Innenraum eines Porsche 911. Der neue Verstärker mit Galliumnitrid ist noch keinem Modell offiziell zugeordnet. Foto: Porsche.

Porsche bereitet ein leichteres Burmester-Audiosystem mit Galliumnitrid-Halbleitern vor

Ab 2027 führt Porsche Galliumnitrid-Halbleiter in einer künftigen Version des Systems Burmester 3D High-End Surround Sound ein. Die erste Anwendung ist der Spannungswandler, der den 400-W-Verstärker des Subwoofers speist, nicht das gesamte Audiosystem.

Der deutsche Hersteller bezeichnet es als das erste High-End-Autoaudiosystem mit dieser Technik, das für die Serienfertigung vorbereitet ist. Das Debütmodell ist nicht bekannt gegeben, Porsche hat weder den Preis der Option noch die Möglichkeit des Einbaus in bereits ausgelieferte Autos mitgeteilt.

Was Galliumnitrid ist und warum es in einem Verstärker auftaucht

Galliumnitrid, abgekürzt GaN, ist ein in der Leistungselektronik verwendetes Halbleitermaterial. Gegenüber herkömmlichen siliziumbasierten Bauteilen können GaN-Transistoren mit höheren Frequenzen schalten und weniger Energie als Wärme verlieren.

In einem Autoaudiosystem muss der Verstärker die aus dem Bordnetz verfügbare Energie in das für die Lautsprecher nötige Signal umwandeln. Der Subwoofer verlangt hohe Leistungsspitzen, die Umwandlung erzeugt Wärme. Ein besserer Wirkungsgrad erlaubt, Kühlbauteile zu reduzieren, ohne dass der Verstärker seine Leistungsreserve verliert.

Porsche präzisiert, dass der Kühlkörper des Verstärkers etwa 20 % leichter sein kann. Diese Zahl bezieht sich auf den Kühlkörper, nicht auf das gesamte Burmester-System und nicht auf die Fahrzeugmasse. Passive Bauteile können ebenfalls verkleinert werden, was die Verstärkerbaugruppe kompakter macht.

Der Hauptnutzen ist keine höhere Lautstärke

Ein GaN-Chip macht die Musik nicht allein besser klingend. Lautsprecher, ihre Positionierung, die Isolierung des Innenraums, digitale Verarbeitung und akustische Abstimmung bleiben entscheidend. Der neue Halbleiter hilft vor allem der Stromversorgung, die geforderte Leistung mit geringeren Verlusten und Temperaturen zu liefern.

Für den Hörer kann der Vorteil in Momenten auftreten, in denen der Subwoofer rasch viel Energie verlangt. Porsche sagt, die Leistungsreserve trage zur dynamischen und kontrollierten Wiedergabe tiefer Frequenzen bei. Die Aussage ist vorerst die des Herstellers; das Seriensystem ist noch nicht in einem unabhängig testbaren Auto angekommen.

Die Temperatursenkung hat auch eine konstruktive Folge. Ein kleinerer Kühlkörper nutzt weniger Aluminium, der Verstärker braucht weniger Platz. In einem Sportwagen, in dem jedes Kilogramm und jeder verfügbare Liter sorgfältig verteilt werden, können diese Einsparungen zählen, auch wenn sie die Fahrleistungen allein nicht ändern.

Projekt ab 2023, gemeinsam mit der Universität Stuttgart

Die Idee, GaN für das Audiosystem zu nutzen, entstand bei Porsche Mitte 2023. Das Projekt „Driven by GaN“ wurde zusammen mit der Universität Stuttgart, einem internationalen Chip-Hersteller und einem auf Audiosysteme spezialisierten Partner entwickelt.

Ein in einem Auto verwendetes Bauteil muss in einer schwierigeren Umgebung arbeiten als ein Ladegerät oder ein Heimverstärker. Das Team musste große Temperaturschwankungen, Vibrationen und elektromagnetische Verträglichkeit mit den übrigen Elektroniksystemen berücksichtigen. Porsche sagt, mehrere Patentanmeldungen für die resultierenden Lösungen eingereicht zu haben.

Das Unternehmen prüft weitere Bordnutzungen von Galliumnitrid, hat sie aber nicht benannt. Das Material kann in verschiedenen Leistungswandlern verwendet werden, eine Ankündigung über eine Bewertung bedeutet jedoch nicht, dass diese Anwendungen bereits die Freigabe für die Serie haben.

Das Debüt ist für 2027 an einem noch unbekannten Modell geplant

Porsche sagt, der Verstärker gehe 2027 in einem künftigen Modell in Serie. Die Formulierung sagt nicht, ob es eine völlig neue Generation, ein Facelift oder ein Modelljahr-Update wird. Auch die Kompatibilität mit allen Burmester-Systemen der Palette ist nicht bestätigt.

Es ist wahrscheinlich, dass die Technik zuerst in einer optionalen Audiokonfiguration erscheint, weil Burmester 3D High-End Surround Sound über den Standard- und Bose-Systemen positioniert ist. Das bleibt jedoch eine Ableitung aus der aktuellen Palettenstruktur, kein von Porsche angekündigter Preis oder Ausstattungsumfang.

Das System ist von Dolby Atmos zu unterscheiden, das bereits auf bestimmten Porsche-Versionen mit Bose- und Burmester-Ausstattung verfügbar ist. Dolby Atmos beschreibt, wie kompatible Audioinhalte verteilt und wiedergegeben werden, GaN betrifft die Elektronik, mit der der Subwoofer-Verstärker gespeist wird. Beide Techniken können zusammenarbeiten, lösen aber unterschiedliche Probleme.

Was ein Käufer in Rumänien wissen muss

Derzeit gibt es keine Modellliste, keinen Konfigurator und keinen Tarif für den rumänischen Markt. Ein Nachrüstprogramm für bestehende Autos ist ebenfalls nicht bestätigt. Interessierte Käufer sollten die genaue Konfiguration prüfen, wenn Porsche das Debütmodell ankündigt, weil der Name Burmester von einer Baureihe zur anderen unterschiedliche Ausstattungen abdecken kann.

Die technische Neuheit ist präziser, als eine Formulierung wie „ein völlig neues Audiosystem“ nahelegt: Porsche ändert ein wichtiges Bauteil in der Speisung des Subwoofer-Verstärkers. Das angestrebte Ergebnis ist eine effizientere, kühlere und kompaktere Baugruppe, mit Serienstart 2027.

Quellen