Maserati war auf dem Pariser Autosalon 2026 nicht vertreten. Stellantis hält dennoch an der italienischen Luxusmarke fest und will im Dezember in Modena deren nächste Produkt-Roadmap vorstellen. Der strategische Plan FaSTLAne 2030 sieht zwei neue Fahrzeuge im E-Segment vor. Erste Aussagen der Maserati-Führung deuten außerdem auf ein neues großes SUV und auf eine ungewöhnliche Nachfolgeidee für die Quattroporte hin.
Santo Ficili, Chief Operating Officer von Maserati, kündigte ein Konzeptfahrzeug an, das die Rückkehr in das mit dem Namen Levante verbundene E-SUV-Segment zeigen soll. Die künftige Quattroporte beschrieb er als sehr großes und niedriges Fahrzeug zwischen Shooting Brake und Crossover. Damit ist eine Richtung genannt, aber noch kein fertiges Serienmodell mit Preis, Antrieb oder Liefertermin bestätigt.
Die Zusage im FaSTLAne-2030-Plan
Stellantis stellte FaSTLAne 2030 im Mai 2026 vor. Der Konzern ordnet Maserati darin als reine Luxusmarke ein und plant zwei zusätzliche E-Segment-Fahrzeuge. Eine genauere Roadmap soll im Dezember 2026 in Modena folgen.
Der öffentliche Plan nennt weder die Antriebe noch die Plattformen. Die beiden Fahrzeuge könnten batterieelektrisch, hybrid oder mit Verbrennungsmotor angeboten werden. Die Gesamtstrategie von Stellantis umfasst alle drei Wege. Maserati nutzt bereits den Nettuno-Motor und elektrische Folgore-Versionen, sodass die Dezember-Präsentation auch die Frage nach der künftigen Gewichtung dieser Technologien beantworten muss.
Bestätigt sind bisher die Zahl der Modelle und ihre Einordnung. Nicht bekannt sind Leistung, Batteriegröße, Reichweite, Ladeleistung, Antrieb, Preis, Produktionsstandort und Marktstart. Angaben ohne offizielle Quelle bleiben daher Prognosen und sind keine Maserati-Daten.
Ein neues großes SUV als Levante-Nachfolger
Ficili verwendete den Namen Levante, um den geplanten Schritt zurück in die Klasse großer Luxus-SUVs zu erklären. Dort treten unter anderem Porsche Cayenne, BMW X5 und Mercedes-Benz GLE an. Seine Aussage bestätigt jedoch nicht, dass das spätere Serienfahrzeug tatsächlich Levante heißen wird.
Der bisherige Levante war das größte SUV der Marke. Nach dem Produktionsende wurde kein direkter Nachfolger vorgestellt. Ein Konzept in Modena kann Abmessungen, Proportionen und die gestalterische Richtung des neuen Fahrzeugs zeigen. Offizielle Angaben zu Sitzplätzen, Kofferraum, Batterie, Ladezeiten, Reichweite und Preis gibt es bislang nicht.
Auch für Deutschland und andere europäische Märkte existiert noch kein Bestell- oder Lieferplan. Ein Konzept kann eine Produktfamilie vorwegnehmen, die erst später und mit Änderungen in Serie geht. Deshalb sollte die Dezember-Veranstaltung zunächst als Produktankündigung und nicht als Verkaufsstart verstanden werden.
Die Quattroporte könnte ihre klassische Form verlassen
Die nächste Interpretation der Quattroporte soll laut Ficili keine gewöhnliche Limousine werden. Er sprach von einem großen, sehr niedrigen Fahrzeug zwischen Shooting Brake und Crossover. Damit könnte Maserati das niedrige Fahrgefühl eines Gran Turismo mit einer verlängerten Dachlinie und einer praktischeren Heckklappe verbinden.
Der Name, die Zahl der Türen, die Sitzplätze und der Antrieb sind nicht bestätigt. Shooting Brake beschreibt vor allem die Karosserieform. Der Begriff legt ein niedriges Fahrzeug mit längerem Heck nahe, sagt aber nichts über Kofferraum, Batterie, Motorleistung oder Fahrleistungen aus.
Das Fahrzeug müsste außerdem klar neben GranTurismo und Grecale stehen. GranTurismo und GranCabrio bilden die niedrige und sportliche Seite der Modellpalette, während Grecale das vielseitige SUV-Angebot abdeckt. Ein flacher Crossover könnte zwischen diesen Bereichen liegen. Seine genaue Aufgabe wird erst die vollständige Roadmap zeigen.
Die aktuelle Modellpalette und die Verkaufszahlen
Im Juni 2026 stellte Maserati überarbeitete Versionen von Grecale, GranTurismo und GranCabrio vor. Für den Grecale wurde der 390 PS starke Nettuno-V6 angekündigt. GranTurismo und GranCabrio erreichen in den Trofeo-Versionen bis zu 590 PS. Die Folgore-Modelle bilden den elektrischen Teil der Palette. Maserati nennt für den aktualisierten Grecale Folgore eine maximale Reichweite von 580 km in der entsprechenden Konfiguration.
Die technische Auswahl ist breit, deckt aber derzeit weder ein großes SUV noch eine große Limousine ab. Die beiden E-Segment-Fahrzeuge sollen diese Lücken schließen. Im Geschäftsbericht von Stellantis stehen für Maserati 11.127 weltweite Verkäufe im Jahr 2025. 2024 waren es 14.725, 2023 noch 26.689.
Stellantis führt den Rückgang unter anderem auf niedrigere Grecale-Volumen, eine geringere Nachfrage nach westlichen Luxusmarken in China, US-Zölle, das Ende der Produktion von drei Baureihen und den Abbau von Beständen zurück. Der Bericht nennt keine Zielzahl für die neuen Fahrzeuge. Er zeigt aber den wirtschaftlichen Rahmen, in dem die neue Produktplanung stattfindet.
Was im Dezember geklärt werden muss
Für Kunden und Händler sind Produktionsbeginn, Fertigungsstandorte, Zielmärkte und Antriebsvarianten die wichtigsten Punkte. Die aktuellen Modelle Grecale, GranTurismo und GranCabrio werden je nach Modell in Italien in Modena und Cassino entwickelt und gebaut. Für die beiden neuen E-Segment-Fahrzeuge hat Maserati den Produktionsort noch nicht bekannt gegeben.
Ebenso fehlen deutsche Preise, Termine für Bestellungen und Lieferzeiten. Das gilt auch für andere europäische Märkte. Zwischen einem Konzept und dem Serienfahrzeug können viele Monate liegen. Deshalb wird der offizielle Zeitplan wichtiger sein als technische Spekulationen.
Parallel entwickelt Maserati Project GT4, einen Rennwagen auf Basis des GranTurismo mit dem Ziel eines Einsatzes im Jahr 2028. Dieses Programm gehört zu Maserati Corse und ist nicht mit den beiden neuen Straßenfahrzeugen des E-Segments gleichzusetzen. Motorsport kann die technische Verbindung zwischen Rennstrecke und Straße stärken, beantwortet aber nicht die offenen Fragen zu Preis, Produktion und Verfügbarkeit.
Der derzeit gesicherte Stand ist überschaubar: Stellantis plant weiter mit Maserati, bestätigt zwei neue E-Segment-Fahrzeuge und will die Roadmap im Dezember 2026 in Modena vorstellen. Das Levante-Konzept und die mögliche Shooting-Brake-Crossover-Idee für die Quattroporte sind erste Hinweise. Motoren, Batterien, Reichweiten, Preise, Produktionsdaten und Markteinführung müssen noch bekannt gegeben werden.
Offizielles Maserati-Pressebild als Kontextabbildung. Die Bildrechte liegen beim Hersteller.



