Valtra hat zwei Ergebnisse mit dem T Series der sechsten Generation veröffentlicht: 87 km/h, verifiziert von Red Bull Racing auf dem Red Bull Ring in Österreich, und eine gemessene Sägeschwindigkeit von 40,125 km/h bei einem Feldversuch in Westdeutschland. Die Zahlen stammen aus zwei unterschiedlichen Aufgaben. Der erste Versuch untersuchte die Geschwindigkeit auf einer kontrollierten Rennstrecke, der zweite verband einen Serien-Traktor mit einer Väderstad-Tempo-Sämaschine und bewertete Geschwindigkeit und Genauigkeit.
Die Fahrt auf dem Red Bull Ring
Der Streckentest wurde gemeinsam mit Nokian Tyres durchgeführt. Valtra zufolge fuhr der T Series die schnellste Traktorrunde auf dem Red Bull Ring in 3 Minuten und 36,4 Sekunden und erreichte in der gefilmten Geschwindigkeitsprüfung 87 km/h. Dieses Ergebnis gilt für die Strecke, die konkrete Konfiguration und den Ablauf der Veranstaltung. Es ist kein allgemeiner Rekord für den Straßenverkehr und bedeutet nicht, dass jeder T Series mit 87 km/h betrieben werden kann.
Für die sechste Generation nennt AGCO je nach Ausstattung und örtlichen Vorschriften Transportgeschwindigkeiten von bis zu 57 km/h. Beim österreichischen Versuch kamen Nokian-Soil-King-Reifen, 0,8 bar Reifendruck vorn und hinten, ein Frontgewicht von 1.800 kg sowie zwei hintere Radgewichte von jeweils 500 kg zum Einsatz. Valtra weist darauf hin, dass geschulte Profis unter kontrollierten Bedingungen gefahren sind und dass die Aktion nicht nachgeahmt werden darf.
Die Ausstattung ist ein Teil des Ergebnisses. Reifen, Druck, Ballast, Untergrund und Messverfahren beeinflussen das Verhalten eines schweren Traktors bei ungewöhnlich hoher Geschwindigkeit. Die 87 km/h sind deshalb eine dokumentierte Demonstration und keine Betriebsempfehlung für Kunden.
Präzisionssaat mit mehr als 40 km/h
Die zweite Herausforderung fand auf einem Feld in Westdeutschland mit Väderstad statt. Ein serienmäßiger T Series arbeitete mit einer Väderstad-Tempo-Sämaschine und erreichte eine höchste gemessene Sägeschwindigkeit von 40,125 km/h. Während der Arbeit meldete Valtra eine Sägenauigkeit von mehr als 95 Prozent.
Gemessen wurde mit Lichtschranken, die an mehreren Überfahrten installiert waren. Der Traktor nutzte eine Applikationskarte, und die PTx-Lenkung war für 40 km/h freigeschaltet. Nach Angaben von Valtra wurden Bodenvorbereitung, agronomische Einstellungen und Saatparameter kontrolliert, damit die Daten eine realistische Arbeitssituation abbilden.
Acht Wochen später kehrten die Teams auf das Feld zurück. Bei dieser späteren Kontrolle wurden 92 Prozent Genauigkeit sowie ein gleichmäßiger und gesunder Bestand gemeldet. Die 92 Prozent sind eine andere Messung als der Wert von mehr als 95 Prozent während der Überfahrten. Die Trennung der beiden Angaben nach Methode und Zeitpunkt verhindert, dass daraus eine unklare Effizienzversprechung wird.
Auch Partner und Ziel der Versuche waren verschieden. Nokian Tyres unterstützte den Streckentest, Väderstad lieferte die Sämaschine für die Feldarbeit. Valtras Aussage lautet, dass Geschwindigkeit in der Landwirtschaft nur zusammen mit Führung, Präzision, Gerätekompatibilität und der Arbeit des Fahrers sinnvoll ist.
Der T236 in der neuen Baureihe
Der T236 ist das stärkste Modell der im Oktober 2026 vorgestellten neuen T-Series-Baureihe. Die Familie reicht von 170 bis 245 PS und nutzt den AGCO Power CORE75, einen 7,5-Liter-Sechszylinder. Für den T236 nennt Valtra bis zu 245 PS und 1.184 Nm Drehmoment.
Smart Power Management bietet die Modi Eco, Normal und Power. Valtra gibt an, dass der CORE75 am optimalen Betriebspunkt einen bis zu fünf Prozent niedrigeren spezifischen Kraftstoffverbrauch als der frühere AGCO Power 74HD erreichen kann. Dabei handelt es sich um einen Vergleich aus AGCO-Labortests und nicht um einen Carboratory-Test. Eine unabhängige Validierung sollte bis Ende 2026 abgeschlossen werden. Der tatsächliche Verbrauch hängt von Boden, Last, Gerät, Geschwindigkeit und Arbeitszyklus ab.
Zur Wahl stehen das stufenlose AGCO-ML-180-Getriebe und ein neues Zehngang-Powershift-Getriebe. SmartTouch Gen2 bietet einen hochauflösenden 12-Zoll-Bildschirm, konfigurierbare Arbeitsseiten, Profile für Fahrer und Gerät sowie eine integrierte Hilfe. AGCO spricht von der zehnfachen Rechenleistung der Vorgängergeneration. Der Traktor ist außerdem für PTx FarmENGAGE vorbereitet, das Aufgaben und Agrardaten zwischen Büro, Maschine und Feld übertragen kann, auch in gemischten Fuhrparks.
Wie die Ergebnisse einzuordnen sind
Das Ergebnis auf der Rennstrecke ist eine kontrollierte Demonstration. Der Säversuch liegt näher an der täglichen Landwirtschaft, beschreibt aber ebenfalls nur einen Traktor, ein Gerät, ein Feld und ein bestimmtes Messverfahren. Die Werte ersetzen keine unabhängigen Untersuchungen zu Verbrauch, Haltbarkeit, Bremsen, Reifenverschleiß oder agronomischen Ergebnissen auf anderen Betrieben.
Für Käufer sind Gesamtbetriebskosten, Service, Gerätekompatibilität, Zulassung und die zulässige Transportgeschwindigkeit wichtiger als ein einzelner Rundenrekord. Valtra kündigte die ersten Auslieferungen der sechsten Generation für Ende 2026 an, abhängig von der Verfügbarkeit. Ausstattung, Preise und lokale Bedingungen sollten beim Händler geprüft werden.
Die Kampagne ist interessant, weil sie Transportgeschwindigkeit und Präzisionsarbeit getrennt zeigt. Valtra möchte eine Maschine vorstellen, in der Motor, Getriebe, Führung, Gerätebedienung und Betriebsdaten zusammenarbeiten. Die Ergebnisse stammen vom Hersteller; die veröffentlichten Bedingungen machen jedoch deutlich, unter welchen Umständen sie erreicht wurden und warum sie nicht verallgemeinert werden sollten.



