Angelelli Automobili entwickelt die Tipo 829 in drei klar getrennten Varianten. Die Terra ist für Rallye-Abschnitte, Bergrennen und schnelle Fahrten auf wechselnden Oberflächen gedacht. Die Strada übernimmt die Rolle eines sportlichen Straßen- und Reisewagens. Die Pista konzentriert sich auf den Einsatz auf der Rennstrecke. Alle drei Projekte haben eine gemeinsame technische Grundlage und sind mit einem V6 von ungefähr 500 PS angekündigt, sollen sich nach dem Willen des Herstellers aber deutlich voneinander unterscheiden.

Sieben Jahre Entwicklungsarbeit

Die offizielle Präsentation von Angelelli trägt das Datum 3. Oktober 2026. Sie ordnet die Tipo 829 in ein Programm ein, das nach Angaben des Unternehmens über sieben Jahre gemeinsam mit dem Ingenieur Nicola Materazzi entwickelt wurde. Angelelli nennt Hintegrale und Effequaranta als frühere Projekte. Damit ist die Tipo 829 derzeit vor allem als Entwicklungsprogramm eines kleinen italienischen Herstellers einzuordnen, nicht als fertig konfiguriertes Großserienmodell.

Auch der Name hat einen historischen Bezug. Tipo 829 war der interne Code der Lancia Stratos HF aus den 1970er-Jahren. Die Stratos gewann drei Hersteller-Titel in Folge in der Rallye-Weltmeisterschaft. Angelelli behauptet jedoch keine direkte technische Fortsetzung der Lancia. Die Verbindung besteht im Projektnamen und in der Rallye-Idee, die besonders bei der Terra sichtbar werden soll.

Angelelli nennt Leichtbau, Einfachheit, Effizienz, Charakter und die Einbindung des Fahrers als wichtige Ziele. Das sind vom Hersteller formulierte Entwicklungsprinzipien, aber keine unabhängig gemessenen Ergebnisse. Die bisher veröffentlichten Informationen zeigen die Richtung des Projekts und die Aufteilung in drei Fahrzeuge. Sie bestätigen noch keine endgültigen Werte für Gewicht, Beschleunigung, Höchstgeschwindigkeit oder Zulassung.

Terra: für wechselnden Grip und unebene Strecken

Die Tipo 829 Terra ist die Variante, zu der Angelelli die meisten technischen Hinweise veröffentlicht hat. Ihr Einsatzgebiet liegt bei Rallye-Etappen, Bergrennen und schnellen Straßen mit gemischtem oder ungleichmäßigem Belag. Die Abstimmung soll also auch dann funktionieren, wenn die Haftung zwischen Asphalt, Schotter und Bodenwellen ständig wechselt.

Dafür nennt der Hersteller eine größere Bodenfreiheit, mehr Federweg, eigene Dämpfereinstellungen und eine spezielle Fahrwerksgeometrie. Diese Maßnahmen sind mehr als ein anderer Fahrmodus. Eine höhere Karosserie schafft Raum für die Radbewegungen über Unebenheiten, verändert aber zugleich die Position des Schwerpunkts. Federung, Dämpfung und Geometrie müssen die zusätzlichen Bewegungen kontrollieren, ohne die Traktion auf losem Untergrund zu verlieren. Auf schnellen Asphaltpassagen entsteht daraus ein anderer Kompromiss als bei einem reinen Straßenfahrzeug.

Angelelli beschreibt zudem eine direkte und zugleich progressive Leistungsabgabe. Zahlen zur Bodenfreiheit, zum Federweg, zum Gewicht, zu den Reifen oder zu einer gemessenen Rallye-Zeit gibt es noch nicht. Die Terra sollte deshalb anhand ihres angekündigten Einsatzzwecks beschrieben werden, nicht mit einer bereits bewiesenen Rallye- oder Geländefähigkeit.

Angelelli Tipo 829 Pista im bereitgestellten Motor1-Artikel

Strada: die Straßeninterpretation

Die Tipo 829 Strada ist für den Einsatz auf Asphalt und für schnelles Reisen gedacht. Angelelli stellt sie in die Tradition italienischer GT-Fahrzeuge. Das bedeutet eine andere Priorität als bei der Terra: Die Strada soll lange, zügige Straßenfahrten und engagiertes Fahren miteinander verbinden, während die Terra mit wechselndem Untergrund und die Pista mit reproduzierbaren Rundenzeiten umgehen muss.

Entscheidend ist die Aussage, dass die drei Ausführungen nicht nur verschiedene Ausstattungspakete sein sollen. Angelelli will drei Fahrzeuge mit einem eigenen Charakter. Dafür können neben der Federung auch Lenkung, Gasannahme, Bremsenkühlung, Reifen und die thermische Auslegung angepasst werden. Die Marke hat zur Strada bisher jedoch keine endgültigen Angaben zu Getriebe, Bremsanlage, Innenraum, Fahrerassistenz oder Gepäckraum veröffentlicht.

Der Begriff GT beschreibt deshalb die beabsichtigte Rolle, nicht automatisch einen bestimmten Komfort, eine bestimmte Reichweite oder eine vollständige Alltagstauglichkeit. Aus den aktuellen Bildern lässt sich außerdem nicht ableiten, welche Geräusch-, Emissions- und Zulassungsanforderungen das fertige Straßenfahrzeug erfüllen wird.

Pista: für Rundenzeit und Rennstrecke

Die Pista soll die circuit-orientierte Variante der Familie werden. Motor1 berichtet von unterschiedlichen Zielwerten für die Motorleistung sowie einer eigenen Abstimmung von Gasannahme und Lenkung. Diese Beschreibung deutet auf ein eigenständiges Werkzeug für die Rennstrecke hin, nicht auf eine rein optische Sportausstattung.

Die wichtigsten Daten fehlen allerdings noch. Angelelli hat weder die endgültige Leistung noch das bestätigte Gewicht oder die Aerodynamik der Pista veröffentlicht. Unklar ist auch, ob die Variante straßenzugelassen sein wird, welche Reifen und Bremsen zum Einsatz kommen und ob Kunden die Fahrwerksabstimmung selbst verändern können. Der Name Pista benennt den Schwerpunkt des Projekts, ersetzt aber keinen unabhängigen Performance-Nachweis.

Was über den V6 bekannt ist

Die bisher verfügbaren Angaben nennen einen V6 mit ungefähr 500 PS. Bei der Hubraumangabe gibt es jedoch eine Abweichung. Einige öffentliche Beschreibungen sprechen von 3,2 Litern, während der Text des Motor1-Artikels 3,4 Liter nennt. Die offizielle Angelelli-Seite veröffentlicht bislang keine abschließende technische Tabelle, mit der sich diese Differenz auflösen lässt. Sicherer ist deshalb die Formulierung eines V6 mit etwa 500 PS, ohne einen der beiden Hubräume als endgültig zu behandeln.

Auch Drehmoment, Nenndrehzahl, Getriebe, Leergewicht und Beschleunigung sind nicht bekannt. Eine Leistungsangabe in einer frühen Projektankündigung ist nicht dasselbe wie ein unabhängig gemessener Wert eines fertig homologierten Fahrzeugs. Bei einem stark individualisierbaren Kleinserienmodell können sich zudem Gewicht und Abstimmung je nach bestellter Variante unterscheiden.

Kleinserie, aber noch kein Preis

Angelelli Automobili kündigt eine sehr begrenzte und stark individualisierbare Produktion an. Für die Terra sollen individuelle Aufträge möglich sein. Ein Preis, eine exakte Stückzahl, ein Produktionsplan und ein Termin für die erste Auslieferung wurden bislang nicht genannt. Die Möglichkeit einer Einzelanfertigung bedeutet daher noch nicht, dass ein fertiges, zugelassenes Fahrzeug sofort erhältlich ist.

Interessenten außerhalb Italiens sollten die Tipo 829 derzeit als Projekt eines kleinen Ateliers betrachten. Kosten für Zulassung, Wartung, Versicherung oder Steuern lassen sich ohne endgültige technische Daten und Verkaufsbedingungen nicht seriös berechnen. Die belastbarste Aussage der bisherigen Präsentation ist die Aufteilung in Terra, Strada und Pista sowie der geplante V6 mit ungefähr 500 PS.

Quellen