gewicht beträgt 1.140 kg. smart hebt außerdem eine Fünflenker-Hinterachse hervor, die nach Angaben des Unternehmens in dieser Klasse eine Besonderheit ist. Die Batterie liegt im Fahrzeugboden und senkt den Schwerpunkt. Diese Angaben stammen vom Hersteller und sind keine von Carboratory selbst ermittelten Messwerte.

Die Gestaltung verbindet eine Zweifarblackierung, rahmenlose Türen und die weit außen stehenden Räder. Der #2 folgt damit einer anderen Logik als ein kleiner Crossover. Seine Karosserie wurde nicht einfach von einem größeren Elektroauto abgeleitet, sondern auf kurze Wege, enge Straßen und zwei Personen zugeschnitten. Das schränkt die Nutzung für Familien ein, kann aber im dichten Stadtverkehr ein Vorteil sein.

Batterie und Ladezeiten

Die 35,8 kWh große Batterie verwendet Lithium-Eisenphosphat-Zellen. smart nennt einen vorläufigen kombinierten Verbrauch von 13,6 kWh/100 km und bis zu 290 Kilometer nach WLTP. Der WLTP-Zyklus ermöglicht den Vergleich zwischen Fahrzeugen, sagt aber nicht voraus, welche Reichweite bei Kälte, auf der Autobahn oder mit Heizung erreicht wird. Temperatur, Geschwindigkeit, Steigung, Beladung und Klimatisierung wirken sich direkt aus.

An einer DC-Schnellladestation kann der #2 mit bis zu 65 kW laden. Für den Bereich von 10 bis 80 Prozent nennt smart unter optimalen Bedingungen 20 Minuten. Wechselstromladen ist mit bis zu 11 kW möglich, sofern die Variante entsprechend ausgerüstet ist. Der Pure hat ein einphasiges 7,4-kW-Ladegerät und benötigt für denselben Bereich ungefähr fünf Stunden. Mit 11 kW werden rund drei Stunden angegeben. Die tatsächliche Zeit hängt unter anderem von Batterietemperatur und verfügbarer Leistung ab.

Vehicle-to-load kann über ein separates Zubehör kompatible Geräte mit Strom versorgen. Die Funktion hängt vom Zubehör, vom Steckertyp und von den lokalen Normen ab. Sie ist deshalb nicht automatisch mit einer vollständigen Notstromversorgung für ein Haus gleichzusetzen.

Der Innenraum des smart #2

Durchgehende Sitzbank und S-förmig aufgebautes Cockpit. Foto: smart / Motor1.com.

Innenraum für zwei Personen

Im Innenraum fällt vor allem die durchgehende Sitzbank auf. smart beschreibt sie als Möglichkeit, die klassische Trennung zwischen Fahrer und Beifahrer optisch aufzulockern und die Breite des kleinen Innenraums besser zu nutzen. Das Cockpit folgt einem S-förmigen Prinzip. Die Mittelkonsole bleibt kompakt, damit der Innenraum offen wirkt.

Zum angekündigten Technikumfang gehören ein 10,1-Zoll-Zentraldisplay und ein 8,8-Zoll-Display vor dem Fahrer. Eine als smart Pillar bezeichnete Halterung im Armaturenbrett kann kleine Zubehörteile aufnehmen. Je nach Ausstattung gibt es ein Glasdach, beheizbare Sitze, Kunstleder, kabelloses Laden, Navigation, Ambientebeleuchtung und ein Sennheiser-System mit sieben Lautsprechern.

Die europäische Baureihe soll aus Pure, Pure+ und Premium bestehen. Hinzu kommt die auf 999 Fahrzeuge begrenzte Couture Edition. Sie kombiniert eine mattweiße Außenfarbe mit einem Platinum-Gold-Dach, 16-Zoll-Lyra-Rädern mit goldenen Details, beheizbaren Sitzen und Lenkrad, Ambientebeleuchtung, Sennheiser-Sound und einer nummerierten Plakette im Innenraum.

Sicherheit und Marktstart

Die Karosserie nutzt die Tridion Cell Evo, die nächste Generation der smart-Sicherheitszelle. Zur angekündigten Fahrerassistenz gehören ein adaptiver Tempomat mit Stop & Go, Spurhalteunterstützung, Totwinkelüberwachung, Querverkehrswarnung hinten, Verkehrszeichenerkennung, Autobahnassistent und Parksensoren mit Rückfahrkamera. smart weist darauf hin, dass die Systeme den Fahrer unterstützen, aber nicht von seiner Verantwortung entbinden.

Für Großbritannien hat smart Vorbestellungen ab Frühjahr 2027 und einen Einstiegspreis von unter 20.000 Pfund angekündigt. Dieser Betrag ist kein deutscher oder allgemeiner Europreis. Im Material zur Weltpremiere nennt smart keinen deutschen Preis und keinen verbindlichen Liefertermin für jeden europäischen Markt. Die Auslieferung soll nach Abschluss der Homologation beginnen; bis dahin können sich technische Daten und Ausstattung noch ändern.

Die Front des neuen smart #2

Frontansicht des elektrischen Zweisitzers. Foto: smart / Motor1.com.

Der smart #2 richtet sich damit an einen klaren Anwendungsfall: tägliche Stadtfahrten mit einer oder zwei Personen, wenig Platz beim Parken und eine relativ kleine Batterie. Er ersetzt weder einen fünfsitzigen Kleinwagen noch ein großes Elektro-SUV für lange Strecken. Entscheidend werden die endgültige Homologation, der Preis in Deutschland und die konkrete Ausstattung beim Marktstart sein.

Quellen