
BMW hat die achte Generation der 3er-Reihe vorgestellt. Die Limousine übernimmt die Designsprache und die digitale Architektur der Neuen Klasse, bleibt aber bei den Antrieben offen. Neben Benzinmodellen mit 48-Volt-Mildhybrid kommt der erste vollständig elektrische 3er als BMW i3 auf den Markt.
Damit wird die 3er-Reihe zu einer gemeinsamen Modellfamilie für mehrere Antriebskonzepte. Karosserie, Bedienkonzept und viele Softwarefunktionen sind verwandt, während Batterie, Elektromotoren und bestimmte Fahrwerkskomponenten je nach Antrieb unterschiedlich ausfallen. BMW hat außerdem eine Plug-in-Hybrid-Version für das kommende Jahr angekündigt, aber noch keine technischen Daten oder einen genauen Termin genannt.
M350 xDrive ist der stärkste Verbrenner
Der BMW M350 xDrive wird von einem 3,0-Liter-Reihensechszylinder angetrieben. Ein kurbelwellengetriebener Starter-Generator ergänzt den Benzinmotor. Für Europa nennt BMW 326 kW beziehungsweise 443 PS. Der Sprint von 0 auf 100 km/h dauert 4,1 Sekunden, die elektronisch begrenzte Höchstgeschwindigkeit liegt bei 250 km/h.
Der M350 kombiniert den Motor mit Allradantrieb und Automatikgetriebe. Er gehört zur M-Performance-Familie und ist nicht als neue M3-Generation einzuordnen. Die schwächeren Modelle erhalten Vierzylinder-Benziner mit aktueller TwinPower-Turbo-Technik. Leistungsdaten und Ausstattung können je nach Markt unterschiedlich sein.
BMW USA nennt für den M350 xDrive 437 hp und 3,9 Sekunden von 0 auf 60 mph. In der globalen und europäischen Mitteilung stehen 443 PS, 4,1 Sekunden und 250 km/h. Die Abweichung hängt mit Marktversion und Messmethode zusammen. Für Deutschland sind die europäischen Angaben maßgeblich.
Drift Moment kommt per Software-Update
Eine neue Funktion des M350 heißt Drift Moment. Nach BMWs Beschreibung kann das System die Kraft an die Hinterräder leiten und die Vorderachse aus der Antriebskraft herausnehmen, um einen kontrollierten Drift zu ermöglichen. Motor1.com bezeichnete das System als werksseitigen Driftmodus. Zum Marktstart wird die Funktion jedoch nicht verfügbar sein.
BMW will Drift Moment im Jahr 2027 über ein Software-Update freischalten. Die ersten ausgelieferten Fahrzeuge dürfen deshalb nicht so beschrieben werden, als hätten sie die Funktion bereits aktiv. BMW hat noch nicht alle Betriebsbedingungen, Geschwindigkeitsgrenzen und länderspezifischen Einschränkungen veröffentlicht.
Die elektronische Funktion ändert nichts an der Verantwortung des Fahrers. Sie ist für abgesperrte Flächen gedacht und keine Erlaubnis für Drifts im öffentlichen Straßenverkehr.
Einheitliches Design für Benziner und Elektroautos
Die neue 3er-Reihe nutzt die Neue-Klasse-Formensprache mit den Proportionen einer sportlichen Limousine. BMW beschreibt eine 2,5-Box-Silhouette, einen langen Radstand, kurze Überhänge und flächenbündige Türgriffe, die beim Entriegeln ausfahren. Nieren und Doppelscheinwerfer bilden an der Front eine gemeinsame Lichtsignatur.
Für M-Performance-Modelle sind gelbe Leuchtelemente möglich. Die Verbrenner werden mit Rädern von 18 bis 20 Zoll angeboten, beim BMW i3 reichen die Größen von 19 bis 21 Zoll. Der M350 erhält einen Heckspoiler, schwarze Exterieurdetails, vier Auspuffendrohre und M-Sportbremsen. Die Pakete M Sport und M Sport Professional hängen von Markt und Ausstattung ab.
BMW will im Verlauf des Jahres 2027 weitere BMW-Individual-Lackierungen anbieten. Die elektrische und die benzinbetriebene 3er-Reihe bleiben damit optisch eng verbunden, obwohl die technischen Unterschiede unter der Karosserie deutlich größer sind.
Panoramic iDrive prägt den Innenraum
Im Innenraum stehen BMW Panoramic iDrive und BMW Operating System X im Mittelpunkt. Das Konzept umfasst BMW Panoramic Vision, ein optionales 3D-Head-Up-Display, ein 17,9 Zoll großes Zentraldisplay und ein Multifunktionslenkrad. Panoramic Vision zeigt relevante Informationen im unteren Bereich der Windschutzscheibe im Sichtfeld des Fahrers.
Die Bedienung kombiniert Touch, haptisches Feedback und Sprache. Der BMW Intelligent Personal Assistant kann in den verfügbaren Märkten durch Amazon-Alexa+-Technik ergänzt werden. BMW Digital Premium bringt zusätzliche Navigations-, Sicherheits- und Entertainmentfunktionen. Der Umfang ist allerdings nicht in jedem Land identisch.
Motor1.com weist darauf hin, dass der neue 3er keinen separaten Beifahrerbildschirm wie einige größere BMW-Modelle erhält. BMW nennt elektrisch verstellbare Sitze mit Memory-Funktion, vier Innenraumwelten, My Modes und optionale Harman-Kardon-Anlagen. Eine Angabe im Pressetext bedeutet nicht automatisch, dass die Ausstattung im Basismodell serienmäßig ist.
BMW i3 40 xDrive und i3 50 xDrive
Der BMW i3 40 xDrive leistet 275 kW beziehungsweise 374 PS und nutzt eine Hochvoltbatterie mit 82,8 kWh. BMW nennt eine maximale WLTP-Reichweite von 710 Kilometern. Der i3 50 xDrive kommt auf 345 kW oder 469 PS, besitzt eine 108,7-kWh-Batterie und erreicht in den deutschen Marktdaten bis zu 912 Kilometer nach WLTP.
Beide Varianten verfügen über einen Elektromotor an jeder Achse, BMW eDrive der sechsten Generation und ein 800-Volt-System. Der i3 50 xDrive kann mit bis zu 400 kW Gleichstrom laden. BMW gibt an, dass unter passenden Bedingungen in zehn Minuten bis zu 423 Kilometer WLTP-Reichweite nachgeladen werden können.
WLTP ist ein standardisierter Testwert und keine feste Reichweite für jede Fahrt. Geschwindigkeit, Außentemperatur, Beladung, Reifen, Räder, Heizung, Klimaanlage und Batteriezustand beeinflussen den tatsächlichen Verbrauch. BMW weist in den technischen Hinweisen ausdrücklich auf diese Faktoren hin.
Für 2027 ist der BMW i3 M60 xDrive angekündigt. Offizielle WLTP-Werte liegen dafür noch nicht vor; BMW beschreibt das Modell im Startmaterial als Prototyp.
Produktion in München und Dingolfing
Der elektrische BMW i3 wird im BMW-Werk München gebaut. Die 3er-Modelle mit Verbrennungsmotor entstehen in Dingolfing. Komponenten für Elektro- und Verbrennungsmotoren kommen unter anderem aus dem BMW-Werk Steyr in Österreich. Die Hochvoltbatterien liefert das neue Werk Irlbach-Straßkirchen in Bayern.
BMW erinnert daran, dass 1975 der erste 3er in München vom Band lief und weltweit inzwischen mehr als 18 Millionen Fahrzeuge verkauft wurden. Ab 2027 soll München ausschließlich vollelektrische Modelle der Neuen Klasse produzieren. Die Fertigung des BMW 320 und des M350 xDrive in Dingolfing soll im November 2026 beginnen.
Für die USA nennt BMW das erste Quartal 2027 als Starttermin. BMW UK spricht allgemein von einer Markteinführung im Jahr 2027. Preise, Ausstattungen und Liefertermine für Deutschland werden mit dem lokalen Konfigurator bestätigt.
US-Preise sind keine deutschen Listenpreise
BMW USA nennt 49.900 Dollar für den 330, 51.900 Dollar für den 330 xDrive, 65.900 Dollar für den M350 xDrive und 61.500 Dollar für den i3 50 xDrive, jeweils vor den Ziel- und Überführungskosten. Diese Werte lassen sich nicht direkt in deutsche Preise umrechnen. Steuern, Ausstattung, Transport und Vertriebspolitik verändern den Endpreis.
BMW hat im globalen Pressetext noch keinen deutschen Listenpreis veröffentlicht. Eine konkrete Euro-Summe vor dem Start des deutschen Konfigurators wäre daher eine Schätzung und keine bestätigte Herstellerangabe.
Fahrerassistenz bleibt SAE Level 2
Alle neuen 3er-Modelle bieten Fahrerassistenzsysteme nach SAE Level 2. BMW erklärt, dass der Motorway Assistant bis Ende 2026 in 21 Ländern freihändiges Fahren bis 130 km/h ermöglichen soll. Der Fahrer muss die Straße weiter beobachten und bleibt für die Fahrt verantwortlich.
Ab 2027 sollen navigationsgeführte, teilautomatisierte Funktionen für den Stadtverkehr folgen. Ihre Freigabe hängt von Homologation, Sensorik, Software und den Vorschriften des jeweiligen Landes ab. Die Neue-Klasse-Technik macht den 3er nicht zu einem autonomen Fahrzeug.
Die neue BMW 3er-Reihe verbindet deshalb mehrere Kaufargumente: einen M-Performance-Sechszylinder, kompaktere Benzinmotoren und zwei elektrische Varianten mit unterschiedlichen Batterien. Gemeinsames Merkmal sind Design und Bedienkonzept. Für deutsche Käufer werden die lokale Preisliste, die Serienausstattung und die beim Bestellstart verfügbaren Softwarefunktionen entscheidend sein.



