Škoda wird innerhalb des Volkswagen-Konzerns mit Porsche verglichen, aber nicht wegen ähnlicher Fahrzeuge. Der Vergleich ist finanzieller Natur. Škoda erzielte 2025 eine operative Umsatzrendite von 8,3 Prozent, während Porsche auf 1,1 Prozent fiel. Der Analyst Matthias Schmidt sagte gegenüber Reuters, die tschechische Marke sei in diesem speziellen Sinn zum „neuen Porsche“ des Konzerns geworden.
Die operative Umsatzrendite ist das Verhältnis von Betriebsergebnis zu Umsatz. Sie ermöglicht einen Vergleich der operativen Leistung, zeigt aber weder den Gewinn pro Fahrzeug noch den Durchschnittspreis oder den Markenwert. Škoda und Porsche haben unterschiedliche Produkte, Kunden und Kostenstrukturen.
Die Ergebnisse der beiden Marken
Škoda Auto meldete für 2025 einen Rekordumsatz von 30,1 Milliarden Euro und ein operatives Ergebnis von 2,5 Milliarden Euro. Die Umsatzrendite blieb mit 8,3 Prozent auf dem Niveau von 2024. Weltweit wurden 1.043.900 Fahrzeuge ausgeliefert, 12,7 Prozent mehr als im Vorjahr.
Porsche hatte ein deutlich schwierigeres Jahr. Porsche AG erzielte einen Umsatz von 36,27 Milliarden Euro und ein operatives Ergebnis von 413 Millionen Euro. Daraus ergibt sich eine operative Umsatzrendite von 1,1 Prozent, nach 14,1 Prozent im Jahr 2024. Das Ergebnis wurde durch außerordentliche Aufwendungen von rund 3,9 Milliarden Euro belastet.
Für 2026 erwartet Porsche eine operative Umsatzrendite zwischen 5,5 und 7,5 Prozent. Das ist eine Prognose und kein bereits erzieltes Ergebnis. Die Marke überarbeitet ihre Produkt- und Elektrostrategie, während die Nachfrage in China schwächer ist, der Wettbewerb zunimmt und zusätzliche Kosten durch Handel und Transformation entstehen.
Warum Škoda so stark war
Škodas Ergebnis wurde durch eine breite Modellpalette, höhere Stückzahlen, Kostenkontrolle und Synergien im Volkswagen-Konzern unterstützt. Der Octavia blieb das meistverkaufte Modell, gefolgt von Kodiaq, Kamiq und Fabia. Škoda überschritt erstmals seit sechs Jahren wieder die Marke von einer Million weltweiten Auslieferungen.
In Europa, das Škoda als EU27+4 definiert, wurden 840.295 Fahrzeuge zugelassen, 9,6 Prozent mehr als 2024. Die Marke belegte insgesamt den dritten Platz und unter den Herstellern von Elektroautos den vierten Platz. EU27+4 umfasst neben den 27 EU-Staaten auch das Vereinigte Königreich, die Schweiz, Norwegen und Island.
Elektrifizierte Fahrzeuge wurden wichtiger. Škoda lieferte weltweit 218.700 elektrifizierte Autos aus, darunter 174.900 batterieelektrische Fahrzeuge und 43.800 Plug-in-Hybride. In Europa machten BEV und PHEV zusammen 25,7 Prozent der Škoda-Auslieferungen aus. Elroq und Enyaq erweiterten das Elektroangebot, ohne die Positionierung als Volumenmarke zu verändern.
Eine höhere Umsatzrendite bedeutet nicht, dass jedes Škoda-Fahrzeug mehr Gewinn erwirtschaftet als jeder Porsche. Škoda nutzt gemeinsame Plattformen und Komponenten und arbeitet mit deutlich anderen Stückzahlen und Kosten.
Warum Porsche unter Druck steht
Porsche war lange einer der wichtigsten Gewinnbringer im Volkswagen-Konzern. Sportwagen und Luxus-SUVs erlauben hohe Preise, doch das Ergebnis 2025 wurde von mehreren Faktoren belastet. Volkswagen nennt außerordentliche Aufwendungen, eine schwächere Nachfrage in China, die Kosten der überarbeiteten Elektrostrategie und Veränderungen in der Modellpalette.
China ist für Porsche wichtig, weil die Marke auf Kunden angewiesen ist, die Premiumpreise akzeptieren. Wenn die Nachfrage nachlässt und lokale Hersteller im Elektrobereich stärker werden, sinkt der Spielraum bei den Preisen. Eine Elektro-Modellpalette, die hinter den Erwartungen zurückbleibt, kann außerdem zusätzliche Investitionen und neue Zeitpläne erfordern.
Porsche reagiert mit einer „Value over Volume“-Strategie. Statt um jeden Preis mehr Fahrzeuge auszuliefern, soll der Schwerpunkt auf Fahrzeugen und Ausstattungen mit höherem Wert und besserer Marge liegen. Das kann den Durchschnittspreis schützen, beseitigt aber nicht sofort die Folgen der Sonderaufwendungen und der schwächeren Märkte.
Škoda wird nicht zu Porsche
Ein Superb ist kein Panamera und ein Kodiaq kein Cayenne. Die Marken haben unterschiedliche Kunden, Produkte, Vertriebsstrukturen und Kosten. Der Ausdruck „neuer Porsche“ bezieht sich auf eine Finanzkennzahl und nicht auf einen neuen Markenstatus.
Škoda erzielt seine Ergebnisse mit praktischen Autos in hohen Stückzahlen, von Kompaktwagen über SUVs bis zu elektrifizierten Modellen. Porsche arbeitet im Sportwagen- und Luxussegment, mit höheren Durchschnittspreisen und einer stärkeren Abhängigkeit vom Vertrauen der Premiumkunden. Eine höhere operative Rendite bei Škoda bedeutet daher nicht automatisch einen höheren Gewinn pro Fahrzeug oder einen größeren Markenwert.
Der Vergleich zeigt trotzdem die veränderte Balance im Volkswagen-Konzern. Škoda ist nicht mehr nur die günstige Marke, die Lücken in der Modellpalette schließt. Sie ist zu einer stabilen Quelle für Umsatz und operatives Ergebnis geworden, während Porsche die Rentabilität neu aufbauen muss, die die Marke früher zum finanziellen Aushängeschild des Konzerns machte.
Bedeutung für Käufer in Deutschland
Škoda bietet in Deutschland Modelle wie Octavia, Kodiaq, Kamiq, Fabia, Elroq und Enyaq an. Die Konzernrendite legt die deutschen Preise nicht automatisch fest. Entscheidend sind Ausstattung, Steuern, Transport, Finanzierung, Wechselkurse und die Strategie des Importeurs.
Für Käufer ist der Vergleich mit Porsche daher ein Hinweis auf die wirtschaftliche Effizienz und kein Beleg dafür, dass Škoda eine Premiummarke geworden ist. Die offiziellen Zahlen zeigen bei Škoda 2025 Rekorde bei Umsatz, operativem Ergebnis und Auslieferungen. Porsche wurde durch Sonderaufwendungen und ein schwierigeres Marktumfeld belastet. Der nächste Prüfpunkt ist, ob Porsche seine Prognose für 2026 erreicht und ob Škoda die Rendite von 8,3 Prozent beim Ausbau des Elektroangebots halten kann.
Bild: Škoda Auto. Offizielle Aufnahme von Octavia RS und Kodiaq RS als Artikelillustration.



