Volkswagen ruft in den USA 48.165 Jetta der Modelljahre 2025 und 2026 zurück. Bei den Fahrzeugen könnte das Massekabel des Getriebes während der Montage nicht angeschlossen worden sein. Nach Angaben der National Highway Traffic Safety Administration kann ein offener Stromkreis eine höhere Stromaufnahme verursachen und die Brandgefahr erhöhen. Der Rückruf trägt bei der NHTSA die Nummer 26V138 und bei Volkswagen den Code 97TC.

Ein kleines Kabel mit elektrischer Funktion

Das betroffene Kabel gehört zum Stromkreis der Öldruckeinheit. Im von Volkswagen eingereichten Bericht heißt es, dass das Massekabel bei den betroffenen Fahrzeugen möglicherweise nicht mit dem Bolzen am linken Längsträger verbunden wurde. Die Öldruckeinheit wird als HW 05 mit der Teilenummer 09U927152 geführt. Ohne die Verbindung bleibt der Stromkreis offen.

Damit ist nicht gesagt, dass jedes Fahrzeug der Rückrufpopulation den Fehler tatsächlich aufweist. Volkswagen hat die Population anhand der Produktionsunterlagen bestimmt. Betroffen sind Fahrzeuge aus dem Produktionszeitraum vom 3. März 2025 bis zum 17. Februar 2026. Der Hersteller schätzt, dass weniger als 1 Prozent der 48.165 Fahrzeuge den Fehler enthalten dürfte. Eine Prüfung aller betroffenen VIN bleibt trotzdem erforderlich.

Der NHTSA-Bericht nennt kein Warnsignal für den Fahrer. Volkswagen hat in der entsprechenden Rubrik angegeben, dass keine Anzeige oder andere Vorwarnung vorhanden ist. Ein normal arbeitendes Kombiinstrument schließt das Problem deshalb nicht aus. Maßgeblich sind die VIN-Abfrage und die Kontrolle beim Händler.

Die Chronologie des Rückrufs

Die von der NHTSA veröffentlichte Chronologie beginnt im Dezember 2025. Damals gingen zwei Feldfälle ein, woraufhin Volkswagen Fahrzeuge vor Ort untersuchte. Am 19. Februar 2026 bestätigte die Analyse des Unternehmens, dass ein nicht angeschlossenes Massekabel einen offenen Stromkreis erzeugt und dadurch die Brandgefahr erhöhen kann. Das Sicherheitsteam der nordamerikanischen Region befasste sich am 26. Februar mit dem Thema. Am 4. März beschloss das Volkswagen Product Safety Committee die Rückrufaktion.

Im Bericht nennt Volkswagen sechs bestätigte Ansprüche aus den USA und Kanada. In drei Fällen schmolzen Kabel oder der Stecker der Öldruckeinheit. In drei weiteren Fällen kam es zu Bränden im Motorraum: zwei davon wurden aus den USA, einer aus Kanada gemeldet. Die Schäden beschränkten sich laut Bericht auf die Fahrzeuge; Verletzte wurden nicht gemeldet. Volkswagen erklärte außerdem, keine Unfälle, Verletzungen oder Todesfälle im Zusammenhang mit dem Fehler zu kennen.

Die Wortwahl ist dabei entscheidend. Die Behörde und der Hersteller beschreiben eine erhöhte Gefahr, keinen zwangsläufigen Brand bei jedem Fahrzeug. Die sechs Fälle stammen aus der Meldung von Volkswagen; der Bericht behauptet nicht, dass jeder Vorfall in einem unabhängigen Test reproduziert wurde. Die Rückrufentscheidung beruht auf den Produktionsdaten und den Feldmeldungen zusammen.

Die Reparatur ist kostenlos

Volkswagen-Händler sollen das Massekabel des Getriebes prüfen und es bei Bedarf reparieren. Für den Halter ist die Maßnahme kostenlos. Als Reparatur-Hardware nennt der Bericht HW 06. Ein eigenes Erstattungsprogramm ist nicht vorgesehen, weil sich die betroffenen Fahrzeuge noch innerhalb der Neuwagengarantie befinden.

In der Bestätigung der NHTSA war der 8. Mai 2026 als geplanter Beginn der Halterbenachrichtigung genannt. Die VINs sollten ab dem 13. März 2026 in der NHTSA-Datenbank abrufbar sein. US-Kunden können Volkswagen unter 1-800-893-5298 erreichen und den Code 97TC nennen.

Die Maßnahme betrifft nicht den Austausch des kompletten Getriebes. Der Händler kontrolliert eine elektrische Verbindung und setzt sie bei Bedarf instand. Weil sich der Status nach einem Werkstattbesuch ändern kann, muss ein älterer Fahrzeugbericht nicht den aktuellen Stand des Rückrufs zeigen.

Was europäische Halter wissen sollten

Die geprüften Dokumente beziehen sich auf Volkswagen Group of America und auf Jetta für den US-Markt. Sie bestätigen keinen identischen Rückruf für Deutschland, Rumänien oder andere europäische Märkte. Im Bericht wird Volkswagen de Mexico in Puebla bei den Bauteilangaben genannt. Der Produktionsort allein beweist jedoch nicht, dass Fahrzeuge für unterschiedliche Märkte dieselbe elektrische Ausführung besitzen.

Eine aus den USA importierte Jetta kann mit ihrer VIN in der NHTSA-Datenbank und bei einem Volkswagen-Servicebetrieb geprüft werden. Für ein europäisches Fahrzeug gilt das Rückrufsystem seines Marktes. Modellname und Baujahr reichen nicht aus; entscheidend sind VIN, Produktionsunterlagen und die jeweilige Marktkonfiguration.

Bei Rauch, verbranntem Kunststoffgeruch oder sichtbaren Hitzespuren im Motorraum sollte der Fahrer sicher anhalten und Hilfe anfordern. Der NHTSA-Bericht enthält keine pauschale Aufforderung, alle Fahrzeuge der Population abzustellen. Diese Empfehlung gilt daher bei konkreten Anzeichen. Das Fehlen einer Warnleuchte ist trotzdem kein Grund, die VIN-Prüfung aufzuschieben.

Für Gebrauchtwagenkäufer ist außerdem die zeitliche Einordnung wichtig. Ein Fahrzeug kann bereits verkauft worden sein, bevor die Halterbenachrichtigung verschickt wurde, oder es kann nach einem Werkstattbesuch den Besitzer gewechselt haben. Die offene oder erledigte Kampagne gehört deshalb zur VIN-Prüfung neben Unfallhistorie, Wartungsnachweisen und Kilometerstand. Der Rückruf ist kein allgemeines Urteil über jede Jetta des Modelljahres 2025 oder 2026, sondern eine genau abgegrenzte Maßnahme für Fahrzeuge in den genannten Produktionsaufzeichnungen.

Auch die Produktionsänderung ist im Bericht dokumentiert: Volkswagen aktualisierte die Qualitätswarnung und das Standardarbeitsblatt am 17. Februar 2026. Die Umsetzung im sogenannten Master-PC folgte am 23. Februar. Das zeigt, wann der Hersteller den Produktionsprozess angepasst hat; es ersetzt nicht die Prüfung eines einzelnen Fahrzeugs. Entscheidend bleibt, ob die betreffende VIN zur Rückrufpopulation gehört und ob die Verbindung beim Händler kontrolliert wurde.

Quellen