Manthey feiert sein 30-jähriges Bestehen mit zwei Rennwagen auf Basis des Porsche 911 GT3 Cup und des 718 Cayman GT4 RS Clubsport. Die Sondermodelle heißen 911 GT3 Cup MR 30 und 718 Cayman GT4 RS Clubsport MR 30. Von jedem Fahrzeug sollen nur 15 Exemplare gebaut werden. Vorgestellt wurden die beiden Autos rund um das DTM-Finale in Hockenheim. Gleichzeitig hat Porsche eine engere Zusammenarbeit mit Manthey angekündigt.

Die Fahrzeuge tragen nicht nur eine Jubiläumsgrafik. Manthey hat Aerodynamik, Kühlung, Fahrwerk und Chassis für den Einsatz auf der Rennstrecke überarbeitet. Die veröffentlichten Angaben zum Projekt nennen für den 911 GT3 Cup MR 30 einen 4,2-Liter-Boxermotor mit etwa 560 PS. Der Cayman basiert auf dem 718 Cayman GT4 RS Clubsport und erhält eine breitere Karosserie, Carbonbauteile und eine auf Langstreckenrennen ausgelegte Kühlung.

Zwei Rennsportprojekte zum Jubiläum

Olaf Manthey gründete das Unternehmen 1996. In drei Jahrzehnten entwickelte sich Manthey vom Rennteam zu einem wichtigen Porsche-Partner im Motorsport, bei der Fahrzeugentwicklung und bei Performance-Produkten. Porsche hält inzwischen 67 Prozent an Manthey Racing. Die Zusammenarbeit soll künftig besondere Modelle, Performance-Kits und exklusive Rennerlebnisse umfassen.

Die beiden Jubiläumsautos nutzen unterschiedliche Rennsportplattformen. Der 911 GT3 Cup ist für Markenpokale und Kundensportprogramme ausgelegt. Der 718 Cayman GT4 RS Clubsport besitzt einen Mittelmotor und ist die Grundlage für Mantheys GT- und Nürburgring-Projekte.

Die Begrenzung auf 15 Fahrzeuge macht die Modelle nicht zu Straßenautos. Beide sind Rennwagen für Rennstrecken und Kunden mit speziellen Motorsportprogrammen. Manthey hat weder eine Straßenzulassung noch einen öffentlichen Preis angekündigt. Der MR 30 ist deshalb als Kleinserie für den Rennsport zu verstehen, nicht als neue Porsche-Variante für den normalen Verkaufsraum.

Porsche 911 GT3 Cup MR 30

Die wichtigste mechanische Änderung des 911 ist der größere 4,2-Liter-Boxermotor. Die verfügbaren Angaben zur Vorstellung nennen etwa 560 PS. Damit rückt der Wagen in den Leistungsbereich des Porsche 911 GT3 R. Auch frühere Cup-MR-Projekte folgten dem Ziel, den Abstand zwischen dem normalen 911 GT3 Cup und dem weiter entwickelten GT3 R zu verkleinern.

Die Karosserie wird durch Kotflügel und Radhausverbreiterungen aus recyceltem Carbon breiter. Die Spur wächst vorn um ungefähr 20 Millimeter und hinten um 50 Millimeter. Die zusätzliche Breite schafft Platz für eine größere Aufstandsfläche und eine geänderte Radführung. Leichtere Räder senken die ungefederte Masse; Manthey nennt für den verwendeten Radsatz eine Einsparung von etwa 3,8 Kilogramm.

Das Fahrwerk verfügt über in sechs Richtungen einstellbare Gewindefederbeine und eine überarbeitete Kinematik. So lässt sich der Wagen an Rennstrecke, Reifen und Gripniveau anpassen. Eine allgemeingültige Rundenzeit ergibt sich daraus nicht. Fahrer, Temperatur, Kraftstoffmenge, Reifen und Abstimmung bestimmen das Ergebnis.

Aerodynamik und Kühlung

Manthey hat Frontpartie, Splitter, Unterboden, Radhäuser und Heckflügel überarbeitet. Die größeren Flächen sollen bei hohem Tempo mehr Abtrieb und Stabilität erzeugen. Bei einem Rennwagen kann zusätzlicher Abtrieb das Bremsen und die Kurvengeschwindigkeit verbessern, gleichzeitig steigen aber Luftwiderstand und Reifenbelastung.

Ein zentraler Kühler verbessert die Luftführung und verringert das Risiko eines Kühlschadens bei einem leichten Kontakt. Manthey nutzt dieses Konzept auch bei Langstreckenprojekten. Die Bremskühlung wurde ebenfalls angepasst, damit der Verschleiß während langer Stints geringer bleibt.

Haube, Kotflügel, Verbreiterungen und Heckspoiler bestehen teilweise aus recyceltem Carbon. Das Material hilft beim Leichtbau und bei der Wiederverwendung von Ressourcen, beseitigt aber nicht die gesamte Umweltwirkung eines Rennwagens mit Verbrennungsmotor.

Der Cayman GT4 RS Clubsport MR 30

Das zweite Jubiläumsauto basiert auf dem Porsche 718 Cayman GT4 RS Clubsport. Manthey und die Griesemann Gruppe hatten zuvor den Cayman GT4 RS Clubsport M für Langstreckenrennen auf dem Nürburgring entwickelt. Der MR 30 führt dieses Programm mit einer breiteren Karosserie, neuer Aerodynamik, Fahrwerksänderungen und verbesserter Kühlung fort.

Die Carbon-Radhäuser verbreitern das Fahrzeug und erlauben eine größere Spur. Front, Heckdiffusor und großer Flügel sind auf zusätzlichen Abtrieb ausgelegt. Die Fahrwerksgeometrie arbeitet mit einem deutlich negativen Sturz. Das kann auf der Rennstrecke hilfreich sein, erhöht aber den Reifenverschleiß und ist kein sinnvoller Kompromiss für den normalen Straßenbetrieb.

Bremskühlung und zentraler Kühler sind für die Ausdauerrolle des Cayman besonders wichtig. Manthey gibt an, die Kühlung im Umfeld des 24-Stunden-Rennens auf dem Nürburgring erprobt zu haben. Bei langen Rennen ist eine konstante Temperatur ebenso wichtig wie die maximale Leistung, weil das Auto über mehrere Stints funktionieren muss.

Jubiläumslackierung und Produktion

Beide Fahrzeuge tragen Lackierungen in den traditionellen Manthey-Farben sowie „30 Years“-Grafiken. Die Optik kennzeichnet die Edition. Technisch entscheidend sind jedoch der größere Motor des 911, die verbreiterte Karosserie, das einstellbare Fahrwerk, die überarbeitete Kühlung und die Carbonteile.

Manthey baut jeweils 15 Exemplare und wählt die Käufer aus den Bewerbungen aus. Die Auslieferung des Cayman GT4 RS Clubsport MR 30 soll im November 2026 beginnen. Der 911 GT3 Cup MR 30 folgt voraussichtlich Anfang 2027. Ein Preis und ein Vertriebsplan für Deutschland oder Rumänien wurden nicht genannt.

Porsche und Manthey rücken näher zusammen

Porsche nennt bei Manthey 30 Jahre GT-Erfahrung, sieben Gesamtsiege beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring, sechs Klassensiege in Le Mans sowie Titel in FIA WEC und DTM. Die Beteiligung von 67 Prozent und die MR-30-Projekte zeigen, wie eng Rennsport und Kundenprodukte inzwischen verbunden sind.

Die beiden Autos sind keine Volumenmodelle. Sie zeigen aber, wie ein spezialisierter Partner Technik für eine kleine Gruppe von Teams und Fahrern entwickeln kann. Bauteile und Einstellungen eines Cup-Rennwagens lassen sich nicht ohne Weiteres auf einen straßenzugelassenen Porsche übertragen.

Bestätigt ist damit: Manthey baut jeweils 15 Exemplare des 911 GT3 Cup MR 30 und des 718 Cayman GT4 RS Clubsport MR 30. Für den 911 werden in den veröffentlichten Projektangaben ein 4,2-Liter-Motor und etwa 560 PS genannt; der Cayman konzentriert sich auf Aerodynamik, Kühlung und Fahrwerk. Preise und unabhängige Rundenzeiten sind noch nicht bekannt.

Quellen