BMW hat den neuen iX4 vorgestellt. Das elektrische SUV-Coupé ist das dritte Serienmodell der Neue-Klasse-Familie und startet mit zwei Elektromotoren sowie 800-Volt-Technik. Für den iX4 50 xDrive nennt BMW eine maximale WLTP-Reichweite von 828 Kilometern. Die Markteinführung ist für März 2027 geplant, der M60 xDrive folgt danach.
Die Coupé-Version des iX3
Technisch steht der iX4 dem neuen iX3 nahe. Optisch trennt ihn vor allem der Bereich hinter der B-Säule vom praktischeren SUV-Bruder. Das Dach fällt zum Heck ab, der Spoiler ist in die Karosserie integriert. BMW bezeichnet die Karosserie als Sports Activity Coupé: Die Sitzposition bleibt erhöht, die Form kostet jedoch Stauraum.
Die BMW-Niere und die Doppelscheinwerfer werden an der Front zu einer gemeinsamen Grafik. Das M-Sportpaket gehört zur Serienausstattung und umfasst 20-Zoll-Räder und M-Sportbremsen. Der M60 fährt serienmäßig auf 21-Zoll-Rädern; bis 22 Zoll sind je nach Version möglich. Ein Panorama-Glasdach mit Klimakomfortverglasung ist ebenfalls serienmäßig.

Am Heck sitzen schmale, horizontale Leuchten. Der Serien-Spoiler trägt die dritte Bremsleuchte, beim M60 kommt ein eigener M-Spoiler hinzu. BMW beschreibt aerodynamische Vorteile, aber unabhängige Messwerte zu Verbrauch, Abtrieb oder realer Reichweite liegen noch nicht vor.
Zwei Allradversionen zum Start
Der BMW iX4 40 xDrive leistet 275 kW beziehungsweise 374 PS und 520 Nm. Ein Motor treibt jeweils die Vorder- und Hinterachse an. Der Sprint von null auf 100 km/h dauert 5,6 Sekunden, die maximale WLTP-Reichweite beträgt 638 Kilometer. Eine reine Heckantriebsversion ist zum Start nicht angekündigt.
Der 50 xDrive kommt auf 345 kW, 469 PS und 645 Nm. Er beschleunigt in 4,9 Sekunden auf 100 km/h und erreicht 210 km/h. Die nutzbare Batteriekapazität beträgt 108,7 kWh. BMW nennt bis zu 828 Kilometer WLTP-Reichweite. Die 514 Meilen aus der Überschrift des Auto-Express-Artikels entsprechen dieser Kilometerangabe.
WLTP ist ein standardisiertes Verfahren und kein Versprechen für eine konkrete Autobahnfahrt. Geschwindigkeit, Außentemperatur, Heizung, Zuladung und Räder beeinflussen den Verbrauch. Die offizielle Zahl eignet sich für den Vergleich von Homologationswerten, ersetzt aber keinen unabhängigen Alltagstest.
400 kW Gleichstrom-Laden
Der iX4 nutzt die sechste Generation der BMW-eDrive-Technik, neue Rundzellen und eine 800-Volt-Architektur. Der 50 xDrive kann mit bis zu 400 kW Gleichstrom laden. Laut BMW lassen sich an einer geeigneten Schnellladestation in zehn Minuten bis zu 387 WLTP-Kilometer nachladen. Der Bereich von 10 bis 80 Prozent soll in 21 Minuten erreichbar sein.
Die maximale Ladeleistung hängt von der Station und der Batterietemperatur ab. Sie bleibt nicht über die gesamte Ladung konstant. Das Navigationssystem kann die Batterie vor einem Schnellladestopp vorkonditionieren. BMW nennt außerdem bidirektionales Laden; welche Funktionen Kunden tatsächlich nutzen können, hängt von Hardware und Markt ab.
Die Rundzellen werden direkt in einem cell-to-pack-Aufbau integriert. BMW gibt eine um 20 Prozent höhere volumetrische Energiedichte gegenüber der bisherigen prismatischen Zelltechnik an. Die Batterie übernimmt zudem strukturelle Aufgaben. Diese Angaben stammen von BMW und sind nicht durch einen unabhängigen Batterietest bestätigt.
Der M60 xDrive kommt später
Der BMW iX4 M60 xDrive nutzt ebenfalls 108,7 kWh nutzbare Energie, entwickelt aber 450 kW, 612 PS und 875 Nm. Die Beschleunigung auf 100 km/h dauert 3,9 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit ist auf 240 km/h begrenzt. Die maximale WLTP-Reichweite liegt bei 777 Kilometern.

Zur Ausstattung gehören ein adaptives M-Fahrwerk, ein elektronisch geregeltes M-Sportdifferenzial und die Fahrmodi M Sport sowie M Sport Plus. Die geringere Reichweite gegenüber dem 50 xDrive ist der Preis für mehr Leistung und eine sportlichere Abstimmung. BMW will Bestellungen ab Januar 2027 annehmen; ein M60-Preis wurde in der globalen Mitteilung noch nicht genannt.
Innenraum und Kofferraum
Im Innenraum arbeitet BMW Panoramic iDrive mit einem 17,9 Zoll großen Zentraldisplay. Ein optionales 3D-Head-up-Display ergänzt die Projektion vor dem Fahrer. Beim 50 xDrive verfügen die Vordersitze über elektrische Verstellung und Memory-Funktion. Die Rückbank ist im Verhältnis 40:20:40 teilbar.

Die flachere Dachlinie wirkt sich auf den Kofferraum aus. BMW nennt 490 Liter bei aufgestellter Rückbank und 1.600 Liter bei umgelegten Lehnen. Gegenüber dem iX3 fehlen 30 beziehungsweise 150 Liter. Das sind Herstellerangaben und keine Messung von Carboratory mit realem Gepäck.
Auto Express berichtet für Großbritannien von 60.170 Pfund für den 40 xDrive und 66.075 Pfund für den 50 xDrive. Diese Preise gelten nicht automatisch für Deutschland oder andere europäische Märkte. BMW muss die lokalen Preise, Ausstattungen und Liefertermine noch bekannt geben.
Der iX4 bringt damit eine designorientierte Alternative zum iX3. Der 50 xDrive konzentriert sich auf Reichweite, der 40 xDrive bildet den Einstieg und der M60 setzt auf Beschleunigung. Ob das Coupé-Konzept im Alltag passt, hängt vor allem vom lokalen Preis, der Ladeinfrastruktur und dem benötigten Kofferraumvolumen ab.
Quellen
- BMW Group PressClub: der neue BMW iX4
- BMW Group PressClub: offizielle BMW-iX4-Fotos
- BMW M: BMW iX4 M60 xDrive
Bilder: BMW Group PressClub, offizielles BMW-iX4-Medienpaket. Aus dem BMW-Group-Mediapool heruntergeladen und lokal in WebP konvertiert.



