Offizielles Bild von Aston Martin.
Aston Martin Valhalla Spider erreicht auch ohne Dach 350 km/h
Aston Martin hat den Valhalla Spider vorgestellt, die offene Variante des Plug-in-Hybrid-Supersportwagens mit Mittelmotor. Der Spider übernimmt den 4,0-Liter-V8 mit zwei Turboladern, die drei Elektromotoren und die aktive Aerodynamik des Valhalla Coupé. Dazu kommen ein abnehmbares Dach und Änderungen an Karosserie, Software und Bedienung. Die ersten Kundenauslieferungen sind für das dritte Quartal 2027 geplant, die öffentliche Premiere findet beim Concours at Wynn Las Vegas statt.
Die offiziellen Eckdaten lauten 1.079 PS, 1.100 Nm, 0–100 km/h in 2,5 Sekunden und eine elektronisch begrenzte Höchstgeschwindigkeit von 350 km/h. Aston Martin bezeichnet den Spider als den schnellsten offenen Straßenwagen der Marke. Verbrauch und CO₂-Ausstoß befinden sich laut Hersteller noch in der Homologation und sind deshalb nicht als endgültige WLTP-Werte zu verstehen.
Kein versenkbares Dach
Der Valhalla Spider besitzt kein elektrisch versenkbares Hardtop. Zur Wahl stehen ein abnehmbares Carbon-Hardtop, ein abnehmbares Stoffdach oder die Fahrt ohne Dach. Mit dem Stoffdach liegt die Höchstgeschwindigkeit bei 200 km/h. Die vollen 350 km/h sind mit dem Carbon-Dach oder ohne Dach möglich.
Diese Lösung spart die Mechanik eines faltbaren Dachs, verlangt aber eine andere Nutzung als bei einem normalen Cabriolet. Das Dach wird vor der Fahrt abgenommen und ist nicht für den Transport in einem üblichen Kofferraum vorgesehen. Aston Martin hat zwei seitliche Staufächer mit jeweils 15 Litern geschaffen. Dort lassen sich der Windabweiser und kleinere Gegenstände unterbringen.
Der Windabweiser wird eingeklipst und lässt sich in drei Teile falten. Er führt die Luft über die Passagiere und hält gleichzeitig den Luftstrom zur Ansaugöffnung hinter dem Cockpit frei. Der Ansaugschnorchel ist beim Spider 35 Millimeter höher als beim Coupé; die angrenzenden Karosserieflächen wurden angepasst.
V8 und drei Elektromotoren
Der hinter den Insassen montierte V8 besitzt eine Flat-Plane-Kurbelwelle, eine Trockensumpfschmierung und eine Hot-V-Anordnung. Er liefert 828 PS. Zwei Elektromotoren sitzen an der Vorderachse, der dritte ist in das Doppelkupplungsgetriebe an der Hinterachse integriert. Die vorderen Motoren übernehmen die elektrische Momentenverteilung, während der hintere Motor die Gangwechsel unterstützt und den Rückwärtsgang ermöglicht.
Die Hochvoltbatterie hat 6,1 kWh und arbeitet mit einem 400-Volt-System. Aston Martin nennt eine Leistung von 150 kW, veröffentlicht aber noch keine endgültige elektrische Reichweite des Spider. Der Valhalla Spider ist daher ein Plug-in-Hybrid, dessen Batterie vor allem die Systemleistung und die Regelung unterstützt, kein Elektroauto für lange Strecken.
Das Getriebe besitzt acht Gänge. Ein elektronisches Hinterachsdifferenzial arbeitet mit der Momentenverteilung an der Vorderachse. Integrated Vehicle Control koordiniert Antrieb, Bremsen, Lenkung, Fahrwerk und Aerodynamik. Sport und Sport+ sind für die Straße gedacht; im Race-Modus werden die Einstellungen für die Rennstrecke verändert.
Carbon-Monocoque und aktive Aerodynamik
Die zentrale Struktur ist ein Carbonfaser-Monocoque, das gemeinsam mit Aston Martin Performance Technologies entwickelt wurde. Dieser Beratungsbereich ist mit dem Aston Martin Aramco Formel-1-Team verbunden. Die Vorderachse nutzt eine Pushrod-Konstruktion mit innenliegenden adaptiven Bilstein-DTX-Dämpfern. Hinten kommt eine Mehrlenkerachse zum Einsatz.
Aston Martin gibt im Race-Modus mehr als 600 Kilogramm Abtrieb bei 240 km/h an. Das ist ein Herstellerwert und keine Messung von Carboratory. Der zweigeteilte Heckflügel fährt im Race-Modus um 255 Millimeter aus und kann als Luftbremse dienen. Der aktive Frontflügel reagiert laut Aston Martin in rund 0,5 Sekunden.
Die Brembo-Keramikbremsen haben 410 Millimeter große Scheiben vorne und 390 Millimeter hinten. Die geschmiedeten Räder messen 20 Zoll an der Vorderachse und 21 Zoll hinten. Die Michelin Pilot Sport S 5 AML tragen die Dimensionen 285/30 ZR20 und 335/30 ZR21.
Änderungen für den offenen Betrieb
Die Dihedraltüren erhalten eine überarbeitete Kinematik und rahmenlose Scheiben. Das Schließsystem wurde so angepasst, dass sich die Türen leichter bedienen lassen. Der Carbon Fibre Touring Seat gehört zur Serienausstattung und hat weniger ausgeprägte Seitenwangen, was den Einstieg bei montiertem Dach erleichtert. Der einteilige Carbon-Sitz des Coupés bleibt ohne Aufpreis verfügbar.
Stabilitätsregelung und Software der aktiven Aerodynamik wurden für den Betrieb mit und ohne Dach neu abgestimmt. Das Ziel ist laut Aston Martin ein Verhalten nahe am Coupé, obwohl sich Gewicht und Balance leicht verändern. Ein unabhängiger Vergleich auf einer Rennstrecke liegt noch nicht vor.
Das Cockpit enthält zwei 10,25-Zoll-Displays, Apple CarPlay und einen digitalen Rückspiegel. Hinzu kommen Telemetrie-Funktionen, die mit der Formel-1-Arbeit der Marke verbunden sind. Q by Aston Martin bietet getöntes Carbon und individuelle Materialkombinationen.
Begrenzte Stückzahl, Preis offen
Insgesamt sollen nur 999 Valhalla gebaut werden. Bei der Vorstellung hieß es, ungefähr ein Viertel könnte auf den Spider entfallen; eine endgültige Stückzahl hat Aston Martin noch nicht genannt. Die Auslieferungen sollen zwischen Juli und September 2027 beginnen.
Ein offizieller Preis wurde nicht veröffentlicht. Mehrere Medien rechnen mit einem Aufschlag von etwa 40 Prozent gegenüber dem Coupé. Das ist jedoch eine Schätzung und keine bestätigte Preisliste. Offen sind außerdem das homologierte Gewicht, die WLTP-Werte, die CO₂-Emissionen, die Marktausstattung und die Verteilung nach Ländern.
Der Valhalla Spider ist deshalb kein gewöhnliches Cabriolet mit einem Dach, das auf Knopfdruck verschwindet. Er verbindet eine Carbon-Struktur, eine kompakte Hybridbatterie und aktive Aerodynamik mit einer Dachlösung, die vor der Fahrt gewählt werden muss. Für Käufer werden Preis, Zulassung und Verfügbarkeit ebenso relevant sein wie Beschleunigung und Höchstgeschwindigkeit.



