Ford bereitet die Rückkehr an die Spitze der Rallye-Weltmeisterschaft vor. Dabei wird erneut der Fiesta mit der Motorsportgeschichte der Marke verbunden. Der am 1. Oktober 2026 veröffentlichte Bericht von Auto Express nennt 2027 als Rückkehrjahr, doch zwei Termine müssen unterschieden werden. Das FIA-Reglement WRC27 tritt 2027 in Kraft. Die jüngsten Informationen zur vollständigen werksunterstützten Rückkehr von Ford nennen dagegen 2028. Ford hat das endgültige Auto, die Fahrer und den Rennkalender bisher nicht vollständig vorgestellt.
Die neue technische Grundlage
Die FIA genehmigte das WRC27-Reglement im Dezember 2024. Es gilt ab der Saison 2027 und soll die höchste Rallye-Klasse flexibler und zugänglicher machen. Eine gemeinsame Sicherheitszelle bleibt die Basis des Fahrzeugs. Bei der Karosserie erhalten die Hersteller jedoch mehr Freiheit. Sie kann sich an einem Serienmodell orientieren oder speziell für den Rallyeeinsatz entwickelt werden. Damit sind Formen nach dem Vorbild eines Kleinwagens, einer Limousine oder eines SUV möglich, sofern die vorgeschriebenen Maße und Sicherheitsanforderungen eingehalten werden.
Für das Wettbewerbsfahrzeug gilt eine Kostenobergrenze von 345.000 Euro. Die FIA beziffert die Einsparung gegenüber der bisherigen Rally1-Referenz auf mehr als 50 Prozent. Diese Zahl ist nicht mit dem Gesamtbudget einer Saison gleichzusetzen. Tests, Ersatzteile, Transport, Ingenieure, Reifen, Software und die Arbeit im Servicepark kommen zusätzlich hinzu. Das neue Reglement kann den Bau des Fahrzeugs günstiger machen, beseitigt aber nicht die Kosten eines weltweiten Rennprogramms.
Auch beim Antrieb gibt es mehrere Möglichkeiten. Ein Hersteller kann einen Verbrennungsmotor mit nachhaltigem Kraftstoff, einen Hybridantrieb oder ein Elektrofahrzeug einsetzen. Die FIA schreibt damit nicht allen Marken dieselbe Technologie vor. Für Ford ist das relevant, weil das Unternehmen verschiedene Motorsportprogramme verfolgt und seine europäische Modellpalette stärker elektrifiziert.
Der Fiesta hat eine belegte WRC-Geschichte
Der Fiesta ist im WRC kein zufällig gewählter Name. Ford und M-Sport setzten das Modell in mehreren Rallye-Generationen ein. Der Fiesta WRC von 2017 gewann die Hersteller- und Fahrertitel. Im Ford Media Center wurde das damalige Fahrzeug als von M-Sport entwickelter Allradler mit einem 1,6-Liter-EcoBoost-Turbomotor und rund 380 PS beschrieben. Diese Werte gehören zum Auto aus dem Jahr 2017 und sind keine technischen Daten eines möglichen WRC27-Fiesta.
Die historische Verbindung bleibt trotzdem wichtig. Rallyefans verbinden den Fiesta unmittelbar mit Fords jüngerer WRC-Zeit, während M-Sport Erfahrung in Entwicklung, Einsatz und Kundenbetreuung von Ford-Rallyefahrzeugen besitzt. Ein künftiges Auto könnte eine vom Fiesta inspirierte Karosserie tragen oder auf einem anderen europäischen Modell basieren. Das WRC27-Reglement verlangt keine direkte Kopie eines Straßenfahrzeugs.
M-Sport als technischer Partner
M-Sport ist der naheliegende technische Partner des Projekts. Das britische Unternehmen entwickelte und betreute den Fiesta WRC, der 2017 die Weltmeistertitel holte. Auch nach der Veränderung von Fords früherem Werkseinsatz arbeitete M-Sport mit Ford-Fahrzeugen in Kunden- und weiteren Wettbewerbsprogrammen. Die aktuellen Berichte verbinden Ford erneut mit M-Sport, die endgültige Teamstruktur ist aber noch nicht im Detail bekannt.
Ein Rallyeprojekt entsteht in mehreren Phasen. Vor einem offiziellen Werkseinsatz kann es Testfahrzeuge, einzelne Läufe, Entwicklungsarbeit oder Einsätze in einer Supportklasse geben. Ein Fiesta Rally2 wäre deshalb nicht dasselbe wie ein WRC27-Auto. Ebenso würde ein Test im Jahr 2027 nicht beweisen, dass Ford in dieser Saison bei jeder Runde als Werksteam startet.
Nach Angaben der FIA ist 2026 die letzte Saison mit dem aktuellen Rally1-Reglement. 2027 beginnt die neue technische Ära. Ford und M-Sport müssen die Sicherheitszelle entwickeln, die Karosserie festlegen und das Antriebskonzept auswählen. Anschließend muss das Auto auf Asphalt, Schotter und Schnee getestet werden, bevor die für 2028 berichtete offizielle Rückkehr erfolgt.
Was Ford davon haben könnte
Ein WRC-Programm würde Fords Performance-Image wieder mit kompakten europäischen Fahrzeugen und echten Straßenoberflächen verbinden, nicht nur mit Rundstrecken. Aktuelle Berichte haben den Namen Fiesta außerdem mit einem künftigen elektrischen Ford-Modell für Europa um 2028 verbunden. Daraus lassen sich jedoch weder Batteriegröße, Reichweite, Preis noch ein verbindlicher Produktionstermin ableiten.
Für M-Sport kann die Grenze von 345.000 Euro die Entwicklung und den Verkauf von Kundenfahrzeugen planbarer machen. Im Rallyesport entscheiden aber weiterhin Zuverlässigkeit, Daten, Logistik und schnelle Reparaturen zwischen den Prüfungen. Ein günstigeres Fahrzeug nimmt den Teams nicht automatisch Unterschiede bei Vorbereitung und Ausführung.
Die gesicherten Punkte sind daher begrenzt: WRC27 startet 2027, Ford besitzt mit dem Fiesta eine belegte Rallye-Tradition und die aktuellen Informationen deuten auf eine offizielle Rückkehr 2028 mit M-Sport hin. Das endgültige Fahrzeug, die Fahrer und der genaue Kalender müssen noch von Ford oder M-Sport bestätigt werden.
Auch die Bezeichnung Fiesta darf dabei nicht zu einer falschen Sicherheit führen. Ein Name kann die Verbindung zu früheren Erfolgen herstellen, sagt aber noch nichts über die technische Basis eines neuen Wettbewerbsfahrzeugs aus. Erst die Homologationsunterlagen, die Antriebsauslegung und die bestätigten Testprogramme werden zeigen, ob Ford tatsächlich mit einer Fiesta-Silhouette startet oder einen anderen Karosserietyp für WRC27 wählt. Bis dahin bleiben Aussagen über Leistung, Gewicht, Batterie, Kraftstoff oder Marktverfügbarkeit offen.



