Die Konzepte, die den SUV iX3 und die Limousine i3 der Familie Neue Klasse vorwegnahmen. Fotoquelle: BMW Group

BMW bringt Neue-Klasse-Technik bis Ende 2027 in 40 Modelle

BMW bereitet 40 neue oder aktualisierte Modelle bis Ende 2027 vor, und diese übernehmen schrittweise für die Neue Klasse entwickelte Technologien. Die Zahl bedeutet nicht 40 völlig neue Elektroautos. In die Rechnung fallen sowohl Einführungen als auch Facelifts, einschließlich Modellen mit anderen Antriebsarten.

Das erste Auto auf der neuen Elektroarchitektur ist der SUV BMW iX3, gebaut in Debrecen in Ungarn. Das zweite ist die elektrische Limousine BMW i3, die 2026 in München in die Produktion ging. Der Rest der Palette erhält je nach Modell die neue Schnittstelle, die Elektronikarchitektur, die Steuerungssysteme und Elemente der Designsprache.

Was die Neue Klasse konkret bringt

Für Elektroautos ist die wichtigste Änderung die sechste Generation des eDrive-Systems. Sie nutzt eine Architektur mit 800 Volt und zylindrische Zellen mit einer um 20 Prozent höheren Energiedichte als die Vorgängergeneration, laut BMW-Angaben.

Beim iX3 kündigt der Hersteller eine maximale Reichweite von 805 km WLTP und Gleichstromladen mit höchstens 400 kW an. Unter idealen Bedingungen können zehn Minuten an einer kompatiblen Station bis zu 372 km im WLTP-Zyklus berechnete Reichweite hinzufügen. Die Werte im Verkehr hängen von Version, Temperatur, Geschwindigkeit, Reifen und dem Ausgangsstand der Batterie ab.

Die Neue Klasse bringt auch eine Elektronikarchitektur mit vier zentralen Rechnern, die BMW „Superbrains“ nennt. Sie bündeln Funktionen, die zuvor auf mehrere Steuergeräte verteilt waren. Einer der Rechner, Heart of Joy genannt, koordiniert Antrieb, Bremsen, Energierückgewinnung und einen Teil der Fahrwerksdynamik.

Das Unternehmen sagt, die Rechenleistung der neuen Architektur sei mehr als 20-mal höher als bei der aktuellen Generation. Die Verkabelung ist etwa 600 Meter kürzer und 30 Prozent leichter. Diese Zahlen stammen von BMW und beschreiben die vom Hersteller entworfene technische Konfiguration, nicht Ergebnisse eines unabhängigen Tests.

Neue Klasse bedeutet nicht, dass alle BMWs elektrisch werden

Die eigentliche Neue-Klasse-Plattform wurde für Elektroautos konzipiert. BMW wird jedoch einen Teil ihrer Technologien auch auf Modellen nutzen, die nicht auf dieser Plattform gebaut werden. Bis Ende 2027 will das Unternehmen, dass die neue Generation von Schnittstellen und Elektroniksystemen die gesamte Palette erreicht, unabhängig vom Antrieb.

Zu den übertragbaren Elementen gehören BMW Panoramic iDrive, das Betriebssystem BMW Operating System X und die Anzeige Panoramic Vision an der Windschutzscheibenunterkante. Aktualisierte Modelle können auch den neuen Außenstil erhalten, ohne Batterie, Motoren oder die 800-Volt-Architektur eines iX3 oder i3 zu übernehmen.

Ein künftiges Facelift eines Benziners oder Plug-in-Hybrids kann daher zu den 40 Einführungen zählen und den Neue-Klasse-Autos ähnlich sehen, ohne automatisch ein Modell auf der eigenen Elektroplattform zu werden.

BMW hat die iX3-Produktion in Debrecen beschleunigt

Am 30. Juli 2026 kündigte BMW-Vorstandsvorsitzender Milan Nedeljković an, dass das Werk Debrecen seit dem Serienstart 50.000 iX3-Exemplare gebaut hatte. Das Werk führte die zweite Schicht früher als geplant ein, und BMW näherte sich der Schwelle von 100.000 Bestellungen für das Modell.

Der Hersteller eröffnete Anfang Juni auch vorzeitig die Bestellungen für die Startedition des neuen i3. Bestellungen für die reguläre Palette sollen Ende September 2026 beginnen.

Das Tempo ist relevant, weil BMW die neuen Technologien in kurzer Zeit und in mehreren Werken einführen muss. Der iX3 wird in Debrecen gebaut, der i3 in München, und für den chinesischen Markt angepasste Versionen werden in Shenyang produziert. Ein Werk in San Luis Potosí, Mexiko, wird ebenfalls ins Neue-Klasse-Produktionsnetz eintreten.

Das Münchner Werk soll ab 2027 nur noch Elektroautos bauen

BMW hat etwa 650 Millionen Euro in die Umstellung des Münchner Werks auf die i3-Produktion investiert. Das Unternehmen beabsichtigt, dass die Fabrik ab Ende 2027 ausschließlich Elektroautos baut.

Diese Änderung betrifft das Münchner Werk, nicht alle BMW-Werke und nicht das gesamte weltweite Angebot. Der Hersteller verkauft weiter Verbrenner und Hybride, und der Zeitplan unterscheidet sich nach Werk und Region.

Was der Plan für einen Käufer in Rumänien bedeutet

Wer in den nächsten zwei Jahren den Kauf eines neuen BMW prüft, muss den Namen Neue Klasse auf der Ebene jedes Modells prüfen. Ein Auto auf der eigenen Plattform kann die Gen6-Batterie und 800-Volt-Laden haben; ein aktualisiertes Modell kann nur Schnittstelle, Elektronik oder Design übernehmen.

Genaue Ausstattung, Reichweite, Ladeleistung und Preis müssen im Konfigurator der in Rumänien verfügbaren Version verglichen werden. Die Ankündigung der 40 Modelle garantiert nicht, dass jedes gleichzeitig auf den lokalen Markt kommt, und sie bedeutet nicht 40 völlig neue Namen in der Palette.

Häufige Fragen

Wie viele BMW-Modelle erhalten Neue-Klasse-Technik?

BMW spricht von 40 neuen oder aktualisierten Modellen bis Ende 2027. Die Zahl umfasst Einführungen und Facelifts, nicht nur völlig neue Modelle.

Werden alle 40 Modelle elektrisch sein?

Nein. Die Neue-Klasse-Architektur ist für Elektroautos bestimmt, Schnittstelle, Elektronik und Designelemente werden aber auch auf Modelle mit anderen Antrieben ausgeweitet.

Welche sind die ersten Neue-Klasse-Modelle?

Das erste ist der elektrische SUV BMW iX3, gebaut in Debrecen. Das zweite ist der neue BMW i3, eine elektrische Limousine aus München und verschieden vom alten i3-Hatchback, der zwischen 2013 und 2022 gebaut wurde.

Welche Reichweite hat der BMW iX3?

BMW nennt je nach Version bis zu 805 km WLTP. Die reale Reichweite kann geringer sein und variiert mit Temperatur, Strecke, Geschwindigkeit und Ausstattung.

Erhalten aktuelle BMW-Autos diese Funktionen per Software-Update?

Nicht alle. Manche Softwarefunktionen können ferngesteuert aktualisiert werden, die 800-Volt-Architektur, die zentralen Rechner, die Verkabelung und Panoramic Vision erfordern jedoch werksseitig installierte Hardware.

Quellen