AITO will nach eigenen Angaben im Herbst 2027 in den europäischen Markt eintreten. Die intelligente Fahrzeugmarke der SERES-Gruppe machte die Ankündigung auf dem Pariser Autosalon 2026 und zeigte dort den AITO 9, AITO 8, AITO 7 und AITO 6. Noch offen sind die ersten Länder, die Preise in Euro, die Importpartner und der Zeitplan für Bestellungen.
Europäische Namen für eine chinesische Modellfamilie
Für die Präsentation in Paris nutzte SERES die Namen AITO 9, 8, 7 und 6. In China sind die entsprechenden Baureihen vor allem als M9, M8, M7 und M6 bekannt. Eine vollständige Zuordnung der chinesischen Varianten zu europäischen Ausstattungen hat der Hersteller noch nicht veröffentlicht. Die vier Fahrzeuge zeigen deshalb die geplante Bandbreite, ersetzen aber noch keinen europäischen Produktkatalog.
Der chinesische AITO M9 liefert einige offizielle Referenzdaten. Die AITO-Seite nennt 5.230 Millimeter Länge, 1.999 Millimeter Breite und einen Radstand von 3.110 Millimetern. Das Modell ist als reines Elektroauto und mit Range-Extender erhältlich. Für bestimmte Varianten nennt AITO 630 Kilometer elektrische Reichweite im CLTC-Zyklus sowie 1.474 Kilometer kombinierte Reichweite bei der Version mit Range-Extender.
CLTC und WLTP sind unterschiedliche Prüfverfahren. Die Bedingungen und die Berechnung unterscheiden sich, deshalb darf ein chinesischer CLTC-Wert nicht als europäische WLTP-Reichweite dargestellt werden. Auch Batterie, Reifen, Software, Gewicht und Ausstattung können sich zwischen den Märkten ändern. Erst die WLTP-Daten des tatsächlich homologierten europäischen Fahrzeugs ermöglichen einen belastbaren Vergleich.
Typgenehmigung und Sicherheitsziel
SERES erklärt, dass AITO die europäische Vorbereitung auf der Whole Vehicle Type Approval der Europäischen Union aufbaut. Außerdem strebt das Unternehmen fünf Euro-NCAP-Sterne nach den Standards von 2026 an. Das ist ein Ziel des Herstellers und kein bereits veröffentlichter Testwert.
Für keines der vier in Paris gezeigten Modelle nennt die Mitteilung ein Euro-NCAP-Ergebnis. Die Bewertung hängt vom getesteten Fahrzeug und von der Serienausstattung ab. Auch Assistenzsysteme können je nach Region anders arbeiten. AITO will Fahrerassistenz und Parkassistenz an europäische Straßen, Fahrgewohnheiten und lokale Situationen anpassen, hat aber noch nicht aufgelistet, welche Funktionen in welchem Land verfügbar sein werden.
Zur Lokalisierung gehören Software, Karten, Sensoren, Verkehrszeichen und gesetzliche Vorgaben. Eine übersetzte Benutzeroberfläche bestätigt daher noch nicht den Umfang einer Funktion. Käufer in Deutschland oder anderen europäischen Märkten müssen auf die lokalen Handbücher, Zulassungsdaten und Ausstattungslinien warten.
Servicenetz noch ohne konkrete Partner
Der Europa-Plan umfasst laut SERES ein lokales Servicenetz, intelligente Diagnose, Mobilitätsdienste, eine lokale Ersatzteilversorgung und eigene Kundendienstteams. Namen von Partnern, die Zahl der Standorte und die Lagerorte wurden nicht genannt. Angaben zur Fahrzeug- und Batteriegarantie fehlen ebenfalls.
Bei einem großen Elektro-SUV gehören diese Punkte zur praktischen Produktbewertung. Neben der regelmäßigen Wartung können Batteriediagnose, Softwareupdates, Steuergeräte und Karosserieteile erforderlich sein. Die europäische Ersatzteilversorgung beeinflusst die Reparaturdauer. Eine allgemeine Ankündigung eines Servicenetzes beantwortet noch nicht die Frage, wie schnell ein Fahrzeug in einem kleineren Markt repariert werden kann.
Unternehmensangaben zur bisherigen Nutzung
SERES erklärt, dass sich mehr als 1,2 Millionen Fahrer für AITO entschieden haben. Die Fahrzeuge der Marke sollen insgesamt 40 Milliarden Kilometer zurückgelegt haben, darunter mehr als 10,6 Milliarden Kilometer mit intelligenter Fahrerassistenz. Das sind Angaben des Herstellers und keine unabhängige europäische Statistik zu Unfällen oder Zuverlässigkeit.
Das Unternehmen sagt außerdem, AITO sei im Brand-Finance-Ranking Automobiles 100 aus dem Jahr 2026 die einzige chinesische Marke unter den zehn wertvollsten Luxusautomarken gewesen. Der Markenwert ist eine Finanzkennzahl und misst nicht direkt Reichweite nach WLTP, Crashergebnisse oder Wartungskosten.
AITO wurde laut SERES im Dezember 2021 gegründet. Die SERES-MF-Plattform soll Antrieb, Fahrwerk, zentrale intelligente Funktionen, die Integration von Innenraum und ADAS sowie vernetzte Dienste abdecken. SERES nennt außerdem die SERES Super Factory und ein Produktionssystem mit dem Namen Industrial Brain als Teil der technischen Basis.
Was noch nicht feststeht
Herbst 2027 ist ein angepeilter Zeitraum, aber noch kein vollständiger Verkaufsplan. Preise in Euro, WLTP-Reichweiten, Ladeleistungen, Varianten, Garantien, Importpartner und die erste Ländergruppe sind nicht bekannt. SERES hat auch nicht bestätigt, ob alle vier Modelle gleichzeitig starten. Deutschland wurde nicht als eigener Startmarkt genannt.
Damit bleibt die überprüfbare Aussage klar begrenzt: AITO bereitet den Europa-Start für Herbst 2027 vor und hat eine Modellfamilie mit den Namen 9, 8, 7 und 6 vorgestellt. Die endgültigen technischen Daten und Verkaufsbedingungen müssen durch Typgenehmigungen, lokale Webseiten, offizielle Preise und unabhängige Tests bestätigt werden.
Für Interessenten bedeutet das, dass die frühe Präsentation noch keine verbindliche Kaufentscheidung ermöglicht. Erst mit einer europäischen Preisliste lässt sich beurteilen, welche Ausstattung serienmäßig ist und welche Kosten für Assistenzsysteme, größere Batterien oder zusätzliche Sitzkonfigurationen entstehen. Ebenso müssen Ladezeiten und Verbrauch unter europäischen Bedingungen veröffentlicht werden. Bis dahin bleibt der Vergleich mit bestehenden Elektro-SUVs vorläufig. Der Start kann sich außerdem zunächst auf einzelne Länder konzentrieren, bevor ein vollständiges Händler- und Servicenetz aufgebaut ist.
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