Der Mazda CX-6e hinterlässt beim ersten Kontakt einen hochwertigen Eindruck. Das Elektro-SUV sieht teuer aus, bietet einen sorgfältig gestalteten Innenraum und viel Platz im Fond. Im Alltag zeigt der Test aber auch Schwächen: Das Fahrwerk ist straff, der große Touchscreen reagiert nicht immer sofort, die digitalen Außenspiegel brauchen Eingewöhnung und die reale Reichweite liegt nur im Mittelfeld.
In Deutschland kostet der CX-6e Takumi derzeit 49.990 €. Damit tritt er gegen Tesla Model Y, Skoda Enyaq, Kia EV6 und BYD Sealion 7 an. Der Mazda argumentiert vor allem mit Innenraumqualität und Charakter, nicht mit der besten Effizienz des Segments.
Technik kompakt
Ein Elektromotor an der Hinterachse leistet 258 PS und 290 Nm. Die LFP-Batterie fasst etwa 78 kWh; die WLTP-Reichweite beträgt je nach Ausstattung bis zu 484 km. Gleichstrom kann mit maximal 195 kW geladen werden, Mazda nennt rund 24 Minuten für 10–80 Prozent. Wechselstromladen ist mit bis zu 11 kW möglich. 0–100 km/h dauern etwa 7,9 Sekunden.
Mit rund 4,85 Metern Länge und einem Radstand von über 2,9 Metern ist der CX-6e ein großes Familien-SUV. Das Platzangebot hinten gehört zu seinen klaren Stärken.
Design und Innenraum

Die Karosserie wirkt modern, ohne übertriebene futuristische Details. Die niedrige Front, die schmale Lichtsignatur und die integrierten Türgriffe ergeben ein klares Erscheinungsbild. Die Dachlinie fällt nur moderat ab, sodass die Alltagstauglichkeit nicht stark unter der SUV-Coupé-Form leidet.
Im Innenraum liegen die Stärken des Mazda. Materialien und Verarbeitung wirken näher an einem Premium-SUV als an einem typischen Volumenmodell. Das zentrale Element ist ein 26,45 Zoll großes Panoramadisplay. Head-up-Display, kabellose Smartphone-Anbindung und ein Audiosystem mit Lautsprechern in den Kopfstützen sind je nach Ausstattung erhältlich.
Der Bildschirm sieht gut aus, reagiert bei manchen Eingaben aber erst beim zweiten oder dritten Versuch. Das fällt besonders auf, weil viele Fahrzeugfunktionen über den Touchscreen bedient werden. Das Head-up-Display ist klar ablesbar, könnte jedoch mehr Informationen zu Navigation, Batterie und Verbrauch anzeigen.
Digitale Außenspiegel sind für höhere Ausstattungslinien verfügbar. Sie können die Aerodynamik verbessern, verändern aber die gewohnte Blickführung. Für den Alltag würden wir die klassischen Spiegel wählen.
Platz und Komfort
Der lange Radstand schafft viel Beinfreiheit im Fond. Auch größere Erwachsene sitzen hinten gut, und der fast ebene Boden hilft dem mittleren Sitzplatz. Der Kofferraum ist ordentlich, außerdem gibt es einen 80-Liter-Frunk für Ladekabel und kleinere Gegenstände.
Die Sitze sehen hochwertig aus, bieten auf langen Strecken aber weniger Unterstützung und Polsterung als erwartet. Zusammen mit dem straffen Fahrwerk wirkt der CX-6e auf schlechter Straße weniger entspannt als einige Konkurrenten.
Fahren
Die 258 PS reichen für Stadt, Autobahn und Überholvorgänge. Die Leistungsabgabe erfolgt gleichmäßig und die Hinterradplattform verleiht dem SUV eine natürliche Balance. Die Lenkung ist ausreichend direkt, die Karosserie bleibt in Kurven gut kontrolliert und das Auto wirkt vom Fahrersitz aus kleiner als seine Außenmaße.
Auf glattem Asphalt funktioniert das Fahrwerk gut. Querfugen, kurze Bodenwellen und Schlaglöcher werden dagegen deutlich in den Innenraum weitergegeben, besonders mit großen Rädern. Kleinere Felgen dürften besser zum Charakter des CX-6e passen.

Reichweite und Laden
Im Test waren unter den gefahrenen Bedingungen rund 320 km realistisch. Temperatur, Geschwindigkeit, Autobahnanteil, Klimaanlage, Fahrstil und Radgröße können den Wert deutlich verändern. Für Pendler und regionale Strecken reicht das aus, für häufige Tagesetappen von 500 oder 600 km ist die Reichweite weniger überzeugend.
Die maximale Ladeleistung von 195 kW ist konkurrenzfähig. Ob die rund 24 Minuten von 10 auf 80 Prozent erreicht werden, hängt unter anderem von Batterietemperatur, Vorkonditionierung und Ladekurve ab.
Vergleich mit den wichtigsten Alternativen
Das Tesla Model Y ist effizienter und bietet ein ausgereifteres Software- und Ladenetzwerk. Der Mazda hat den hochwertigeren, weniger minimalistischen Innenraum.
Der Skoda Enyaq ist komfortabler und praktischer. Der CX-6e wirkt dafür besonderer und fährt etwas engagierter.
Der BYD Sealion 7 kann je nach Version mehr Leistung, Allradantrieb und eine größere Batterie bieten. Mazda setzt stärker auf Gestaltung und ein geschlossenes Innenraumkonzept.
Der Kia EV6 bleibt für lange Strecken dank 800-Volt-Technik und sehr kurzen Ladestopps attraktiv. Der Mazda punktet mit seiner Kabinenatmosphäre und dem eigenständigen Design.
Fazit
Der Mazda CX-6e ist ein gutes Elektro-SUV mit einem der stärksten Innenräume seiner Klasse. Er bietet viel Platz, ausreichende Leistung und mehr Charakter als viele ähnlich große Modelle. Das straffe Fahrwerk, die teilweise langsame Bedienung, die nur durchschnittliche reale Reichweite und die nicht immer bequemen Sitze verhindern jedoch eine klare Klassenführerschaft.
Bei 49.990 € in Deutschland ist der CX-6e eine interessante Alternative, aber kein offensichtlicher Kauf. Wer Design, Materialqualität und Hinterradantrieb höher bewertet als maximale Effizienz, sollte ihn probefahren. Für häufige Langstrecken oder den besten Zahlenwert bleiben Model Y, Enyaq, EV6 und Sealion 7 starke Gegenangebote.

Häufige Fragen
Wie weit fährt der CX-6e im Alltag? Im Test waren etwa 320 km realistisch; offiziell sind bis zu 484 km WLTP möglich.
Wie groß ist die Batterie? Die LFP-Batterie hat ungefähr 78 kWh.
Wie schnell lädt er? Mit bis zu 195 kW DC; 10–80 Prozent sollen unter passenden Bedingungen etwa 24 Minuten dauern.
Ist der Mazda komfortabel? Der Innenraum ist geräumig, das Fahrwerk aber straffer als erwartet.



