Nissan zeigt auf der SEMA 2026 drei unterschiedliche Ideen für den Einsatz abseits befestigter Straßen. Der Frontier RONIN erhält einen Biturbo-V6 und umfangreiche Änderungen am Fahrwerk. Der Pathfinder XE-V6 verbindet historische Gestaltung mit Ausrüstung zur Bergung und zum Schutz des Unterbodens. Beim Armada Jungle Patrol wird aus dem geschlossenen SUV ein offenes Fahrzeug nach dem Vorbild von Safariwagen.

Die drei Umbauten sind vom 3. bis 6. November am Nissan-Stand 21521 in der Central Hall des Las Vegas Convention Center angekündigt. Der Hersteller bezeichnet sie ausdrücklich als Konzepte, die nicht zum Verkauf stehen. Mögliche Anregungen für spätere Produkte sind deshalb keine Bestätigung entsprechender Serienversionen oder vollständig bestellbarer Zubehörpakete.

Foto: Nissan.

RONIN: GT-R-Komponenten ohne veröffentlichte Leistung

Der Frontier verwendet als Basis den 3,8-Liter-V6 mit dem Motorcode VQ38DD. Laut Nissan kommt eine angepasste Biturboanlage mit Komponenten des GT-R NISMO R35 hinzu. Das Datenblatt nennt außerdem eine ECUTEK-Motorsteuerung mit Adapterkabelbaum von Visconti Tuning, einen vorn eingebauten Luft-Luft-Ladeluftkühler und ein doppeltes Ansaugsystem für den Einsatz im Gelände.

Eine endgültige Motorleistung veröffentlicht Nissan nicht. Die Herkunft einzelner Teile rechtfertigt daher nicht, die Leistungsdaten eines GT-R auf diesen Pickup zu übertragen. Es handelt sich um eine andere Installation in einem anderen Fahrzeug. Beschleunigungswerte oder eine unabhängige Messung des RONIN enthält die technische Beschreibung ebenfalls nicht.

Deutlich genauer sind die Änderungen am Fahrwerk aufgeführt. Angepasste Titan-Komponenten und der Austausch der Hinterachse werden mit speziellen Teilen von CJD Racing kombiniert. Umgerechnet nennt die Liste etwa 30,5 cm zusätzliche Breite, 10,2 cm Höherlegung und 35,6 cm Federweg. Die Werte beschreiben verschiedene Eigenschaften und sind nicht mit einer gemessenen Bodenfreiheit gleichzusetzen.

Türkisfarbener Nissan Frontier RONIN, Ansicht schräg von hinten

Türkisfarbener Nissan Frontier RONIN, Ansicht schräg von hinten. Foto: Nissan.

Obere und untere Querlenker sowie Radträger werden für die Anwendung gefertigt. Das Bilstein-Black-Hawk-Paket enthält einstellbare Dämpfer. Yokohama Geolandar X-AT mit einem nominalen Durchmesser von rund 89 cm sitzen auf NISMO-ASCEND-Prototypenrädern mit Befestigung des Reifenwulstes. Vorn nennt Nissan Sechskolbensättel und Bremsscheiben im Format 335 × 32 mm.

Im Innenraum stehen KINETIC-Sportsitze und zusätzliche Anzeigen für Ladedruck, Öldruck und Abgastemperatur. Die Baltic-Teal-Gestaltung greift topografische Linien auf, die auch auf den angepassten Sicherheitsgurten erscheinen. Damit begleitet die Ausstattung die technischen Veränderungen, statt sich auf eine neue Außenfarbe zu beschränken.

Was beim Pathfinder hinter XE-V6 steckt

Die Bezeichnung erinnert an den ersten Pathfinder der Baureihe WD21. Nissan stellt den Umbau in den Zusammenhang mit dem 40. Jubiläum des Modells. Das historische Emblem verweist auf den damaligen 3,0-Liter-V6. Es bedeutet jedoch nicht, dass dieser alte Motor im neuen SEMA-Fahrzeug eingebaut ist.

Die technische Grundlage bildet vielmehr das aktuelle Pathfinder-Rock-Creek-Paket. Dessen im Datenblatt genannte Serienleistung entspricht rund 220 kW. Eine NISMO-Auspuffanlage hinter dem Katalysator ist als Prototyp aufgeführt, ohne eine zusätzliche Leistungssteigerung zu beziffern. Rote Lackierung sowie schwarze, anthrazitfarbene und silberne Streifen erinnern laut Nissan an Patrol-Grafiken aus den 1980er-Jahren.

Ein spezieller Höherlegungssatz hebt die Karosserie um etwa 10,2 cm an und umfasst ein Distanzstück für den Hilfsrahmen. Die Prototypenräder NISMO AX-5 tragen Yokohama Geolandar M/T G003 in der Dimension 285/75R18. Eigene Stoßfänger sollen mehr Freiraum an Hindernissen schaffen; seitliche Schutzteile und Platten sichern exponierte Bereiche ab.

Roter Nissan Pathfinder XE-V6, Frontansicht auf sandigem Boden

Roter Nissan Pathfinder XE-V6, Frontansicht auf sandigem Boden. Foto: Nissan.

Am Heck trägt ein schwenkbarer Halter ein vollwertiges Ersatzrad. Hinzu kommen ein Dachträger, MOLLE-Befestigungsflächen, Zusatzleuchten und eine WARN-Seilwinde mit synthetischem Seil. Diese Teile sind für das Ausstellungsfahrzeug dokumentiert. Daraus folgt weder ein veröffentlichter Preis für den gesamten Umbau noch eine bestätigte Lieferbarkeit aller Komponenten beim Händler.

Für den Dachträger nennt die Vorstellung keine neue zulässige Dachlast. Auch aus den größeren Reifen lässt sich keine zusätzliche Anhängelast ableiten. Die Zubehörliste beschreibt den Aufbau des Konzepts und ersetzt keine vollständigen Zulassungs- oder Belastungsdaten für ein Kundenfahrzeug.

Jungle Patrol öffnet den Armada

Der Armada zeigt den sichtbarsten Karosserieeingriff. Ein offenes Dach wird mit einer röhrenförmigen Schutzstruktur kombiniert. Im hinteren Bereich sitzen die Passagiere auf nach innen gerichteten Bänken mit Gurtsystemen. Nissan nennt Safarifahrzeuge als Vorbild. Die Anordnung unterscheidet sich ausdrücklich von der normalen Sitzkonfiguration des serienmäßigen SUV.

Das Datenblatt führt den 3,5-Liter-V6 VR35 mit den Standardwerten auf. Nach Umrechnung entsprechen sie ungefähr 317 kW und 700 Nm. Eine NISMO-Auspuffanlage ist als Prototyp enthalten, eine höhere Motorleistung wird nicht angekündigt. Eine verbreiterte Spur und CJD-Fahrwerksteile mit langem Federweg gehören ebenso zum Umbau wie einstellbare Federbeine mit separaten Behältern und Bypass.

Die Yokohama Geolandar G003 M/T haben einen nominalen Durchmesser von etwa 94 cm. Dazu kommen NISMO-AXIS-Prototypenräder, Stahlrohrstoßfänger, verbreiterte Kotflügel und seitliche Schutzteile. Zusatzscheinwerfer ergänzen den Aufbau. Die veröffentlichten Bilder zeigen dieses Fahrzeug, liefern aber keine von Carboratory ermittelten Ergebnisse zur Leistungsfähigkeit im Gelände.

Keine Zusage für deutsche Kunden

Nissan nutzt die SEMA nach eigener Darstellung, um Rückmeldungen zu sammeln und Ideen für Zubehör oder spätere Fahrzeuge zu erproben. Einzelne Teile könnten in das Händlerangebot gelangen. Eine verbindliche Liste, deutsche Preise oder Termine für die drei vollständigen Umbauten nennt die Ankündigung jedoch nicht.

Der Hersteller weist zudem darauf hin, dass Veränderungen Leistung, Sicherheit, Emissionen, Haltbarkeit und Straßenzulassung beeinflussen können. Daraus entstehende Schäden oder Funktionsprobleme könnten außerhalb der Nissan-Garantie liegen. Wer ähnliche Arbeiten plant, muss daher Eignung und Zulassung für das eigene Fahrzeug prüfen. Ein SEMA-Konzept belegt nicht automatisch, dass derselbe Umbau in Deutschland auf öffentlichen Straßen gefahren werden darf.

Quellen