Der aktuelle Vantage S ist der Ausgangspunkt der neuen radikalen Version. Die offiziellen Bilder zeigen das Modell S, nicht den getarnten Prototyp. Fotoquelle: Aston Martin

Aston Martin bereitet einen radikaleren Vantage vor. Der am Nürburgring getestete Prototyp zielt auf das Terrain des Porsche 911 GT3

Aston Martin testet am Nürburgring eine Vantage-Version, die einem Rundstreckenauto nähersteht als der aktuelle Vantage S. Der getarnte Prototyp hat einen großen festen Heckflügel, einen verlängerten Frontsplitter, belüftete Kotflügel und vier zentral gruppierte Auspuffendrohre.

Der britische Hersteller hat das Modell nicht vorgestellt und den Namen nicht bestätigt. Die Automobilpresse nennt ihn vorläufig Vantage RS, doch diese Bezeichnung, die Motorleistung, der Preis und das Launch-Datum bleiben inoffiziell.

Was am Nürburgring-Prototyp zu sehen ist

Die sichtbaren Änderungen gehen über das Optikpaket eines Vantage S hinaus. Der Frontstoßfänger hat größere Einlässe und einen Splitter mit vertikalen Aerodynamikelementen an den Enden. Die Luftauslässe oben und hinter den vorderen Kotflügeln sollen den Druck in den Radkästen senken.

An den Seiten erscheinen breitere Schweller, das Heck wird vom festen Flügel über dem Kofferraumdeckel beherrscht. Der Diffusor hat eine neue Form, und die vier Endrohre sind von den Stoßfängerecken zur Mitte gewandert.

Diese Elemente deuten auf eine Version, die für mehr Abtrieb und Kühlung im Rundstreckenbetrieb entwickelt wird. Die Fotos erlauben jedoch keine Berechnung von Masse, Abtrieb oder Rundenzeitvorteil gegenüber dem Vantage S.

Der V8-Motor bleibt wahrscheinlich, die Leistung ist unbekannt

Der Vantage S nutzt einen vorn eingebauten 4,0-Liter-Biturbo-V8, der 680 PS und 800 Nm an die Hinterräder liefert. Das Getriebe ist ein Achtgang-Automatik, das Hinterachs-Differenzial hat elektronische Steuerung.

Das Modell S beschleunigt in 3,4 Sekunden von 0 auf 100 km/h und hat eine Höchstgeschwindigkeit von 325 km/h. Das sind die einzigen offiziellen Werte, die als Maßstab für den neuen Prototyp dienen können; Aston Martin hat weder angekündigt, dass die getestete Version 700 PS überschreitet, noch ein Schaltgetriebe bestätigt.

Mehr Leistung ist möglich, würde aber nicht ausreichen, den Charakter des Autos zu definieren. Masseabbau, Reifen, Bremsen, Achsgeometrie und aerodynamisches Gleichgewicht zählen auf der Strecke mehr als der Unterschied von einigen Dutzend PS.

Aston Martin Vantage S von hinten

Der Vantage S hat einen dezenten Spoiler auf dem Kofferraumdeckel; der am Nürburgring gesichtete Prototyp nutzt einen deutlich größeren festen Flügel. Fotoquelle: Aston Martin

Warum der Vergleich mit dem Porsche 911 GT3

Der Porsche 911 GT3 ist der häufig genutzte Maßstab für straßenzugelassene Sportwagen, die vorrangig für die Rennstrecke entwickelt sind. Der aktuelle GT3 verbindet den Saug-Sechszylinder, funktionale Aerodynamik und ein spezifisches Fahrwerk in einer Konfiguration, die sich stark vom Vantage mit vorn eingebautem Biturbo-V8 unterscheidet.

Der neue Aston Martin scheint dieselbe Nutzungskategorie anzustreben, nicht die technische Lösung von Porsche zu kopieren. Der feste Flügel, die Kotflügelbelüftung und der großzügige Diffusor zeigen, dass die Version dynamisch über dem Vantage S stehen wird.

Es gibt noch keine offizielle Nürburgring-Zeit und keine Aston-Martin-Erklärung, die den Porsche 911 GT3 als direkten Rivalen nennt. Der Vergleich ist eine Interpretation anhand der Prototypkonfiguration und der wahrscheinlichen Position in der Palette.

Der Vantage S hat bereits mehr Abtrieb als das Serienmodell

Der aktuelle Vantage S erzeugt nach Angaben von Aston Martin 111 kg aerodynamischen Abtrieb bei Höchstgeschwindigkeit. Der Heckspoiler trägt 44 kg bei, der Rest stammt aus Änderungen unter der Karosserie und im Frontbereich.

Die Version S hat neu abgestimmte adaptive Bilstein-DTX-Dämpfer, einen direkt an der Karosserie befestigten hinteren Hilfsrahmen und eigene Einstellungen der Achsgeometrie. Keramikbremsen, ein Kohlefaserdach und leichte Sitze sind optional.

Beim neuen Prototyp deuten der feste Flügel und der größere Splitter auf einen weiteren Anstieg des Abtriebs. Der genaue Wert lässt sich mit den 111 kg des Modells S erst nach der technischen Präsentation vergleichen.

Wann der neue Vantage vorgestellt werden könnte

Der Prototyp scheint seriennahe Karosserieelemente zu nutzen, Aston Martin hat jedoch keinen Zeitplan veröffentlicht. Eine Vorstellung im Laufe des Jahres 2027 ist möglich, vom Unternehmen aber noch nicht bestätigt.

Unbekannt sind auch die Stückzahl, der europäische Preis und die Verfügbarkeit in Rumänien. Bis zur Ankündigung des Herstellers ist „Vantage RS“ als Arbeitstitel zu behandeln, die kolportierten Spezifikationen bleiben Schätzungen.

Konsultierte Quellen