BMW hat die Serienproduktion in seinem neuen Hochvoltbatteriewerk Irlbach-Straßkirchen in Bayern gestartet. Der Standort liefert Batterien für die Elektrofahrzeuge der Neue Klasse, darunter den neuen BMW i3 aus München. BMW beziffert die Investition auf rund eine Milliarde Euro.
Der BMW i3 50 xDrive läuft als zweites Neue-Klasse-Modell nach dem iX3 an. Für die First Edition nennt BMW bis zu 906 Kilometer WLTP-Reichweite. Das ist ein Wert aus einem standardisierten Prüfzyklus und keine garantierte Strecke für jede Fahrt. Temperatur, Geschwindigkeit, Beladung, Reifen und Nebenverbraucher beeinflussen die reale Reichweite.
Batteriefertigung nahe München
Irlbach-Straßkirchen liegt in Niederbayern, etwa 90 Minuten vom BMW-Werk München entfernt. BMW ordnet den Standort in ein bayerisches Netzwerk aus Forschung, Produktion und Recycling ein. Die Nähe zu den deutschen Fahrzeugwerken gehört zum „local for local“-Ansatz für die Neue Klasse.
Das Werk fertigt Hochvoltbatterien der sechsten Generation. BMW nennt durchgängige Inline-Qualitätskontrollen, digitale Zwillinge und den systematischen Einsatz künstlicher Intelligenz. Außerdem erklärt der Hersteller, dass erneuerbare Energie für Anoden- und Kathodenmaterialien sowie für die Zellfertigung eingesetzt wird. Eine einheitliche Lebenszyklus-Emissionszahl für die gesamte Batterieproduktion nennt BMW in der Mitteilung nicht.
Das Batteriewerk baut nicht das komplette Fahrzeug. Es liefert die Packs an die Fahrzeugwerke, wo sie mit Karosserie, Motoren und Elektronik verbunden werden. Beim i3 kommt die Batterie aus Irlbach-Straßkirchen, während die Endmontage in München stattfindet. Das ist ein regional verknüpftes Produktionsnetz und keine einzige Fabrik für alle Bauteile.
Der i3 entsteht an mehreren Standorten
BMW erklärt, dass der Elektromotor der sechsten Generation für den i3 im Werk Steyr in Österreich hergestellt wird. Dort entstehen Rotor, Stator, Inverter und Getriebe des integrierten E-Antriebs. Das Motorgehäuse liefert die BMW-Aluminiumgießerei in Landshut, Deutschland.
Die Endmontage der Limousine findet in München statt. BMW hat das Werk vier Jahre lang umgebaut, ohne die Produktion vollständig zu unterbrechen. Hinzu kamen ein neuer Karosseriebau, eine Montagehalle mit integrierter Logistik sowie eine Halle für die abschließende Kontrolle. Die Serienfertigung startete im August 2026, die Auslieferungen sind für den Herbst vorgesehen.
Ab 2027 soll das BMW-Werk München ausschließlich vollelektrische Fahrzeuge produzieren. Der i3 steht damit für den industriellen Umbau des Stammwerks und nicht nur für die Einführung eines neuen Modells. BMW will die Erfahrungen aus dem Produktionsanlauf in München mit weiteren Werken im globalen Netzwerk teilen.
Wie der i3 906 km WLTP erreicht
Die Reichweite entsteht durch mehrere technische Lösungen. Der BMW i3 nutzt eine 800-Volt-Architektur, neue zylindrische Zellen und ein Cell-to-Pack-Konzept. Die Zellen werden direkt in die Hochvoltbatterie integriert; eine klassische modulare Zwischenstruktur entfällt. BMW sieht darin Vorteile bei Energiedichte, Gewicht und Kosten des Batteriepacks.
Die Batterie folgt außerdem dem Pack-to-Open-Body-Konzept. Ihr Gehäuse trägt dazu bei, den Fahrzeugboden strukturell zu schließen. BMW zufolge ermöglicht dies ein flacheres Batteriepaket und unterstützt die Torsionssteifigkeit der Karosserie. Die Lösung soll damit Aerodynamik, Bauraum und Gewicht des Elektro-Sedans verbessern.
Der BMW i3 50 xDrive besitzt einen Elektromotor an jeder Achse. BMW nennt 345 kW beziehungsweise 469 PS Systemleistung und 645 Nm maximales Drehmoment. Für die First Edition werden 906 km WLTP genannt. Andere BMW-Unterlagen zeigen je nach Ausstattung vorläufige Werte um 900 oder 912 km. Diese Angaben dürfen nicht als ein einheitlicher Wert für alle Versionen behandelt werden.
WLTP ermöglicht den Vergleich von Fahrzeugen unter standardisierten Bedingungen. BMW weist darauf hin, dass Beladung, Fahrstil, Strecke, Wetter, Heizung oder Klimaanlage, Reifen und Batteriezustand die tatsächliche Reichweite verändern. Die offizielle Zahl bedeutet deshalb nicht, dass auf der Autobahn immer 906 km möglich sind.
Laden mit 400 kW und bidirektionale Energie
Die 800-Volt-Technik erlaubt Gleichstromladen mit bis zu 400 kW, wenn Ladestation und Batterie diese Leistung unter den jeweiligen Bedingungen unterstützen. BMW gibt an, dass der i3 in zehn Minuten Energie für 423 oder 400 km WLTP nachladen kann, abhängig von Version und Dokumentation. Die Messung basiert auf ISO 12906 im WLTP-Zyklus.
Je nach Ausstattung ist Wechselstromladen mit bis zu 22 kW möglich. BMW ergänzt bidirektionale Funktionen: Vehicle-to-Load kann externe Geräte versorgen, Vehicle-to-Home kann die Batterie als Hausspeicher nutzen und Vehicle-to-Grid kann Energie mit dem öffentlichen Netz austauschen, wenn Technik, Vertrag und Vorschriften dies erlauben.
In Deutschland und anderen europäischen Märkten hängt die praktische Nutzung von V2H und V2G von Wallbox, Energieversorger und Regulierung ab. Die technische Funktion im Fahrzeug allein reicht nicht aus, um jedes Haus sofort bidirektional zu versorgen.
Die Rolle des neuen i3
Der BMW i3 ist die erste vollelektrische Limousine der 3er-Reihe in der Neue-Klasse-Ära und das zweite Modell nach dem iX3. Laut BMW ist er 4,76 Meter lang, 1,865 Meter breit und hat einen Radstand von 2,897 Metern. Die Karosserie bleibt eine Limousine, während die technische Architektur auf Elektroantrieb ausgelegt ist.
Die Investition in Irlbach-Straßkirchen bringt einen wichtigen Teil der Batteriefertigung näher an die deutschen BMW-Werke. Sie bedeutet nicht, dass alle Batteriekomponenten am selben Standort entstehen, und die 906 km WLTP sind keine garantierte Alltagsreichweite. Der neue i3 verbindet bayerische Batterien, österreichische E-Antriebe, deutsche Komponenten und die Endmontage in München innerhalb eines Neue-Klasse-Netzwerks.



