Der Porsche 550 Spyder kehrt in unerwarteter Form zurück: kleiner, vollelektrisch und ausschließlich für den Einsatz auf Privatgelände bestimmt. Der neue Porsche 550 J wird in Großbritannien von Hedley Studios von Hand gebaut, mit offizieller Porsche-Lizenz, und die Produktion ist auf 250 Exemplare begrenzt.

Das „J“ steht für „Junior“. Das Auto misst rund 2,9 Meter Länge und 1,2 Meter Breite, also 80 Prozent der Abmessungen des historischen Modells, kann aber zwei Erwachsene aufnehmen. Der angekündigte Startpreis für den britischen Markt entspricht etwa 80.000 Euro vor Steuern und Optionen.

Porsche 550 J, die verkleinerte elektrische Neuinterpretation des 550 Spyder

Foto: Porsche/Hedley Studios, über Motor1.

Elektromotor mit bis zu 16 kW und Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h

Die Standardversion nutzt ein 48-Volt-Elektrosystem und leistet rund 8 kW, entsprechend 11 PS. Das RS-Paket hebt die Leistung auf 16 kW, also etwa 22 PS, und die Höchstgeschwindigkeit liegt bei rund 80 km/h.

In der Basisausführung beträgt die angekündigte Reichweite etwa 48 km. Das RS-Paket fügt Batterien hinzu und erweitert den Aktionsradius auf rund 80 km. Es umfasst außerdem verstellbare Bilstein-Dämpfer, gelochte Brembo-Bremsscheiben und weitere Fahrwerksänderungen.

Die Komponenten des elektrischen Antriebs hinter den Sitzen des Porsche 550 J

Foto: Porsche/Hedley Studios, über Motor1.

Die Karosserie besteht aus Kohlefaser und sitzt auf einem Stahlrohrrahmen. Porsche nennt Scheibenbremsen an allen vier Rädern, Brembo-Sättel, Bilstein-Dämpfer und Eibach-Federn. Das Auto wiegt rund 330 kg in der Standardversion und 350 kg mit RS-Paket.

Innenraum für zwei Erwachsene, ohne moderne Bildschirme

Der Innenraum reproduziert die Atmosphäre eines Rennwagens der 1950er-Jahre. Das Lenkrad im Nardi-Stil, die Rundinstrumente und die mechanischen Schalter sind eigens für dieses Projekt gefertigt. Selbst der Hebel, der im Originalauto den Choke betätigt hätte, ist zu einem Fahrwahlschalter geworden.

Armaturenbrett und klassisch gestaltetes Lenkrad des Porsche 550 J

Foto: Porsche/Hedley Studios, über Motor1.

Batterien und Elektromotor sitzen hinter den Sitzen. Die Lösung soll nicht nur Platz vorn schaffen, sondern die Massenverteilung des 550 mit Mittelmotor nachbilden. Die beiden Sitze können in Kontrastfarben konfiguriert werden; das Personalisierungsprogramm umfasst Porsche-Paint-to-Sample-Töne und von Wettbewerben inspirierte Grafiken.

Die beiden Sitze des elektrischen Porsche 550 J

Foto: Porsche/Hedley Studios, über Motor1.

Keine Zulassung für den öffentlichen Straßenverkehr

Trotz Abmessungen und Fahrleistungen, die klar über elektrische Spielzeuge hinausgehen, ist der 550 J nicht für den öffentlichen Straßenverkehr homologiert. Porsche beschreibt ihn als Sammlerobjekt, das auf privatem Gelände und privaten Wegen gefahren werden kann.

Hedley Studios nutzte Originalzeichnungen, einen 3D-Scan eines 550 und Zugang zu den Porsche-Archiven. Die Proportionen wurden nicht nur mathematisch verkleinert: Lenkrad, Instrumente, Karosserie, Fahrwerk und Räder wurden für die neue Größe neu konstruiert.

Der originale Porsche 550 Spyder und der neue Porsche 550 J, von hinten gesehen

Foto: Porsche/Hedley Studios, über Motor1.

Das geehrte Modell hat eine besondere Bedeutung in der Markengeschichte. Der Porsche 550 Spyder war das erste Porsche-Automobil, das eigens für den Wettbewerb entworfen wurde. Bei der Carrera Panamericana 1954 belegten Hans Herrmann und Jaroslav Juhan die Plätze drei und vier in der Gesamtwertung und gewannen ihre Klasse nach einer 3.077 km langen Strecke.

Technische Daten und die Produktionsgrenze wurden vom Porsche Newsroom bestätigt. Die verwendeten Fotos stammen aus der Galerie von Motor1; Bestellungen für die 250 Autos sind bereits möglich.