Porsche hat den 911 Challenge vorgestellt, das neue Einstiegsmodell in seiner Kunden-Rennsport-Palette. Das Auto startet bei 208.800 Euro ohne Mehrwertsteuer, hat einen 4,0-Liter-Saug-Boxer und kann ab der Saison 2027 in mehreren international organisierten Markenpokalen gemeldet werden.

Der Begriff „Einstiegsmodell“ muss im Kontext von Porsche Motorsport gesehen werden. Der 911 Challenge ist günstiger im Kauf und wurde laut Hersteller so ausgelegt, dass Betrieb und Teile günstiger sind als beim 911 GT4 R und 911 Cup. Porsche hat jedoch kein geschätztes Jahresbudget für die Teilnahme an einer Meisterschaft veröffentlicht, und der angekündigte Preis enthält nicht die landesspezifische Mehrwertsteuer.

Porsche 911 Challenge auf einer Rennstrecke

4,0-Liter-Motor, 515 PS und PDK-Getriebe

Der Sechszylinder-Boxer stammt weitgehend vom serienmäßigen 911 GT3. In dieser Konfiguration leistet er 379 kW (515 PS) bei 8.500/min, die Drehzahlgrenze liegt bei 9.000/min. Die Abgasanlage hat einen Katalysator, aber keinen Partikelfilter.

Die Leistung gelangt über ein Siebengang-PDK an die Hinterräder. Der Fahrer kann das Getriebe im Automatikmodus belassen oder manuell über Schaltwippen am Lenkrad schalten. Die Wahl einer dem Straßenmodell nahen Übertragung unterscheidet den 911 Challenge vom 911 Cup, der ein sequenzielles Sechsganggetriebe nutzt.

Die von Porsche veröffentlichten technischen Daten nennen eine Masse von etwa 1.450 kg. Zum Vergleich innerhalb der Wettbewerbs-Palette hat der neue 911 Cup etwa 1.288 kg und 520 PS, ist aber ein spezialisierteres Auto für Meisterschaften wie den Porsche Mobil 1 Supercup und die Carrera-Cup-Serien.

Rennkomponenten, aber auch einstellbare Elektroniksysteme

Der 911 Challenge behält Abmessungen und wesentliche Karosserieelemente des 911 GT3, das Fahrwerk erhält aber für die Strecke entwickelte Bauteile. Die Dämpfer haben eine motorsportspezifische Abstimmung, der Stabilisator lässt sich in drei Positionen einstellen, Slicks sitzen auf 18-Zoll-Rädern mit Fünf-Bolzen-Befestigung.

Die Stahlbremsscheiben haben einen Durchmesser von 380 mm vorn und hinten. Diese Lösung nutzen auch 911 GT4 R und 911 Cup. Zur Serienausstattung gehören außerdem ein pneumatisches Drei-Wagenheber-System für schnelle Radwechsel an der Box und ein Heckflügel mit vier Einstellpositionen.

Für Einsteiger hat Porsche mehrere einstellbare Elektroniksysteme behalten: ABS, Traktionskontrolle, Stabilitätskontrolle und Porsche Torque Vectoring Plus. Das Lenkrad stammt vom 911 GT3 RS, hat aber zusätzliche Bedienelemente für den Wettbewerb. Das Auto hat auch eine Klimaanlage, relevant bei Rennen bei hohen Temperaturen.

Der Innenraum ist für den Wettbewerb vorbereitet

Schalldämmung, Teppich und Zierteile des Straßenautos sind entfernt. An ihrer Stelle montiert Porsche einen eingeschweißten Überrollkäfig, einen verstellbaren Rennsitz mit Sechspunktgurt und eine Feuerlöschanlage.

Der FIA-FT3-homologierte Sicherheitstank hat ein Fassungsvermögen von 110 Litern. Die Fronthaube öffnet mit Schnellverschlüssen, hinten sitzt eine FIA-zertifizierte Regenleuchte. Der 911 Challenge ist nicht für den öffentlichen Straßenverkehr homologiert.

Wo der 911 Challenge in der Porsche-Motorsport-Palette steht

Das neue Modell übernimmt die Rolle, die zuvor der Cayman GT4 Clubsport und zuletzt der 718 Cayman GT4 RS Clubsport innehatte. Er wird vor allem in den Serien Porsche Challenge und Trophy antreten, wo die Autos spezifikationsnah sind.

Darüber stehen der 911 GT4 R für die internationale GT4-Kategorie, dann der 911 Cup in höherstufigen Markenmeisterschaften. Der 911 GT3 R bleibt das Modell für GT3-Rennen nach FIA-Reglement.

Porsche sagt, der 911 Challenge könne ab der Saison 2027 an zahlreichen Markenserien teilnehmen. Der Hersteller hat bisher weder einen eigenen Wettbewerb in Rumänien noch einen lokalen Preis inklusive Steuern angekündigt. Für kommerzielle Anfragen in Europa nennt Porsche Motorsport die Adresse motorsport@porsche.de.

Bild: Porsche AG, über Porsche Newsroom.

Quellen