JAS Motorsport und Pininfarina haben die erste Generation des Honda NSX in einem Projekt namens JAS Tensei neu interpretiert. Das Fahrzeug behält die optische Verbindung zum 1990 vorgestellten Sportwagen, erhält aber Karosserieteile aus Kohlefaser, einen 3,5-Liter-V6-Saugmotor und umfangreiche Änderungen an Fahrwerk, Bremsen und Innenraum.

Tensei bedeutet auf Japanisch „Wiedergeburt“ oder „Reinkarnation“. Der Name beschreibt den Ansatz des Projekts, steht aber nicht für ein neues Honda-Serienmodell. Der Tensei ist eine Entwicklung von JAS Motorsport, einem Honda-Partner im Motorsport, mit einem von Pininfarina mitentwickelten Außen- und Innendesign.

Für diesen Artikel werden die vier gewünschten Bilder aus der Auto-Express-Galerie verwendet: Front, Seitenansicht, Heck und Innenraum. Die Dateien wurden lokal als WebP gespeichert; die Bildrechte und der Credit bleiben beim ursprünglichen Galerieherausgeber.

JAS Tensei in der Seitenansicht aus der Auto-Express-Galerie

JAS Tensei von hinten aus der Auto-Express-Galerie

Innenraum des JAS Tensei aus der Auto-Express-Galerie

Eine Verbindung, die bis zum HP-X zurückreicht

Das Tensei-Projekt baut auf einer älteren Verbindung zwischen Honda und Pininfarina auf. 1984 zeigte Honda das Konzeptfahrzeug HP-X, einen Sportwagen mit Mittelmotor und Hinterradantrieb, der von Pininfarina gestaltet wurde. Der Prototyp ging der Entwicklung des ersten NSX voraus und verband japanische Herkunft mit den Proportionen eines Supersportwagens.

Honda brachte den NSX 1990 auf den Markt, nachdem die Entwicklung in der zweiten Hälfte der 1980er-Jahre begonnen hatte. Das Ziel war ein präziser Sportwagen, der dennoch im Alltag eingesetzt werden konnte. Mittelmotor, geringes Gewicht und gute Sicht aus dem Cockpit wurden zu wichtigen Merkmalen des Modells.

JAS und Pininfarina nutzen diese Geschichte als Ausgangspunkt und beschränken sich nicht auf eine Restaurierung. Der Tensei hat breitere Proportionen, eine niedrigere Haltung und neu gezeichnete Flächen. Die Form bleibt eindeutig als NSX erkennbar, wirkt aber deutlich präsenter.

Ein 3,5-Liter-V6 ohne Aufladung

Der originale 3,0-Liter-Motor wird durch eine 3,5-Liter-Einheit von JUDD Power ersetzt. Es bleibt bei einem frei saugenden V6, dessen Drehzahlgrenze bei 8.500 U/min liegt. Die angegebene Leistung beträgt 425 bhp. JUDD hat den Motor für den Straßeneinsatz angepasst und nicht nur die Spitzenleistung erhöht.

Die Trockensumpfschmierung hilft, die Ölversorgung bei schnellen Kurvenfahrten aufrechtzuerhalten, und ermöglicht eine tiefere Einbauposition des Motors. Abgasanlage und Ansaugung sind neu, außerdem gibt es einzelne Drosselklappen. Offizielle Werte für Beschleunigung oder Höchstgeschwindigkeit wurden in den verfügbaren Projektinformationen nicht veröffentlicht.

Das Getriebe ist ausschließlich manuell und verfügt über sechs Gänge, eine Carbon-Doppelscheibenkupplung und ein mechanisches Sperrdifferenzial. Damit bleibt die direkte Verbindung zwischen Fahrer, Motor und Hinterrädern erhalten, die den ursprünglichen NSX auszeichnete.

Weniger Gewicht, breitere Spur

Die äußeren Karosserieteile bestehen aus Kohlefaser. Das angegebene Gewicht beträgt 1.250 kg und liegt laut Projektinformationen rund 120 kg unter dem Wert, der mit dem ursprünglichen NSX verbunden wird. Die Kohlefaser dient damit vor allem der Gewichtsreduzierung und nicht nur der Optik.

Der Radstand wächst um 55 mm, die Spurweiten werden um bis zu 190 mm verbreitert. Dadurch verändert sich die Standfläche des Fahrzeugs und es entsteht Raum für breitere Reifen. Das Fahrwerk nutzt neue Doppelquerlenker vorn, eine überarbeitete hintere Mehrlenkerachse und einstellbare KW-Federbeine.

Die Bremsanlage verwendet Carbon-Keramik-Scheiben, Sechskolben-Sättel vorn und Vierkolben-Sättel hinten. Die Räder messen 19 Zoll an der Vorderachse und 20 Zoll an der Hinterachse. Eine Hebefunktion für die Front erleichtert das Überfahren von Rampen und schützt den unteren Bereich der Karosserie.

Die NSX-Silhouette bleibt erhalten

An der Front bleibt die Idee der Klappscheinwerfer der ersten NSX-Generation bestehen, ergänzt durch moderne LED-Elemente. Die seitlichen Lufteinlässe wurden für eine bessere Motorkühlung neu gezeichnet. Am Heck kommen ein eigener Flügel und ein spezifischer Diffusor hinzu.

In der Seitenansicht sind die niedrige Front, das zurückgesetzte Cockpit und die Coupé-Proportionen mit Mittelmotor weiterhin sichtbar. Die breiteren Spuren und die Kohlefaserteile verändern jedoch die Haltung des Autos. Pininfarina hat die ursprüngliche Form nicht entfernt, sondern um die modernisierte Technik herum breiter und klarer gestaltet.

Der Innenraum bleibt auf den Fahrer ausgerichtet, der manuelle Schalthebel sitzt zentral in der Mittelkonsole. Materialien und Oberflächen wurden aktualisiert, ohne den Wagen in ein vollständig digitales Fahrzeug zu verwandeln. Die mechanische Verbindung zum Original bleibt damit ein zentraler Teil des Konzepts.

Preis und Stückzahl sind noch offen

JAS Motorsport und Pininfarina haben weder einen Endpreis noch eine Stückzahl oder einen vollständigen Lieferplan genannt. Unklar ist auch, ob jedes Kundenfahrzeug exakt die Spezifikation des ausgestellten Projektwagens erhalten wird. Die verfügbaren technischen Angaben beschreiben den angekündigten Stand und können sich noch ändern.

Der JAS Tensei ist daher als exklusive Neuinterpretation der ersten Honda-NSX-Generation zu verstehen und nicht als neuer Honda-Serienwagen. Er verbindet einen hochdrehenden V6-Saugmotor, ein manuelles Getriebe, eine leichtere Karosserie und Pininfarina-Design rund um einen der bekanntesten japanischen Sportwagen.

Quellen