In einer Zeit, in der fast jedes neue Modell wie ein SUV wirken will, bringt Kia nach Europa ein niedriges, langes und überraschend geräumiges Auto. Der neue Kia K4 ist keine simple Fortsetzung des alten Ceed. Er ist größer, anspruchsvoller, technischer – und als 180-PS-1.6 T-GDI schnell genug, um aus einem Familienkompakten ein wirklich angenehmes Auto zu machen.

Getestet haben wir die interessanteste Konfiguration: 1,6-Liter-Turbo, 180 PS, Frontantrieb, Sieben-Gang-Doppelkupplungsautomatik. Auf dem Papier verspricht das nahe an einem Hot Hatch von vor einigen Jahren, doch der K4 will kein Sportler sein. Prioritäten sind Komfort, Raum und Technik.

Kia K4 ist nicht nur ein Ceed mit anderem Namen

Man könnte meinen, der K4 ersetze den Ceed direkt. Tatsächlich ist die Lage komplexer. Der K4 bedient dasselbe Segment, ist aber ein globales Modell aus Mexiko – mit anderen Prioritäten als der europäische Kompakte.

Der Unterschied zeigt sich zuerst in den Maßen: 4.440 mm Länge, 1.850 mm Breite, 1.435 mm Höhe, 2.720 mm Radstand. Länger und breiter als ein VW Golf, fußabdrucknah an der Grenze zwischen Kompakt- und Mittelklasse.

Die Front ist flach und breit, das Dach fällt nach hinten ab, vertikale Rückleuchten und Grafik der Kia-EV-Modelle sorgen für eine eigene Silhouette. Mal wirkt er wie ein Hatchback, mal wie ein Shooting Brake.

Das Design folgt Kias „Opposites United“. Nicht jedermanns Sache, aber sicher nicht langweilig. Auf einem grauen SUV-Parkplatz fällt der K4 auf.

Kia K4 1.6 T-GDI 180 PS im Test: der Kompakte, der SUV-Trend meidet

Modernes Interieur – aber nicht komplett knopflos

Das Cockpit gehört zu den stärksten Seiten. 12,3-Zoll-Digitalinstrumente, 12,3-Zoll-Mitteldisplay, separate 5,3-Zoll-Touchzone für die Klimaanlage.

Es erinnert an teurere Kia-EVs, die Ergonomie ist aber oft besser als in rein touchgesteuerten Autos. Wichtige Funktionen bleiben physisch erreichbar.

Infotainment reagiert flott, Grafik ist klar, Apple CarPlay und Android Auto drahtlos verfügbar. Je nach Ausstattung: induktives Laden, elektrischer Fahrersitz, Rundumsicht, Glasdach, Digital Key, Assistenzpakete.

Materialqualität vorn und in Griffnähe ist gut, kein Premium-Niveau, aber solide verarbeitet und reifer als beim alten Ceed. Internationale Tests loben ebenfalls Innenraumqualität, Sitzposition und intuitive Bedienung.

Harte Kunststoffe unten an Armaturenbrett und Türen gibt es weiterhin – nichts Ungewöhnliches in der Klasse.

Platz hinten als Hauptargument

2,72 m Radstand bedeuten viel Kniefreiheit, auch für große Erwachsene; breite Türen erleichtern Kindersitze.

Der Boden ist nicht völlig flach, die Mitte akzeptiert den Tunnel. Für zwei Erwachsene oder zwei Kinder ist die Bank jedoch segmentführend geräumig.

Kopffreiheit leidet etwas unter der fallenden Dachlinie; mit Panoramadach können sehr große Personen knapp werden.

Kofferraum bei 1.6 T-GDI: 438 Liter, bis 1.217 Liter umgeklappt. Stark für einen Hatchback – Referenz bleibt der Skoda Octavia. Mild-Hybrid-1.0-Versionen verlieren Volumen.

Kia K4 1.6 T-GDI 180 PS im Test: der Kompakte, der SUV-Trend meidet

180 PS passen zum K4

In Rumänien startet die Palette mit 115-PS-1.0 T-GDI (auch MHEV, 7DCT). Darüber: 1.6 T-GDI mit 150 oder 180 PS und Automatik.

180 PS passen am besten zu Größe und Charakter. 1.598 cm³, 180 PS, 265 Nm, 0–100 km/h in 8,4 s, Vmax 210 km/h.

Kein Raketenstart, aber genug Reserve zum Überholen. Ab ca. 1.500 rpm ziehkräftig und im Alltag elastisch.

Der 1,6-Liter passt besser zu ~1,5 t Masse und 1,85 m Breite – entspannteres Fahren, weniger Dauer-Vollgas.

7DCT: flott unterwegs, zögerlich im Stop-and-go

Unter Last schaltet das Doppelkupplungsgetriebe zügig, hält bei Vollgas die Drehzahl, Paddle optional.

Im Stadtstop-and-go gibt es kurze Zögerungen – typisch für viele DCT, auch in internationalen Tests genannt.

Sport-Modus schärft Gas und hält Gänge länger, ändert den Komfortcharakter aber nicht grundlegend.

Fahrverhalten

Sitzposition niedriger als im Crossover, aber nicht extrem sportlich. Gute Sitze, viel Lenkradverstellung, ordentliche Sicht nach vorn.

Lenkung leicht in der Stadt, präziser schneller, wenig Feedback. Spurverhalten aber sicher und vorhersehbar.

180-PS-Version mit Multi-Link-Hinterachse: stabil, reifer über Wellen. 1,85 m Breite vermitteln fast Mittelklasse-Gefühl.

Komfortable Filterung normaler Unebenheiten; kurze Schlaglöcher spürbar, besonders auf großen Felgen.

Autobahn: ruhig, windarm, Motor in 7. unauffällig – Refinement ist ein Kernargument.

Verbrauch 1.6 T-GDI 180 PS

WLTP kombiniert ca. 6,9 l/100 km, Tank 47 Liter, Reichweite theoretisch >600 km.

Realistisch etwa:

  • 8–10 l/100 km dichter Stadtverkehr;
  • 5,5–6,5 l/100 km Landstraße;
  • 6,5–7,5 l/100 km Autobahn;
  • 7–8 l/100 km gemischt.

Stil und Stau dominieren; 180 PS und DCT laden zu sportlicheren Phasen ein.

Sicherheit

Notbremsung, Totwinkel, Spurhalte, Querverkehrswarnung, adaptiver Tempomat möglich. Blind-Spot View auf dem Digitalcockpit bei Blinker – praktisch in der Stadt.

Spurassistent teils forsch, physische Tasten erleichtern Einstellungen.

Kia K4 1.6 T-GDI 180 PS im Test: der Kompakte, der SUV-Trend meidet

Preise Rumänien (August 2026)

Liste ab 30.400 € (1.0 Urban, Schaltung); Aktion bis 31.08.2026: 27.400 €.

1.6 T-GDI 7DCT ab:

  • 30.950 € Urban;
  • 32.546 € Comfort Line;
  • 34.376 € GT Line;
  • 34.038 € Comfort Line+;
  • 36.246 € GT Line+.

Preise inkl. MwSt., Kia Rumänien, variabel nach Kurs und Händler.

Über 36.000 € konkurriert GT Line+ mit Octavia, Corolla Hybrid, i30, 308 oder SUV-Aktionen. K4 punktet mit Raum, Ausstattung, 7 Jahre/150.000 km Garantie.

Welche Version?

Stadt und wenig Leistungsbedarf: 1.0 T-GDI denkbar. Rational: 1.6 T-GDI 150 PS Comfort Line (32.546 €, 438-Liter-Kofferraum).

180 PS für Viel-Autobahn, Beladung oder wer schneller fahren will. GT Line zeigt das Design am besten; Spitzenpreise nahe 40.000 € vor Aktionen prüfen.

Kia K4 Vorteile

Der Kia K4 überzeugt mit sehr gutem Platz für hinten sitzende Passagiere, einem modernen Interieur, einem großzügigen Kofferraum auf 1.6-Versionen und einem hohen Komfortniveau auf langen Strecken. Der 180-PS-Motor liefert überzeugende Leistung, und die verlängerte Garantie bleibt ein wichtiges Argument.

Das Design unterscheidet sich von fast jedem anderen Hatchback auf dem Markt, und dass es kein weiterer SUV ist, kann für Fahrer ein Plus sein, die eine niedrigere Sitzposition und stabileres Fahrverhalten bevorzugen.

Kia K4 Nachteile

Gut ausgestattete Versionen sind teuer, und das 7DCT kann bei niedrigen Geschwindigkeiten zögern. Die Lenkung ist präzise, bietet aber wenig Feedback, und das Exterieur-Design wird nicht jeden überzeugen.

Der 1.0 T-GDI wirkt für die Größe des Autos bescheiden, während die 180-PS-Version kein Hybridsystem hat, das den Stadtverbrauch deutlich senken würde.

Urteil: lohnt sich der neue Kia K4?

Der Kia K4 ist nicht der sportlichste, sparsamste oder günstigste Kompakte. Er ist jedoch einer der geräumigsten und bestausgestatteten Benziner im Segment.

Der 180-PS-1.6 T-GDI liefert die Leistungsreserve, die die große Karosserie des K4 braucht. Er ist schnell, ohne aggressiv zu wirken, komfortabel, ohne instabil zu werden, und technisch aufgewertet, ohne den Fahrer zu zwingen, jede Funktion über den Bildschirm zu bedienen.

Bei einem Aktionspreis von grob 34.000–36.000 € für GT-Line-Stufen ist er kein offensichtliches Schnäppchen. Für eine Familie, die keinen SUV will, noch nicht elektrisch fahren möchte und ein geräumiges, modernes Auto mit langer Garantie sucht, gehört der Kia K4 auf die Shortlist.

Rating: 8,2/10

Technische Daten 1.6 T-GDI 180 PS 7DCT

Spezifikation Wert
Motor 1.6 T-GDI Turbo-Benzin
Hubraum 1.598 cm³
Leistung 180 PS
Drehmoment 265 Nm
Getriebe 7DCT
Antrieb Front
0–100 km/h 8,4 s
Vmax 210 km/h
WLTP kombiniert 6,9 l/100 km
Tank 47 l
Länge/Breite/Höhe 4.440 / 1.850 / 1.435 mm
Radstand 2.720 mm
Bodenfreiheit 140 mm
Kofferraum 438–1.217 l
Garantie 7 Jahre / 150.000 km

Häufige Fragen zum Kia K4

Ersetzt der Kia K4 den Kia Ceed?

Der Kia K4 nimmt in Europa eine Position nahe am alten Ceed ein, ist aber kein einfacher direkter Nachfolger. Er ist ein globales Modell, länger, breiter und in Mexiko gebaut, mit einem anderen Ansatz bei Design und Innenraum.

Welche Motoren gibt es für den Kia K4 in Rumänien?

Der Kia K4 wird mit dem 115-PS-1.0 T-GDI, inklusive Mild-Hybrid, sowie mit dem 150- oder 180-PS-1.6 T-GDI angeboten. Die 1.6-Liter-Versionen nutzen das 7DCT-Automatikgetriebe.

Was verbraucht der Kia K4 1.6 T-GDI 180 PS?

Der offizielle kombinierte Verbrauch liegt bei etwa 6,9 l/100 km. Im realen Betrieb sind 7–8 l/100 km bei gemischter Fahrweise eine realistische Schätzung, abhängig von Verkehr und Stil.

Wie groß ist der Kofferraum?

1.6-T-GDI-Versionen haben 438 Liter Kofferraum, bis zu 1.217 Liter mit umgeklappter Rücksitzbank.

Ist der Kia K4 ein gutes Familienauto?

Ja. Große Beinfreiheit hinten, breite Türen, 438-Liter-Kofferraum und moderne Sicherheitssysteme machen den K4 zu einer soliden Wahl für Familien mit ein oder zwei Kindern.

Lohnt sich der 180-PS-Motor?

Der 180-PS-Motor lohnt sich besonders für Fahrer, die oft Autobahn oder Landstraßen nutzen. Er überholt entspannter und passt besser zu den Abmessungen des K4 als die 1.0-Liter-Einheit.