BRABUS hat das 900 Rocket Edition Cabrio vorgestellt. Der viertürige offene Geländewagen basiert auf dem Mercedes-AMG G 63, erhält einen auf 4,5 Liter vergrößerten V8 und leistet laut BRABUS 900 PS. Die Produktion ist auf zehn Exemplare begrenzt.

Das Fahrzeug kommt dem geplanten viertürigen Mercedes G-Klasse Cabrio zuvor. BRABUS verwendet für den Umbau ein eigenes Stoffdach, das sich von der Lösung der Mercedes-Prototypen unterscheidet. Das zweiteilige Verdeck besteht aus mehr als 500 neu entwickelten Komponenten, öffnet oder schließt in 20 Sekunden und besitzt eine beheizbare Heckscheibe.

BRABUS erklärt, dass jedes Fahrzeug vor der Auslieferung mehr als zehn Stunden in einer Klimakammer mit Wasser geprüft wird. Das ist eine Herstellerangabe und kein unabhängiger Dauertest des Dachs.

Vier Türen und vier Sitzplätze

Das 900 Rocket Edition Cabrio behält vier Türen und vier Sitzplätze. Hinter den hinteren Türen sitzt die C-BOW-Struktur, ein mit Sichtcarbon verkleideter Überrollbügel. Sie trägt den hinteren Teil des Verdecks und klappt beim Öffnen hinter die Rücksitze. Eine maßgefertigte Abdeckung schützt das zusammengelegte Dach vor Schmutz.

Ein integrierter Carbonbügel im vorderen Dachbereich hilft, die Form bei hohem Tempo zu halten, und soll Wind- und Fahrgeräusche reduzieren. In den Stoff ist ein „77“-Logo eingewebt. Es verweist auf das Gründungsjahr von BRABUS, 1977. Signature-Streifen und weitere Schriftzüge ergänzen die Dachgestaltung.

Die hinteren Türen besitzen spezielle Scharniere und lassen sich bis zu 90 Grad öffnen. Dadurch wird der Zugang zur Rückbank einfacher. Für die Fondpassagiere gibt es jedoch nicht dieselbe Nackenheizung wie vorne, wie Auto Express berichtet.

Innenraum des BRABUS 900 Rocket Edition Cabrio mit Leder, Alcantara und roten Details

Der 4,5-Liter-Rocket-V8

Als Basis dient der 3.982 cm³ große V8 des AMG G 63. BRABUS erhöht den Hubraum auf 4.407 cm³. Zum Umbau gehören eine Bohrung von 84 Millimetern, geschmiedete Kolben, spezielle Pleuel und eine aus dem Vollen gefräste Kurbelwelle. Zwei BRABUS-Turbolader können bis zu 1,4 bar Ladedruck erzeugen.

Die offizielle Leistungsangabe lautet 662 kW beziehungsweise 900 PS bei 6.200 U/min. Das maximale Drehmoment beträgt 1.250 Nm bei 2.900 U/min, wird im Fahrzeug aber elektronisch auf 1.050 Nm begrenzt. Das Neungang-Automatikgetriebe und der Allradantrieb der AMG-Basis bleiben erhalten.

BRABUS nennt 3,7 Sekunden für den Sprint von 0 auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit ist wegen der Reifen elektronisch auf 240 km/h begrenzt. Der Tacho reicht zwar bis 300 km/h, diese Skala ist aber nicht mit der tatsächlichen Höchstgeschwindigkeit gleichzusetzen.

Der BRABUS Rocket 900 V8 aus der bereitgestellten Auto-Express-Galerie

Die Abgasanlage arbeitet mit elektronisch gesteuerten Klappen, Metallkatalysatoren und Partikelfiltern. Die Carbon-Endrohre sitzen vor den Hinterrädern. Der Fahrer kann einen lauteren Sport-Modus oder einen zurückhaltenderen Coming-Home-Modus wählen. Diese Angaben stammen von BRABUS und sind keine unabhängigen Messungen von Geräusch oder Emissionen.

Widestar-Karosserie und 24-Zoll-Räder

Der Umbau umfasst das Widestar-Breitbaukonzept mit Sichtcarbon-Elementen. Die Frontschürze erhält große Lufteinlässe, auf der Motorhaube sitzt ein Powerdome und der Mercedes-Stern im Grill wird durch ein BRABUS-Logo ersetzt. Die verbreiterten Kotflügel verändern die Proportionen der G-Klasse.

Die 24 Zoll großen Monoblock-II-EVO-Räder besitzen drei Speichen und Carbon-Aeroblades. Die Reifen messen vorn 295/30 ZR 24 und hinten 355/25 ZR 24. Das zusammen mit KW entwickelte RideControl-Fahrwerk kann die Karosserie um bis zu 45 Millimeter absenken. Die Dämpfung lässt sich über den Fahrmodus-Schalter verstellen.

Der Masterpiece-Innenraum kombiniert schwarzes Leder und Alcantara mit Shell-Steppung. Rote Akzente finden sich an Sitzen, Lenkrad, Luftdüsen und Bedienelementen. Carbonblenden und beleuchtete Einstiegsleisten greifen das Außendesign auf. Die Carbon-Schaltwippen besitzen LED-Anzeigen für den Drehzahlbereich.

Außerdem integriert BRABUS einen digitalen Produktpass in die Spezifikationsplakette im Kofferraum. Das Blockchain-System soll nach Angaben des Unternehmens Echtheit, Eigentümer und Ausstattung jedes in Bottrop gebauten Fahrzeugs nachvollziehbar machen.

Die technischen Änderungen betreffen auch die Nutzung im Alltag. Die 24-Zoll-Räder tragen vorn 295/30 ZR 24 und hinten 355/25 ZR 24. Zusammen mit dem bis zu 45 Millimeter tiefer einstellbaren RideControl-Fahrwerk bleibt die Bodenfreiheit geringer als bei einem serienmäßigen G 63. Bei einem importierten Fahrzeug müssten deshalb nicht nur die Dachkonstruktion, sondern auch Räder, Reifen, Fahrwerk und die Eintragung der Leistungssteigerung geprüft werden.

Ein Auto für eine kleine Sammlerszene

Die Begrenzung auf zehn Fahrzeuge macht das 900 Rocket Edition Cabrio zu einem individualisierten Sammlerfahrzeug und nicht zu einer normalen G-Klasse-Variante. Auf der technischen Seite nennt BRABUS keinen einheitlichen Endpreis für alle Konfigurationen. Lackierung, Leder, Carbonteile und Sonderausstattung beeinflussen die endgültige Summe.

Eine deutsche oder österreichische Stückzahl sowie ein offizielles lokales Verkaufsprogramm wurden nicht genannt. Ein importiertes Fahrzeug müsste hinsichtlich Umbauhomologation, Zulassung, Versicherung und Wartung von Dach und Antrieb geprüft werden. Die genannten Fahrleistungen sind BRABUS-Werte und wurden nicht unabhängig von Carboratory getestet.

Bild: Auto Express/BRABUS. Die Fotos stammen aus der Galerie des bereitgestellten Artikels und wurden lokal als WebP gespeichert.

Sources