Jaguar Land Rover North America ruft 170.169 Mildhybrid-Fahrzeuge zurück, weil ein DC-DC-Wandler die 12-Volt-Batterie möglicherweise nicht mehr lädt. Wenn der Fehler während der Fahrt auftritt, kann das Fahrzeug schließlich die Antriebskraft und die Außenbeleuchtung verlieren.

Die Kampagne trägt bei der National Highway Traffic Safety Administration die Nummer 26V248. Sie gilt für Fahrzeuge auf dem US-Markt und darf nicht automatisch als weltweiter Rückruf bezeichnet werden. Im Bericht an die NHTSA erklärt JLR, dass die endgültige Abhilfe noch entwickelt wird. Die Halter erhalten zunächst eine vorläufige Information über das Risiko und später eine weitere Mitteilung, sobald die Reparatur verfügbar ist.

Wie der Fehler entstehen kann

Der DC-DC-Wandler versorgt das 12-Volt-Netz des 48-Volt-Mildhybridsystems. Der JLR-Bericht nennt einen internen Fehler im Steuerchip des Wandlers. Wenn das Bauteil ausfällt, wird die 12-Volt-Batterie möglicherweise nicht mehr geladen und verliert nach und nach ihre Energie.

Die erste Warnung in den Rückrufunterlagen lautet „Stop Safely Electrical Fault Detected“. Danach können zusätzliche Meldungen für Spurhalteassistent, Stabilitätskontrolle und Fahrwerk erscheinen. Wird das Fahrzeug weiter bewegt, kann es in den Leerlauf schalten, einen Getriebefehler anzeigen und bis zum Stillstand ausrollen. Der zentrale Bildschirm und die Klimaanlage können sich abschalten, der Motor kann ausgehen und die Außenbeleuchtung kann ausfallen.

Die NHTSA erklärt, dass ein Verlust der Antriebskraft die Unfallgefahr erhöht. Das ist die beschriebene mögliche Fehlerfolge und bedeutet nicht, dass jedes zurückgerufene Fahrzeug auf diese Weise ausfallen wird. Ob ein konkretes Auto betroffen ist, lässt sich nur über die Fahrzeug-Identifikationsnummer feststellen. Bei der Warnung müssen Halter die Vorgaben des Herstellers beachten und einen autorisierten Betrieb kontaktieren.

Betroffene Modelle in den USA

Der Rückruf betrifft bestimmte Land Rover Range Rover Sport der Modelljahre 2019–2024, Range Rover Evoque 2020–2023, Range Rover 2020–2024, Discovery Sport 2020, Defender 2020–2024, Discovery 2021–2024 und Range Rover Velar 2021–2024. Bei Jaguar sind bestimmte E-Pace aus den Jahren 2021–2022 und F-Pace aus den Jahren 2021–2024 mit Mildhybridsystem eingeschlossen.

Die internen JLR-Nummern lauten D126 für Land Rover und H575 für Jaguar. Die genannten Modell- und Baujahresbereiche bedeuten nicht, dass jedes Fahrzeug darin betroffen ist. Maßgeblich sind VIN, Produktionszeitraum und Ausstattung. Die NHTSA-Abfrage und ein autorisierter Händler sind die geeigneten Quellen für die Prüfung eines einzelnen Fahrzeugs.

Der öffentliche Bericht enthält noch keine endgültige Reparaturanweisung. JLR arbeitet nach eigenen Angaben an einer Lösung und will die Halter informieren, sobald die Maßnahme bereitsteht. Die vorläufigen Schreiben waren für Juni 2026 vorgesehen. Bis dahin sollte ein Fahrzeug mit der beschriebenen elektrischen Warnung entsprechend den Herstellerhinweisen sicher abgestellt werden.

Warum der Rückruf eingeleitet wurde

JLR untersuchte das Thema erstmals im September 2024, nachdem die Zahl der Garantieanfragen zum Austausch des DC-DC-Wandlers gestiegen war. Damals kam das interne Sicherheits- und Compliance-Gremium zu dem Schluss, dass die schrittweise Entwicklung der Symptome kein unvertretbares Sicherheitsrisiko darstelle. Im Jahr 2025 gingen weitere Meldungen ein, woraufhin JLR eine eigene Ingenieurgruppe einsetzte.

Laut NHTSA-Bericht arbeitete diese Gruppe von November 2025 bis März 2026 mit Hardware-in-the-Loop-Tests, physischen Prüfungen und virtuellen Simulationen. JLR besprach die Feldereignisse und die Entwicklung von den Warnmeldungen bis zum Antriebsverlust außerdem mit Behörden. Am 7. April 2026 stellte die NHTSA klar, dass sie das Problem als Sicherheitsfrage und nicht nur als Kundenzufriedenheitsthema bewertet. Das JLR-Gremium prüfte die Einschätzung am 10. April erneut und beschloss einen Sicherheitsrückruf in Märkten mit einer vergleichbaren Bewertung der zuständigen Behörde.

JLR meldete zwischen Juli 2019 und April 2026 insgesamt 5.952 US-Reklamationen und Feldberichte im Zusammenhang mit dem Austausch des Wandlers. Im selben Bericht erklärt das Unternehmen, ihm seien in den USA keine Unfälle, Verletzungen oder Brände bekannt, die auf dieses Problem zurückzuführen seien. Diese Angabe beschreibt den Kenntnisstand des Herstellers und beseitigt nicht das von der NHTSA festgestellte mögliche Sicherheitsrisiko.

Gilt der Rückruf auch in Europa?

Die Kampagne 26V248 ist ein US-Rückruf. JLR erklärt, dass Fahrzeuge in anderen Märkten über Qualitätskampagnen behandelt werden können, wenn die örtliche Behörde den Fehler nicht gleich bewertet. Ein Halter in Deutschland kann die Betroffenheit daher nicht allein anhand von Modell und Baujahr aus der US-Liste ableiten.

In Deutschland und anderen europäischen Ländern sollte die Prüfung mit der VIN bei einem autorisierten JLR-Betrieb oder beim offiziellen Importeur erfolgen. Die NHTSA-Datenbank legt den Rückrufstatus eines in Deutschland zugelassenen Fahrzeugs nicht fest. Ausstattung, Software, Lieferanten und Produktionszeiträume können sich zwischen Märkten unterscheiden.

Andere JLR-Rückrufe dürfen ebenfalls nicht mit dieser Kampagne vermischt werden. Die australische Behörde veröffentlichte beispielsweise einen separaten Rückruf für 7.153 Fahrzeuge wegen einer möglichen Beschädigung von Öldruck- und Öltemperatursensoren durch eine Umlenkrolle des Nebenaggregateriemens. Ursache und Kampagnennummer sind andere.

US-Halter sollten die VIN prüfen und die kostenlose Reparatur buchen, sobald das Abhilfeteil und das Verfahren verfügbar sind. In anderen Märkten ist die lokale Prüfung bei JLR der richtige Schritt. Die hier ausgewerteten offiziellen Unterlagen nennen keine europäische Kampagne, die der 26V248 entspricht.

Bild: Calreyn88/Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0. Das Range-Rover-Sport-Foto wurde konvertiert und lokal als WebP gespeichert.

Quellen