Der italienische Karosseriebauer Riverti Automobili entwickelt eine radikale Neuinterpretation des aktuellen BMW M2. Als Basis dient die G87-Generation, deren äußere Form weitgehend durch eine Karosserie im Stil des BMW 3.0 CSL aus den 1970er-Jahren ersetzt wird. Das Renncoupé mit den breiten Formen wurde auch „Batmobile“ genannt. Ein getarnter Prototyp ist bereits beim italienischen Tutto Bene Hillclimb gefahren.

Riverti beschreibt das Projekt nicht als Restaurierung eines klassischen BMW. Der kurze Hinweis „Not Resto. Retro.“ steht für moderne Technik mit einer Gestaltung aus der BMW-Motorsportgeschichte. Derzeit handelt es sich um einen in Entwicklung befindlichen Coachbuilding-Prototyp, nicht um ein offizielles BMW-Modell und nicht um ein bestätigtes Serienfahrzeug von Riverti.

Eine neue Karosserie statt eines Stylingpakets

Die bisher veröffentlichten Skizzen und Bilder deuten auf einen vollständigen Neuaufbau der Außenhaut hin und nicht auf eine Reihe von Anbauteilen für die originale M2-Karosserie. Die Front trägt vier runde Scheinwerfer, eine kleinere Interpretation der BMW-Niere und neu gezeichnete Lufteinlässe. Die Motorhaube ist projektspezifisch, während die schmalen Speichenräder an die Motorsporttechnik des historischen CSL erinnern.

An den Seiten sind ausgestellte Kotflügel, eigene Schweller und große Öffnungen hinter den Türen zu sehen. Am Heck verwendet Riverti eigene Rückleuchten und einen auffälligen festen Flügel. Eine zweite aerodynamische Fläche sitzt weiter oben an der Heckpartie und erinnert an die übereinander angeordneten Spoiler des historischen Rennwagens.

Die Änderungen verändern die optischen Proportionen des M2, doch die verfügbaren Informationen bestätigen weder die strukturellen Eingriffe noch die endgültigen Materialien oder den Weg zur Zulassung. Mehrere Berichte sprechen von Kohlefaserteilen, Riverti hat aber kein vollständiges Datenblatt veröffentlicht, das Gewicht, Gewichtsverteilung und Aufbau jedes Karosserieteils bestätigt.

Der BMW-Antrieb ist noch nicht vollständig geklärt

Riverti nutzt den aktuellen BMW M2 G87 als Spenderfahrzeug. Der heckgetriebene M2 verfügt über einen 3,0-Liter-Reihensechszylinder mit zwei Turboladern. Für den M2 mit M xDrive nennt BMW eine Leistung von 353 kW beziehungsweise 480 PS. Bei bestimmten M2-Versionen bietet BMW außerdem ein Sechsgang-Handschaltgetriebe an, während die Allradversion ein Automatikgetriebe verwendet.

Für das Riverti-Fahrzeug ist nicht bestätigt, ob der Motor serienmäßig bleibt oder überarbeitet wird. Es gibt keine veröffentlichten Angaben zu Leistung, Drehmoment, Getriebe, Antrieb, Bremsen, Fahrwerk oder Fahrleistungen nach dem Umbau. Dass der Prototyp bei einer Bergfahrt eingesetzt wurde, zeigt, dass das Auto fährt, legt aber nicht die endgültige Kundenspezifikation fest.

Diese Zurückhaltung ist wegen des Namens CSL wichtig. Bei BMW wurde der Buchstabe L mit geringem Gewicht verbunden. Eine neue Karosserie macht einen modernen M2 jedoch nicht automatisch leichter. Verbundwerkstoffe können die Masse senken, aber Verstärkungen, Räder, Kühlkomponenten und die für die Zulassung benötigten Bauteile können das Ergebnis in beide Richtungen verändern.

Die Verbindung zum BMW 3.0 CSL

Der BMW 3.0 CSL wurde als leichtere und aerodynamischere Version des E9-Coupés entwickelt. Verbreiterte Kotflügel, große Spoiler, die markante Front und Maßnahmen zur Gewichtsreduzierung prägten die Identität von BMW Motorsport in den 1970er-Jahren. Die Form entstand aus den Anforderungen des Tourenwagensports und war nicht nur eine Designentscheidung.

Riverti übernimmt vor allem die visuelle Identität. Der M2 ist für ein E9-inspiriertes Projekt eine kompaktere Basis als der aktuelle M4, bleibt aber breiter und nutzt eine moderne Architektur. Crashstruktur, Elektronik, Schutzsysteme und mechanische Anordnung begrenzen, wie genau sich die historischen Proportionen allein mit neuen Außenblechen nachbilden lassen.

BMW hat bereits eine eigene moderne Interpretation des 3.0 CSL gebaut. Das 2022 vorgestellte Modell basierte auf dem M4 und wurde auf 50 nummerierte Fahrzeuge begrenzt. Das Riverti-Projekt gehört nicht zu diesem offiziellen BMW-Programm und darf nicht als serienmäßiger BMW M2 CSL bezeichnet werden.

Produktion und Preis sind offen

Riverti hat weder die Stückzahl noch den Preis, den Termin der endgültigen Präsentation oder einen Lieferplan genannt. Auch der Innenraum wurde noch nicht vollständig gezeigt. Deshalb ist unklar, ob sich der Umbau auf die Außenhaut beschränkt. Eine Zulassung für alle Märkte oder ein standardisiertes Angebot statt einzelner Kundenaufträge ist ebenfalls nicht bestätigt.

Für einen jungen Coachbuilder ist der Weg von einem fahrfähigen Prototyp zu auslieferbaren Fahrzeugen lang. Die Kompatibilität mit der Elektronik des Spenderfahrzeugs, der Fußgängerschutz, die Beleuchtung, die Sicht, die Kühlung und die Zertifizierung müssen geprüft werden. Eine Karosserie kann schnell gezeigt werden, ein vollständiger Umbau benötigt jedoch Lieferanten, Dokumentation, Service und Ersatzteile.

Bis Riverti weitere Informationen veröffentlicht, bleibt das Projekt eine private Interpretation des BMW M2 mit Anleihen beim 3.0 CSL und beim BMW 2002 Turbo. Der Auftritt beim Tutto Bene Hillclimb zeigt, dass es über eine digitale Skizze hinausgeht, beantwortet aber weder die endgültige Form noch die Frage der Vermarktung. Angaben zu Leistung, Gewicht, Preis oder Produktionszahl wären derzeit Spekulation.

Auch die gezeigte Fahrt sollte deshalb nicht als offizieller Testwert verstanden werden. Eine Bergveranstaltung zeigt, dass der Prototyp bewegt werden kann, sagt aber nichts über Dauerhaltbarkeit, Geräuschvorschriften, Crashanforderungen oder die Zulassung eines Kundenfahrzeugs aus. Diese Punkte müssen vor einer Kleinserie getrennt von der Gestaltung und der Motorleistung geklärt werden.

Quellen