BMW beendet den Diesel im europäischen 3er-Programm mit dem Wechsel auf die neue Generation für das Modelljahr 2027. Zwei BMW-Sprecher bestätigten gegenüber Motor1 und Motor1 Germany, dass der neue 3er in Europa nicht mit Dieselmotor angeboten wird. Damit entfallen der 320d und die weiteren Dieselvarianten der Baureihe, darunter auch der M340d.
Die Aussage bezieht sich auf die nächste Generation und nicht auf alle BMW-Diesel. Der aktuelle 3er bleibt bis zum Modellwechsel mit Dieselantrieben erhältlich, einschließlich des 320d. Der genaue Zeitpunkt hängt vom Produktionsplan, von der Homologation, von laufenden Bestellungen und vom Bestand der Händler in den einzelnen europäischen Ländern ab.
Mehrere Antriebe unter einer Karosserie
BMW beschreibt den neuen 3er als gemeinsame Familie für unterschiedliche Antriebskonzepte. Der erste vollelektrische 3er trägt den Namen BMW i3 und kommt zunächst in zwei Varianten. Daneben stehen neue 3er-Modelle mit Benzinmotoren und 48-Volt-Mildhybridtechnik. Ein Plug-in-Hybrid soll im folgenden Jahr ergänzt werden. Technische Daten, Batteriegröße und elektrische Reichweite dieser späteren Variante sind noch nicht veröffentlicht.
An der Spitze der Verbrenner steht der BMW M350 xDrive. Das M-Performance-Modell nutzt einen 3,0-Liter-Reihensechszylinder mit Benzin und ein 48-Volt-System. In den deutschen BMW-Unterlagen stehen 326 kW, entsprechend 443 PS, eine Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 4,1 Sekunden und eine elektronisch begrenzte Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h.
Der M350 xDrive ist kein Dieselersatz mit neuer Bezeichnung. Er ist ein leistungsorientierter Benziner. BMW erklärt in der Mitteilung zu den finalen Fahrdynamiktests außerdem, dass der M350 die einzige Variante des neuen 3er mit sechs Zylindern sei. Zusammen mit der Diesel-Bestätigung ergibt sich für Europa ein Programm aus Vierzylinder-Benzinern und dem Benzin-Sechszylinder des M350.
Der aktuelle 320d bleibt vorerst verfügbar
Der Wechsel erfolgt nicht über Nacht. Die aktuelle 3er-Generation wird weiterhin mit Diesel angeboten, und Motor1 nennt den 320d ausdrücklich als weiterhin verfügbares Modell. Die Produktion des neuen 3er mit Verbrennungsmotor soll in der zweiten Hälfte des Jahres 2026 beginnen. Die Markteinführung der neuen Familie ist für 2027 vorgesehen.
BMW hat keinen europaweit einheitlichen letzten Bestelltermin für den 320d genannt. Die Verfügbarkeit kann durch Händlerbestand, Produktionsplanung und nationale Zulassung unterschiedlich ausfallen. Ein Kunde in Deutschland kann daher ein anderes Angebot sehen als ein Kunde in Italien, Frankreich oder Rumänien. Auch einen finalen Preis für die neue europäische Baureihe hat BMW in der globalen Mitteilung nicht für alle Länder veröffentlicht.
Die Umstellung macht bereits verkaufte Dieselautos nicht unbrauchbar. Ein vorhandener 320d bleibt abhängig von den lokalen Umwelt- und Verkehrsregeln zugelassen und kann normal gewartet werden. Ersatzteile, Werkstätten und der Gebrauchtwagenmarkt verschwinden nicht mit dem Ende einer Neuwagenvariante. Die Änderung betrifft vor allem die Konfiguration eines neuen Fahrzeugs.
Was BMW an die Stelle des Diesels setzt
BMW nennt keinen einzelnen Ersatzmotor. Die neue Familie verbindet Benziner mit Mildhybridtechnik, die elektrischen BMW-i3-Modelle und einen angekündigten Plug-in-Hybrid. Für Kunden mit hoher Autobahnleistung führt das zu unterschiedlichen Anforderungen. Ein Benziner lässt sich schnell betanken, ein Elektroauto braucht eine passende Ladeplanung, und der Plug-in-Hybrid könnte beide Nutzungsarten verbinden. Seine Daten sind jedoch noch offen.
Der BMW i3 40 xDrive leistet 275 kW, also 374 PS, und besitzt eine Hochvoltbatterie mit 82,8 kWh. BMW nennt eine maximale WLTP-Reichweite von 710 Kilometern. Der i3 50 xDrive erreicht 345 kW, entsprechend 469 PS, nutzt eine 108,7-kWh-Batterie und soll nach den deutschen BMW-Angaben bis zu 912 Kilometer WLTP schaffen.
Beide Elektroversionen verwenden je einen Elektromotor an der Vorder- und Hinterachse, BMW eDrive der sechsten Generation und ein 800-Volt-System. Für den i3 50 xDrive nennt BMW eine Gleichstrom-Ladeleistung von bis zu 400 kW. Unter passenden Bedingungen sollen zehn Minuten an einer geeigneten Schnellladestation bis zu 423 Kilometer WLTP-Reichweite nachladen können.
Die WLTP-Werte sind offizielle Prüfstandswerte und keine feste Distanz für jede Fahrt. Geschwindigkeit, Temperatur, Beladung, Reifen und Klimatisierung verändern den Verbrauch. Für einen bisherigen 320d-Fahrer wird deshalb nicht nur der Antrieb wichtig, sondern auch der Zugang zu einer Wallbox oder zu zuverlässigen öffentlichen Ladepunkten.
Warum der Schritt in Europa besonders auffällt
Diesel spielte bei europäischen Premiumlimousinen und Kombis lange eine wichtige Rolle. Die Antriebe passten zu Autobahnfahrten, großen Jahresfahrleistungen und gewerblichen Flotten. In BMWs Material zur 3er-Aktualisierung von 2024 hieß es, dass rund 40 Prozent der 3er-Touring-Modelle mit Diesel bestellt wurden, während die Limousine häufiger mit Benzinmotor gewählt wurde. Auch wenn diese Zahl aus einer früheren Phase stammt, zeigt sie die Bedeutung der Entscheidung für Europa.
Die bisherige Baureihe bot einen 320d für lange Strecken und mit dem M340d einen Diesel mit hoher Leistung. Der neue M350 xDrive verschiebt das sportliche Ende der Verbrennerpalette zu einem Benziner. Er bietet mehr Leistung, folgt aber nicht der gleichen Effizienzlogik wie ein 320d. Kunden müssen deshalb stärker zwischen Nutzungsprofil, Tank- oder Ladezeit und Anschaffungskosten abwägen.
Für den Stadtverkehr mit eigener Lademöglichkeit kann der i3 sinnvoll sein. Wer regelmäßig lange Autobahnstrecken ohne planbare Ladepunkte fährt, könnte den Benziner als einfachere Lösung sehen. Der Plug-in-Hybrid soll später eine Zwischenposition einnehmen, doch BMW hat noch keine Angaben gemacht, mit denen sich elektrische Reichweite, Verbrauch und Kosten seriös vergleichen lassen.
Die Rolle der Neue Klasse
Der neue 3er bringt das Neue-Klasse-Design und die digitale Architektur auf die elektrischen und die verbrennungsmotorischen Modelle. BMW Panoramic iDrive, BMW Operating System X und der zentrale 17,9-Zoll-Bildschirm prägen den Innenraum. Die Fahrzeuge teilen sich eine visuelle Familie, unterscheiden sich aber bei Unterboden, Batterie und Antriebstechnik.
BMW produziert den elektrischen i3 in München und den 3er mit Verbrennungsmotor in Dingolfing. Komponenten für Elektro- und Verbrennungssysteme kommen aus Steyr in Österreich, Hochvoltbatterien aus dem neuen BMW-Werk Irlbach-Straßkirchen in Bayern. Das Münchner Werk soll 2027 vollständig auf elektrische Neue-Klasse-Modelle umgestellt werden.
Für den europäischen 3er ist die Grenze damit klar. 320d und M340d gehören zur auslaufenden Generation, während die neue Baureihe Benzin-Mildhybrid, elektrische BMW-i3-Modelle und später einen Plug-in-Hybrid anbietet. Dieselautos bleiben im Bestand und auf dem Gebrauchtwagenmarkt präsent, aber der neue europäische BMW 3er wird nach der von Motor1 berichteten BMW-Bestätigung ohne Dieselmotor starten.



