Geely hat den Monjaro EM-i auf dem Pariser Autosalon 2026 erstmals in Europa gezeigt. Das etwa 4,8 Meter lange SUV ist als Plug-in-Hybrid mit einem 1,5-Liter-Benzinmotor sowie mit Frontantrieb oder elektrischem Allradantrieb geplant. Preise für Europa, eine elektrische WLTP-Reichweite und ein Termin für Bestellungen in Deutschland wurden bisher nicht veröffentlicht.

Geely Monjaro EM-i von vorn

Offizielles Pressebild von Geely Auto Europe.

Die Europapremiere folgt auf den Marktstart in Ägypten, den Geely am 29. August 2026 angekündigt hat. Der Hersteller beschreibt den Monjaro als erstes globales Plug-in-Hybrid-SUV der Marke im D-Segment. „Global“ bedeutet in diesem Zusammenhang ein internationales Produktprogramm, nicht automatisch eine identische Ausstattung in jedem Land. Die britische Pressemitteilung weist ausdrücklich darauf hin, dass die gezeigten Bilder nicht zwingend der britischen Spezifikation entsprechen.

Der EM-i-Hybridantrieb

Im Monjaro EM-i arbeitet Geelys EM-i Super Hybrid System. Es verbindet einen speziell für den Hybridbetrieb ausgelegten 1.5TD-Motor mit elektrischen Antrieben und einer elektronischen Energiesteuerung. Für die ägyptischen Frontantriebsversionen Pro und Max nennt Geely einen Verbrauch von bis zu 5,4 Litern pro 100 Kilometer bei niedrigem Batteriestand. Das ist ein Herstellerwert unter den genannten Bedingungen und kein von Carboratory gemessener Verbrauch.

Die Allradversion erhält das Intelligent Electric AWD System. Geely beschreibt eine bedarfsgerechte Kraftverteilung, die Entkopplung der Achsen und Torque Vectoring. Ein elektrischer Allradantrieb kann die Reaktion der Achsen schnell verändern, ist dadurch aber nicht automatisch ein Geländefahrzeug. Reifen, Temperatur, Fahrzeuggewicht und Ladezustand der Batterie beeinflussen die tatsächliche Traktion.

In Ägypten wurden Pro und Max mit Frontantrieb sowie Ultra mit Allradantrieb angekündigt. Für Europa bestätigt Geely beide Antriebskonzepte, nennt aber noch keine verbindliche Übernahme der Ausstattungslinien, Batterien oder Modellnamen in allen Ländern.

Geely Monjaro EM-i von der Seite

Die Seitenansicht zeigt den Radstand von 2.845 mm und die SUV-Proportionen.

Adaptive Dämpfer und viel Laderaum

Der Monjaro EM-i AWD kann mit einer Continuous-Damping-Control-Federung ausgerüstet werden. Geely nennt eine Anpassung der Dämpfer innerhalb von etwa 20 Millisekunden und die Einstellungen Comfort, Standard und Sport. Zusätzlich werden Pure, Hybrid, Power und Snow genannt; beim AWD kommen Sand und Off-road hinzu.

Diese Programme beschreiben die elektronische Abstimmung des Fahrzeugs. Sie ersetzen keine Angaben wie Bodenfreiheit, Böschungs- oder Rampenwinkel, die in der europäischen Mitteilung nicht genannt werden. Der Monjaro lässt sich daher als SUV mit Allradantrieb und Einstellungen für rutschige Untergründe beschreiben, nicht als Geländewagen mit bereits belegten Offroad-Eigenschaften.

Die vorläufige technische Übersicht nennt 4.800 mm Länge, 1.895 mm Breite, 1.700 mm Höhe und einen Radstand von 2.845 mm. Der Kofferraum fasst 633 Liter und wächst bei umgelegter Rückbank auf 1.532 Liter. Die maximale Ladelänge beträgt 2,8 Meter. Im Innenraum gibt es 34 Ablagen, während Geely für die zweite Sitzreihe bis zu 130 mm Kniefreiheit angibt.

Geely Monjaro EM-i von hinten

Offizielles Pressebild der hinteren Dreiviertelansicht.

Ein digital geprägter Innenraum

Das Armaturenbrett kombiniert einen 15,4-Zoll-Zentralbildschirm mit einem 12,3-Zoll-Digitalinstrument. Ein optionales Head-up-Display mit 25,6 Zoll wird in den britischen Unterlagen aufgeführt. Flyme Auto unterstützt dort kabelloses Apple CarPlay und Android Auto. Das optionale Flyme-Sound-System arbeitet mit 16 Lautsprechern und einem 1.000-Watt-Verstärker.

Geely nennt eine Spracherkennung für 18 Sprachen und die Steuerung von bis zu 600 Funktionen. Welche Sprachen und Dienste in Deutschland oder anderen europäischen Märkten tatsächlich aktiviert werden, ist noch offen. Auch die vernetzten Funktionen und Assistenzsysteme hängen von der jeweiligen Version und den nationalen Vorschriften ab.

Innenraum des Geely Monjaro EM-i

Offizielle Aufnahme von Armaturenbrett und vorderen Sitzen.

Die Sitze bestehen aus einer Verbundkonstruktion mit elf Schichten. Die optionale Massage bietet acht Massagepunkte, sechs Programme und drei Intensitätsstufen. Geely nennt außerdem Sitzheizung und Sitzbelüftung vorn, doppelt laminierte Frontscheiben und Akustikmaterial für rund 89 Prozent des Innenraums. Eine Verringerung der Reifengeräusche um 45 Prozent wird ebenfalls angegeben, allerdings ohne Messgeschwindigkeit, Straßenbelag oder Referenzfahrzeug.

Sicherheitsangaben und offene Fragen

Für die europäische Präsentation nennt Geely sieben Airbags, 13 aktive Sicherheitsfunktionen, neun Komfort-Assistenzen und eine 360-Grad-Kamera mit transparenter Fahrgestellansicht. Der Monjaro sei für eine Fünf-Sterne-Bewertung bei Euro NCAP vorbereitet. Das ist kein veröffentlichtes Euro-NCAP-Ergebnis. Die ägyptische Mitteilung nennt dagegen sechs Standardairbags und eine 540-Grad-Ansicht. Die Abweichung zeigt, warum die finale Marktspezifikation entscheidend ist.

Die angegebene Anhängelast beträgt 1.500 kg. Über V2L kann der Wagen externe Verbraucher mit bis zu 6,6 kW versorgen. Das kann für einen leichten Anhänger oder elektrische Geräte abseits einer Steckdose relevant sein, muss aber anhand der endgültigen Homologationsunterlagen geprüft werden.

Geely hat für Europa noch keine Batteriegröße, Systemleistung, elektrische WLTP-Reichweite, CO₂-Emissionen oder Ladezeit genannt. Ein belastbarer Vergleich mit dem Skoda Kodiaq iV, dem Hyundai Santa Fe Plug-in-Hybrid oder anderen PHEV-SUVs ist deshalb noch nicht möglich. Die Europapremiere ist bestätigt; Preis und lokale Verfügbarkeit sind es noch nicht.

Quellen