Ein neuer 1er für 2028
BMW bereitet für 2028 ein elektrisches Einstiegsmodell für Europa vor. Nach dem als Ausgangspunkt gelieferten Auto-Express-Bericht könnte dieses Projekt die Basis für die nächste Generation des BMW 1ers bilden und den Hinterradantrieb in das Kompaktmodell zurückbringen. BMW hat weder den endgültigen Namen noch das genaue Datum bestätigt. Auch ist nicht offiziell bekannt, ob alle künftigen 1er-Versionen angetrieben werden wie das gemeldete Elektroauto.
Das Vorhaben steht im Zusammenhang mit der Neuen Klasse. Diese Technologiefamilie startet mit den Elektroautos iX3 und i3 und soll auf viele weitere BMW-Modelle ausgeweitet werden. Ein kompakter Elektro-BMW würde der Marke ermöglichen, in wichtigen europäischen Märkten präsent zu bleiben und neue elektrische sowie digitale Systeme am unteren Ende der Produktpalette einzuführen.
Die Verbindung zu den ersten Generationen
Der erste BMW 1er kam 2004 auf den Markt. Er besaß einen längs eingebauten Motor und Hinterradantrieb. Damit unterschied er sich technisch von den meisten Kompaktwagen, benötigte aber mehr Bauraum und war aufwendiger zu produzieren. Die zweite Generation behielt dieses Konzept. 2019 wechselte die dritte Generation zu einer Architektur mit quer eingebautem Motor und Frontantrieb.
Die aktuelle Baureihe kann je nach Variante mit xDrive bestellt werden. Allradantrieb ist aber nicht dasselbe wie eine Grundlage mit Hinterradantrieb. Zwar kann das System die Kraft an beide Achsen verteilen, doch Motorposition und Plattform bleiben von der ursprünglichen Architektur geprägt. Eine echte Rückkehr zum Hinterradantrieb wäre deshalb für BMW-Fans relevant, auch wenn sie über einen Elektromotor erfolgt.
Auto Express verbindet die mögliche Änderung mit den BMW-eDrive-Motoren der sechsten Generation. Laut dem Bericht besitzt der Antrieb für die Hinterachse ein integriertes Getriebe und ist nicht auf dieselbe Weise für einen Frontantrieb vorgesehen. Das ist eine veröffentlichte technische Erklärung, aber noch keine offizielle Datenblattangabe für den nächsten 1er. BMW hat die endgültige Architektur nicht vorgestellt.
Elektro, Benzin und Hybrid
Der nächste 1er muss nicht ausschließlich elektrisch sein. Der Bericht erwartet Benzinversionen auf einer Weiterentwicklung der bisherigen Plattform, während die Elektrovariante Neue-Klasse-Technik nutzen könnte. BMW könnte damit unterschiedliche Antriebsarten anbieten, ohne alle Kunden gleichzeitig zum Wechsel auf Batterieantrieb zu zwingen.
BMW verfolgt bei anderen neueren Modellen einen ähnlichen Ansatz. Elektro- und Verbrennerfahrzeuge können gestalterisch verwandt sein, obwohl sie auf unterschiedlichen Architekturen beruhen. Auch Hybridantriebe dürften in der nächsten Modellpalette eine größere Rolle spielen. BMW hat aber noch keine Motoren, Batteriekapazitäten, Leistungen, Ladezeiten oder Preise genannt.
Das Elektroauto könnte BMW i1 heißen. Die Bezeichnung würde zu i3, i4 und iX passen, ist aber bisher nur eine Möglichkeit. BMW hat den Namen nicht bestätigt und keine Serienmerkmale veröffentlicht.
Was die Neue Klasse umfasst
Die Neue Klasse ist mehr als eine Plattform für Batterieautos. BMW beschreibt sie als neue Grundlage für Antrieb, Software, Produktion, Innenraum und Nachhaltigkeit. Der iX3 ist das erste Serienmodell dieser Familie, der i3 soll folgen. BMW will die Technologien bis 2027 auf etwa 40 neue Modelle und Modellüberarbeitungen übertragen.
Zum Programm gehören BMW Panoramic iDrive, Batterien der sechsten Generation und die Steuereinheit „Heart of Joy“ für Antrieb und Fahrdynamik. Ein kleiner Hatchback wird nicht zwingend jede Funktion in derselben Form erhalten. Kosten, Bauraum und Kühlung müssten an das Kompaktsegment angepasst werden.
Ein elektrischer 1er auf Neue-Klasse-Basis könnte von höherer Effizienz, schnellerem Laden und einer ähnlichen digitalen Bedienung wie größere BMW profitieren. Das sind mögliche Eigenschaften der Technologiefamilie, keine bestätigten Werte des künftigen Autos. BMW hat weder Reichweite noch Leistung oder Ladezeit genannt.
Warum BMW den Kompaktmarkt braucht
Der 1er ist seit zwei Jahrzehnten ein Einstieg in die BMW-Marke. In einem von Auto Express zitierten Interview erklärte Bernd Koerber, dass kleine Autos in mehreren europäischen Märkten wichtig bleiben. Er nannte Griechenland, Spanien und Italien und wies darauf hin, dass BMW ohne den 1er in manchen Ländern einen erheblichen Teil des Geschäfts verlieren würde. Außerdem sei der Hatchback für jüngere Kunden eine wichtige Kontaktmöglichkeit zur Marke.
Die aktuelle vierte Generation startete 2024 im Werk Leipzig in die Produktion. BMW teilte damals mit, dass dort seit dem Produktionsbeginn mehr als 1,3 Millionen 1er gebaut worden seien. Das Werk fertigt mehrere Modelle und unterschiedliche Antriebsarten auf gemeinsamen Linien. Diese Flexibilität kann bei der Entwicklung der nächsten Generation hilfreich sein.
Für europäische Käufer könnte ein kompakter Elektro-BMW mit Neue-Klasse-Technik der günstigste Zugang zu den neuen Systemen der Marke werden. Preis und Ausstattung sind unbekannt. Ebenso ist offen, ob Elektro- und Benzinmodelle exakt dieselbe Karosserie verwenden und wie lange sie parallel angeboten werden.
Design und Innenraum
Auto Express erwartet, dass der nächste 1er Elemente der kommenden 3er-Generation und anderer Neue-Klasse-Modelle übernimmt. Ein glatterer Vorderwagen, eine neue Interpretation der Nieren, bündige Türgriffe und M-inspirierte Details werden als Möglichkeiten genannt. Das sind Designprognosen und keine offiziellen Bilder des Serienfahrzeugs.
Die Hatchback-Form dürfte bleiben, weil X1 und iX1 bereits die Rolle der kompakten SUV übernehmen. Ein längerer Radstand könnte den Platz im Fond verbessern. Auto Express schätzt das Kofferraumvolumen auf etwa 400 Liter, BMW hat diesen Wert aber nicht bestätigt.
Im Innenraum könnte eine kompakte Version von BMW Panoramic iDrive erscheinen. Auch Smartphone-Integration, kabelloses Laden und Software-Updates aus der Ferne werden erwartet. Sportliche Varianten könnten konturierte Sitze und dunkle Materialien behalten, doch die endgültige Ausstattung steht nicht fest. Der aktuelle 1er bietet bereits BMW Curved Display, Operating System 9 und viele Assistenzsysteme; der neue Wagen müsste dieses Erlebnis weiterentwickeln.
Was feststeht und was offen bleibt
BMW hat die Neue-Klasse-Strategie, ihre Ausweitung auf viele Modelle und die Bedeutung des Kompaktsegments in Europa bestätigt. Außerdem ist ein elektrisches Einstiegsmodell für Europa im Jahr 2028 Teil der Produktplanung. Die direkte Verbindung zum 1er, der Hinterradantrieb, der Name i1, Reichweite, Preis und exakte Starttermin bleiben jedoch Erwartungen und keine offiziellen BMW-Spezifikationen.
Sollte das Projekt wie beschrieben in Serie gehen, würde der nächste 1er eine kompakte Karosserie mit den elektrischen und digitalen Technologien der Neuen Klasse verbinden und zugleich an die Hinterradantriebs-Identität der ersten Generationen anknüpfen. BMW hat bisher die technische Richtung und die Bedeutung des Modells bestätigt, nicht das fertige Auto.
Quellen
- BMW Group PressClub — Produktion des 1er in Leipzig
- BMW Group PressClub — der neue BMW 1er
- BMW Group — Neue Klasse
- BMW Group PressClub — Strategie der Neuen Klasse
Bild: BMW Group PressClub, offizielles Foto des BMW 1er. Lokale WebP-Datei: /resources/blog/bmw-1-series-rwd-2028.webp. Das Bild stammt nicht aus dem Auto-Express-Artikel.



