Fotoquelle: Uber, Bild aus der Mitteilung zum Start der Wayve-Fahrten in London.
Uber und Wayve starten überwachte autonome Fahrten in London mit dem Ford Mustang Mach-E
Uber und das britische Unternehmen Wayve haben in London die ersten autonomen Fahrten für die Öffentlichkeit im Vereinigten Königreich begonnen. Der Dienst ist in die Uber-App integriert und nutzt elektrische SUV Ford Mustang Mach-E mit dem System Wayve AI Driver.
Der Start bedeutet jedoch nicht, dass Fahrgäste bereits ohne Fahrer unterwegs sind. In der Anfangsphase sitzt in jedem Auto ein von Transport for London (TfL) lizenzierter Privatfahrer, der die Fahrt überwacht und eingreifen kann, wenn nötig.
Wie Wayve-Fahrten gebucht werden können
Ein Nutzer in London, der eine Fahrt UberX, Uber Electric oder Uber Comfort anfordert, kann ohne Aufpreis einem Wayve-Fahrzeug zugeordnet werden. Der Fahrgast kann diese Option annehmen oder ein von einem Fahrer gesteuertes Auto wählen, bevor das Fahrzeug am Abholpunkt ankommt.
Zum Start kann der Dienst in London betrieben werden, ausgenommen Flughafenzonen. Türen werden entriegelt und die Fahrt startet in der App; Bildschirme im Innenraum zeigen die geplante Route und sind in 64 Sprachen verfügbar.
Uber gibt an, dass sich bereits mehr als 140.000 Londoner angemeldet haben, um eine höhere Chance auf ein autonomes Auto zu haben. Das Unternehmen hat die genaue Größe der Anfangsflotte nicht genannt, nur dass sie klein sein und schrittweise wachsen werde.
Was das Wayve-System unterscheidet
Wayve sagt, sein System stütze sich nicht auf detaillierte HD-Karten und umfangreiche handgeschriebene Regelwerke. AI Driver wird aus im Verkehr gesammelter Erfahrung trainiert, und das Unternehmen gibt an, die Technik sei seit 2018 auf Londons Straßen entwickelt und trainiert worden.
Dieser Ansatz kann helfen, das System an andere Städte anzupassen, die Londoner Phase bleibt jedoch ein überwachter Dienst. Für den Nutzer ist der wichtige Unterschied einfach: Das Fahrzeug fährt automatisch, die operative Verantwortung ist aber nicht vollständig vom Menschen auf die Software übergegangen.
Warum das für den europäischen Markt zählt
London gehört zu den ersten europäischen Städten, in denen autonome Fahrtechnik in einem öffentlichen Ride-Hailing-Dienst ankommt, im komplexen Stadtverkehr und mit gewöhnlichen Fahrgästen. Der Start bietet einen realen kommerziellen Test für ein Modell, in dem autonome Fahrzeuge und Fahrer parallel arbeiten, nicht den direkten Übergang zu vollständig fahrerlosen Taxis.
Die Partnerschaft Uber-Wayve zielt auf 12 Märkte international, der nächste angekündigte Schritt ist die Einführung von Nissan Leaf mit Wayve-Technik in Tokio, später 2026. Für Europa hängt der Weg von überwachten Fahrten zu Diensten ohne Operator an Bord von Betriebsergebnissen, Genehmigungen und lokalen Sicherheitsanforderungen ab.



