Bei jedem Porsche-SUV geht es nicht nur um Zahlen oder Ausstattung, sondern um Gefühl. Beim neuen Cayenne E-Hybrid 2025 waren die Erwartungen hoch. Unser Testwagen — Cayenne E-Hybrid Coupé in Schwarz metallic, Interieur Leder Schwarz + Mojave Beige, 21-Zoll-RS-Spyder-Felgen, adaptive PASM-Luftfederung, sportliche Sitze, LED-Scheinwerfer — versprach Raffinesse und Alltagstauglichkeit. Listenpreis: 131.658 €.
Wir prüften, ob dieser Premium-Plug-in-Hybrid eine stimmige Erfahrung liefert: Highlights, Enttäuschungen und ob er auf die Liste gehört.
Antrieb: Motor, E-Maschine, Batterie, Getriebe
Im Hybridherz arbeiten ein 3,0-Liter-V6-Turbo-Benziner und eine E-Maschine mit 25,9 kWh Lithium-Ionen-Batterie. Das macht den Cayenne vielseitig für Stadt und Fernfahrt.
Der V6 ist kultiviert und vorhersehbar; im System stehen 463 PS und rund 649 Nm. Das reicht für souveränes, sicheres Verhalten — auch beladen, mit Anhänger oder auf der Autobahn.
Das Drehmoment der E-Maschine geht über das achtstufige Tiptronic S. Im Elektromodus rollt der Cayenne leise — ideal für kurze Strecken. Die 25,9-kWh-Batterie deckt für viele den Alltag.
Mit 11-kW-Bordlader dauert die Vollladung etwa 2,5–2,7 Stunden. Übergänge zwischen elektrisch und Verbrenner sind kaum spürbar.
Am Steuer: Komfort, Federung, Porsche-Charakter
Sofort fallen präzise Lenkung und ruhige, sichere Reaktionen auf. Die adaptive PASM-Luftfederung ist vermutlich die stärkste Karte — sie schluckt Unebenheiten wie in einer großen Limousine.
In Kurven wirkt der schwere SUV nicht träge. Die Lenkung vermittelt Vertrauen. Auf der Autobahn gute Isolation; im E-Modus noch mehr Ruhe.

Interieur: Luxus mit Einschränkungen
Oben wirkt die Kabine edel: Leder, Vier-Zonen-Klima, gute Oberflächen. Unten an Armaturenbrett und Konsole dominieren einfachere Kunststoffe — für über 130.000 € irritierend.
Schwerwiegend auf unserem Wagen: kein Head-up-Display. 2025 bei einem Premium-PHEV-SUV ein Minus gegenüber vielen Rivalen.
Hybrid im Alltag
Leise Starts elektrisch; in der Stadt wenig Motorgeräusch. Auf der Autobahn übernimmt der V6 zuverlässig; 463 PS Systemleistung spürbar beim Überholen. Der E-Antrieb zielt nicht auf aggressiven Schub — eher kontrollierte Limousinen-Eleganz als Sport-PHEV.
Konkurrenz
Gegen BMW X5 xDrive50e, Mercedes GLE 400e und Audi Q7 55 TFSI e quattro: BMW oft homogener innen, häufig mit HUD; Cayenne stärker in Dynamik und Fahrgefühl. Mercedes setzt auf Luxusambiente; Audi Q7 auf Platz und Preis-Leistung. Cayenne behält Porsche-Persönlichkeit.
Für wen?
Sinnvoll bei täglichem Laden, Wunsch nach Komfort und Dynamik und Markenbindung. Kritisch, wer überall Premium-Materialien, serienmäßiges HUD oder aggressiven E-Schub erwartet.

Fazit
Nach einigen hundert Kilometern: gemischt, aber klar positiv — Komfort, Raffinesse, Dynamik, Vielseitigkeit. Luftfederung als Referenz. Aber kein HUD, Kunststoff unten, E-Motor ohne harten Punch.
Der Cayenne E-Hybrid 2025 verdient Aufmerksamkeit, wenn Komfort, Federung, Fahrwerk und Porsche-Image zählen. Er ist nicht perfekt — wer absoluten Luxus oder maximale E-Performance will, sollte Alternativen prüfen.



