Volkswagen Group lieferte in den ersten neun Monaten 2026 insgesamt 1.378.800 Fahrzeuge in China aus. Das waren 30,2 Prozent weniger als die 1.974.000 Fahrzeuge im gleichen Zeitraum 2025. Der deutsche Konzern reagiert auf den Druck chinesischer Hersteller mit lokal entwickelten Fahrzeugen und einer technischen Partnerschaft mit XPeng, einem auf Elektroautos und Software spezialisierten Unternehmen.
Offizielles Volkswagen-Group-Bild zur technischen Zusammenarbeit mit XPeng.
China belastet das weltweite Ergebnis
Von Januar bis September lieferte Volkswagen Group weltweit 6,011 Millionen Fahrzeuge aus, 9 Prozent weniger als die 6,604 Millionen im Vorjahreszeitraum. Europa konnte den Rückgang teilweise ausgleichen: In Westeuropa stiegen die Auslieferungen um 1,1 Prozent, in Mittel- und Osteuropa um 5,3 Prozent. China verzeichnete unter den wichtigsten Regionen den stärksten Rückgang.
Im dritten Quartal lieferte Volkswagen in China 405.800 Fahrzeuge aus, gegenüber 660.300 im dritten Quartal 2025. Das entspricht einem Minus von 38,5 Prozent. Volkswagen verweist auf den deutlich schwächeren chinesischen Gesamtmarkt und den besonderen Druck auf Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. Die Zahlen betreffen den gesamten Konzern mit seinen Joint Ventures und mehreren Marken, nicht nur Volkswagen Pkw.
China bleibt ein wichtiger Produktions-, Absatz- und Entwicklungsstandort. Der Rückgang bedeutet nicht, dass Volkswagen das Land verlässt. Er zeigt aber, dass die bisherige Stärke bei klassischen Fahrzeugen ohne schnellere digitale und elektrische Produkte nicht mehr ausreicht.
XPeng wächst mit einem anderen Tempo
XPeng meldete für September 2026 insgesamt 41.256 Auslieferungen, 5 Prozent mehr als im August, sowie 118.390 Fahrzeuge im dritten Quartal. Nach Angaben des Unternehmens wurden im September mehr als 10.000 L03 ausgeliefert. XPeng ist beim Gesamtvolumen nicht mit dem Volkswagen-Konzern vergleichbar, zeigt aber den Rhythmus eines Herstellers, der sich auf Elektrofahrzeuge konzentriert.
Im September brachte XPeng den SUV G9L in China auf den Markt und begann mit der Verteilung des Updates XOS 6.3.0. Ende September umfasste das eigene Ladenetz mehr als 4.000 Stationen in über 430 chinesischen Städten. Diese Werte beschreiben XPengs Geschäft und garantieren nicht, dass die gemeinsam entwickelten Volkswagen-Modelle dieselbe Nachfrage erreichen.
Der Grund für die Partnerschaft
Volkswagen und XPeng vereinbarten die Entwicklung von zwei mittelgroßen Elektrofahrzeugen der Marke Volkswagen für China. Als erstes Modell war ein SUV vorgesehen; ursprünglich sollten beide Fahrzeuge 2026 auf die Straße kommen. Volkswagen erwarb außerdem ungefähr 4,99 Prozent der ausgegebenen XPeng-Aktien.
Die Zusammenarbeit verbindet Volkswagens Erfahrung in Fahrzeugentwicklung, Fertigung und Lieferketten mit XPengs Software und Technologien für vernetzte Elektroautos. Beide Unternehmen erklärten, gemeinsame Entwicklung und Beschaffung könnten die Entwicklungszeit um mehr als 30 Prozent verkürzen. In China, wo digitale Funktionen und Updates schnell weiterentwickelt werden, kann der Zeitpunkt einer Markteinführung über den Verkaufserfolg entscheiden.
Die Partnerschaft ist keine Übernahme des China-Geschäfts durch XPeng. Volkswagen gibt auch seine eigene Ingenieurskompetenz nicht auf. Der Ansatz lautet vielmehr: in China für China entwickeln und dabei Fähigkeiten nutzen, die der deutsche Konzern allein nicht schnell genug aufbauen könnte.
Neue lokale Produktoffensive
Volkswagen Group China will 2026 insgesamt 13 neue NEV-Modelle einführen. Dazu gehören Batterieautos, Plug-in-Hybride und Fahrzeuge mit Range Extender. Bis 2029 soll das Angebot auf mehr als 30 Modelle wachsen. Auf der Auto China 2026 zeigte Volkswagen den gemeinsam mit XPeng entwickelten ID. UNYX 09 sowie den ID. AURA T6 auf Basis der lokal entwickelten China Electronic Architecture.
Volkswagen teilte mit, dass die Auslieferungen elektrifizierter Fahrzeuge in China im dritten Quartal ungefähr 30 Prozent über dem Vorjahresquartal lagen. Gleichzeitig gingen die Gesamtauslieferungen um 38,5 Prozent zurück. Ein stärkerer elektrischer Anteil kann daher mit einem insgesamt schrumpfenden Geschäft zusammenfallen.
In den ersten neun Monaten lieferte der Konzern 48.900 batterieelektrische Fahrzeuge in China aus, 42,5 Prozent weniger als im Vorjahr. In Europa stiegen die BEV-Auslieferungen um 12,1 Prozent; rund 40 Prozent des europäischen Auftragseingangs waren vollelektrisch. Der regionale Unterschied erklärt, warum Volkswagen seine China-Produkte stärker lokalisieren muss.
Software wird zum Kaufargument
Chinesische Kunden vergleichen nicht nur Reichweite und Preis. Auch Bedienoberfläche, Over-the-Air-Updates, Fahrerassistenz, Ladeangebote und digitale Dienste spielen eine Rolle. XPeng hat sich um diese Bereiche herum positioniert. Volkswagen will mit der China Electronic Architecture und der Volkswagen Group China Technology Company schneller reagieren.
Der Ansatz hat trotzdem Risiken. Neue Modelle müssen zuverlässig, preislich konkurrenzfähig und über ein funktionierendes Verkaufs- und Ladenetz erreichbar sein. Eine gemeinsame Plattform garantiert keine Nachfrage, und viele Premieren bedeuten noch keine Rückgewinnung von Marktanteilen.
Was die nächsten Zahlen zeigen müssen
Bestätigt sind der Rückgang der Volkswagen-Auslieferungen in China um 30,2 Prozent, XPengs 118.390 Auslieferungen im dritten Quartal und die gemeinsame Entwicklung von Elektrofahrzeugen. Noch nicht bestätigt ist, dass die Partnerschaft den Rückgang umkehrt oder die Profitabilität verbessert.
Entscheidend werden die Auslieferungen der gemeinsamen Modelle, Folgeaufträge, die Nutzung der Software und die finanziellen Ergebnisse sein. Für Volkswagen ist XPeng damit ein Test, ob der Konzern sich an das Tempo eines Marktes anpassen kann, in dem lokale Hersteller immer häufiger die Standards setzen.



