Das Bild zeigt den aktuellen Sandero, aktualisiert für 2026. Das Design der nächsten Generation hat Dacia nicht veröffentlicht. Fotoquelle: Dacia
Der nächste Dacia Sandero bekommt auch eine Elektroversion, Verbrenner bleiben aber in der Palette
Die nächste Generation des Dacia Sandero wird sowohl mit Elektroantrieb als auch mit Systemen angeboten, die einen Verbrennungsmotor nutzen. Der Hersteller hat eine „Multi-Energie“-Palette bestätigt, mit der er ein zugängliches Elektroauto einführen will, ohne sofort Kunden aufzugeben, die zu Hause nicht laden können oder für die der Kaufpreis das Hauptkriterium bleibt.
Das neue Modell wird um 2028 erwartet, laut Informationen, die das britische Magazin Auto Express von der Dacia-Führung erhalten hat. Katrin Adt, Geschäftsführerin der Marke, sagte, das Projekt sei noch in der Entwicklung und endgültige technische Entscheidungen seien nicht getroffen.
Elektro und Hybrid in derselben Sandero-Familie
Dacia hat den künftigen Sandero in den Strategieplan 2030 aufgenommen und offiziell angekündigt, dass die nächste Generation eine vollständig Multi-Energie-Palette haben wird. Die Formel beschreibt noch keine konkreten Motoren oder Batterien, bestätigt aber, dass die Elektroversion nicht auf einmal alle anderen Varianten ersetzt.
Denis Le Vot, früherer Dacia-Geschäftsführer, sagte bereits 2024, der Markt sei nicht bereit für den ausschließlichen Wechsel zu Elektroautos. Er erwartete, dass die Verbrennerantriebe der nächsten Generation höchstwahrscheinlich hybridisiert würden.
Die aktuelle Führung behält dieselbe allgemeine Richtung. Frank Marotte, Dacia-Vizepräsident für Marketing, Vertrieb und Betrieb, sagt, der Renault-Konzern habe sowohl Plattformen für Elektroautos als auch flexible Architekturen, die mehrere Antriebsarten aufnehmen können. Das Unternehmen prüft, welche Lösung das passende Verhältnis von Kosten, Reichweite und Endpreis bietet.
Die Plattform ist offiziell nicht gewählt
Der aktuelle Sandero nutzt die Architektur CMF-B, gemeinsam mit mehreren Renault- und Dacia-Modellen. Eine der geprüften Varianten für den Nachfolger ist die Weiterentwicklung dieser Plattform, angepasst für Hybrid- und Elektrosysteme. Eine solche Wahl würde die Nutzung bereits in großen Stückzahlen produzierter Komponenten erlauben und die Kosten begrenzen.
Die Alternative ist eine dedizierte Elektroarchitektur der Familie AmpR, genutzt vom Renault 5 E-Tech und Renault 4 E-Tech. Dacia hat keine der Lösungen bestätigt. Katrin Adt erklärte, das Team prüfe die Möglichkeit einer einzigen Plattform für mehrere Versionen, das Projekt habe aber die endgültige Konfiguration noch nicht erreicht.
Aus demselben Grund sind Angaben über eine vom Renault Twingo E-Tech oder Renault 5 übernommene Batterie, deren Kapazität und die Reichweite des künftigen elektrischen Sandero vorerst Schätzungen. Dacia hat keine WLTP-Zahlen und kein Preisziel veröffentlicht.
Der Sandero Stepway wird fortgeführt
Die künftige Familie umfasst wieder einen Sandero-Hatchback und eine Variante Sandero Stepway, mit größerer Bodenfreiheit und äußerem Schutz. David Durand, Designchef von Dacia, deutete an, die Marke wolle eine klarere Differenzierung zwischen den beiden Versionen.
Das Elektroauto könnte einen geschlosseneren Grill und andere aerodynamische Details erhalten, während Hybridvarianten die für die Motorkühlung nötigen Lufteinlässe haben. Diese Elemente wurden nicht offiziell gezeigt, und spekulative Bilder in der britischen Presse stellen nicht das für die Produktion freigegebene Design dar.
Der aktuelle Sandero erhält inzwischen Hybridtechnik
Die Information über die Generation 2028 darf nicht mit der Aktualisierung des jetzt verkauften Modells verwechselt werden. Dacia hat die aktuellen Sandero und Sandero Stepway restylt und eine neue Lichtsignatur, einen 10-Zoll-Multimedia-Bildschirm und überarbeitete Antriebe eingeführt.
Der Sandero Stepway soll im letzten Quartal 2026 das System Hybrid 155 erhalten, das bereits auf Jogger und Bigster genutzt wird. Es kombiniert einen 1,8-Liter-Benzinmotor, zwei Elektromotoren, eine 1,4-kWh-Batterie und ein kupplungsloses Automatikgetriebe. Die Gesamtleistung beträgt 155 PS, das Drehmoment des Verbrennungsmotors erreicht 170 Nm.
Die aktuelle Palette behält auch den Motor TCe 100 sowie das System Eco-G 120 mit Benzin und LPG. Diese Aktualisierungen verlängern das Leben der dritten Generation, bis der Multi-Energie-Nachfolger bereit ist.
Warum Dacia den Verbrenner noch nicht aufgibt
Für eine auf zugängliche Preise ausgerichtete Marke hat die Batteriekosten einen großen Einfluss auf den Endpreis. Ein elektrischer Sandero muss billig genug bleiben, um sich nicht mit größeren, anspruchsvolleren Modellen des Renault-Konzerns zu überschneiden.
Zugleich unterscheiden sich Ladeinfrastruktur und Zugang zu einer Steckdose stark zwischen den europäischen Märkten. Die Hybridvariante kann ohne externes Laden genutzt werden, und ein Benzin- oder LPG-Antrieb bleibt relevant für Käufer, die lange Strecken zurücklegen und keinen Parkplatz mit Ladegerät haben.
Dacia verfolgt so einen Übergang in Etappen: Spring bleibt das städtische Elektroauto, ein neues Elektroauto der Klasse A wird in Europa vorbereitet, und der elektrische Sandero tritt in eine geräumigere Kategorie ein. Parallel halten Hybridversionen Kosten und Nutzungsfreiheit, die ein bedeutender Teil der Kunden verlangt.
Was das für Käufer in Rumänien bedeutet
Der Sandero ist eines der Schlüsselmodelle von Dacia auch für den lokalen Markt. Eine Elektroversion würde eine größere, praktischere Alternative zum Spring bringen, die Wahl hängt aber von drei derzeit fehlenden Informationen ab: Preis, WLTP-Reichweite und Ladegeschwindigkeit.
Käufer sollten einen nahen Kauf nicht auf Basis angenommener Spezifikationen für 2028 verschieben. Dacia hat keine Bestellungen eröffnet, das Auto nicht vorgestellt und nicht die Werke bekannt gegeben, in denen die verschiedenen Versionen produziert werden. Bis zum Start können sich auch Kalender und Palettenstruktur ändern.
Sicher ist, dass der Sandero nicht direkt von Benzin zu einem ausschließlich elektrischen Angebot wechselt. Die neue Generation erlaubt Dacia, parallel ein Elektroauto und mindestens eine hybridisierte Lösung zu verkaufen und das Verhältnis zwischen ihnen an die Nachfrage jedes Marktes anzupassen.
Konsultierte Quellen
- Dacia — der Strategieplan FutuREady und die Multi-Energie-Palette des künftigen Sandero
- Dacia — Aktualisierungen von Sandero, Sandero Stepway, Jogger und Logan
- Dacia — die Produktoffensive und die Antriebe 2026
- Renault Group — Elektrifizierungsstrategie und Entwicklung der Dacia-Palette
- Auto Express — Aussagen der Dacia-Führung zur nächsten Sandero-Generation



