Dakar 2021, vierte Etappe, in Saudi-Arabien. Foto: EKSRX/Wikimedia Commons, CC BY 2.0; verkleinert und in WebP umgewandelt.
Dakar 2027 verlässt Saudi-Arabien für eine Ausgabe
Die Dakar 2027 wird nicht in Saudi-Arabien stattfinden, obwohl der Wettbewerb dort vom 1. bis 15. Januar geplant war. Die Amaury Sport Organisation und die Saudi Motorsport Company teilten am 25. Oktober mit, dass sie die Rallye wegen der „jüngsten Ereignisse in der Region“ gemeinsam verlegen. Das neue Gastgeberland und eine alternative Strecke wurden noch nicht genannt.
Die Rallye ist nicht abgesagt. ASO bestätigte, dass die Dakar 2027 in einem anderen Gebiet stattfinden soll. Der Veranstalter steht nach eigenen Angaben direkt mit Teilnehmern, Teams und Partnern in Kontakt. Der neue Austragungsort soll in einer separaten Mitteilung bekannt gegeben werden. Meldungen über Marokko oder einen europäischen Start sind deshalb zunächst Möglichkeiten und keine bestätigten Streckendaten.
Saudi-Arabien soll 2028 zurückkehren
Die Verlegung wird als außergewöhnliche Entscheidung für nur eine Ausgabe beschrieben. Saudi-Arabien war seit 2020 siebenmal in Folge Gastgeber und soll 2028 zurückkehren, wenn die Veranstaltung ihre 50. Ausgabe feiert. ASO, Saudi Motorsport Company und die Saudi Automobile and Motorcycle Federation wollen ihre Zusammenarbeit fortsetzen.
Damit ist die Entscheidung kein dauerhafter Ausschluss des Königreichs. Sie verändert den Austragungsort für 2027 wegen der von den Organisatoren genannten Sicherheitslage.
Außerdem ersetzt sie die Strecke, die im Mai vorgestellt worden war. Der ursprüngliche Plan sollte als Rundkurs in King Abdullah Economic City beginnen und enden und 5.320 Kilometer Wertungsprüfungen umfassen. Vorgesehen waren unter anderem Yanbu, AlUla, Hail, Al Duwadimi, Bisha und Al Bahah. Drei neue Etappen und ein stärkerer Schwerpunkt auf die Region am Roten Meer waren angekündigt. Diese Angaben beschreiben den aufgegebenen Saudi-Plan und nicht die endgültige Dakar 2027.
Ein neues Land bedeutet neue Logistik
Die Dakar ist nicht nur eine Linie auf einer Karte. Der Veranstalter muss Verbindungsstrecken, Biwaks, Treibstoff, medizinische Versorgung, Bergung, Kommunikation, Zoll und technische Abnahmen organisieren. Ein neues Land zwingt dazu, einen großen Teil dieses Systems erneut zu planen und genehmigen zu lassen.
Auch die sportliche Vorbereitung verändert sich. Sand, Felsen und schnelle Pisten stellen unterschiedliche Anforderungen an Reifen, Fahrwerk, Kühlung und Navigation. Ein Setup für Saudi-Arabien kann nicht automatisch in einem anderen Gelände verwendet werden. Private Teilnehmer haben zudem weniger Spielraum, Transport, Unterkünfte und Helferteams kurzfristig anzupassen.
ASO erklärt, dass Gespräche mit Teilnehmern, Teams und Partnern laufen. Das bestätigt einen Übergangsprozess, aber noch keine Strecke. Start und Ziel, die Zahl der Etappen, die Gesamtdistanz und die Biwakplätze bleiben offen.
Marokko ist nicht bestätigt
Mehrere Sportmedien haben Marokko als mögliche Alternative genannt. Diskutiert wurden Szenarien mit einem Prolog in Europa und Wertungsprüfungen in Afrika. Marokko veranstaltet bereits die Rallye du Maroc, doch die offizielle ASO-Mitteilung bestätigt diese Variante nicht.
Es wäre daher verfrüht, einen Start in Paris, eine ausschließlich marokkanische Rallye oder eine unveränderte Rückkehr zum historischen Afrika-Format anzukündigen. Pläne können sich ändern, während Genehmigungen, Sicherheitsfragen, Transporte und Grenzübertritte geklärt werden.
Die FIA hatte die Dakar als erste Runde der Rally-Raid-Weltmeisterschaft 2027 eingeplant und den Zeitraum vom 1. bis 15. Januar genannt. ASO hält an der Durchführung der Ausgabe fest, operative Details können aber mit dem neuen Gebiet aktualisiert werden.
Der Sicherheitsfall von 2008
Die Dakar wurde in ihrer Geschichte nur einmal abgesagt, 2008 aus Sicherheitsgründen. Die damals geplante Strecke zwischen Lissabon und Dakar startete nicht. Die aktuelle Situation ist anders: Der Veranstalter sagt, dass die Ausgabe 2027 an einem anderen Ort stattfinden wird.
Die Verlegung bleibt trotzdem anspruchsvoll. Rennfahrzeuge, Service-Lkw, Ersatzteile und Menschen müssen in einem engen Zeitplan an die richtigen Orte gelangen. Zusätzlich werden Informationen zu Visa, Versicherungen, technischen Kontrollen und Medienbetrieb benötigt. Eine späte Streckenbekanntgabe kann die Rallye retten, erhöht aber den Vorbereitungsaufwand.
Für die Teams verändert sich auch die Planung der Testfahrten. Die Ingenieure müssen wissen, ob die neue Route mehr Dünen, harte Pisten, Steine oder schnelle Abschnitte enthält. Davon hängen Reifenwahl, Federweg, Unterbodenschutz und die Kühlung ab. Bei einem Wechsel zwischen Kontinenten kommen außerdem Zollpapiere, Fahrzeugverschiffung und Ersatzteillogistik hinzu. Diese Details sind noch nicht veröffentlicht. Deshalb lassen sich aus dem früheren Saudi-Plan keine belastbaren Aussagen über die sportlichen Anforderungen der neuen Ausgabe ableiten.
Auch für die Veranstalter ist die Zeitplanung enger als bei einer gewöhnlichen Änderung des Kalenders. Die Strecke muss abgesichert, medizinisch versorgt und mit den lokalen Behörden abgestimmt werden. Erst danach können Teams ihre Anreise und Serviceabläufe verbindlich planen. Der bisherige Dakar-Kalender bleibt deshalb eine Orientierung, bis ASO die neue Version veröffentlicht.
Was als Nächstes bekannt werden muss
ASO muss noch das Gastgeberland, die Strecke, die Etappen, Start und Ziel sowie den Transportplan veröffentlichen. Bereits genannte Termine für technische Abnahmen, die Verschiffung der Fahrzeuge und weitere Teilnehmerformalitäten könnten angepasst werden.
Die gesicherte Schlussfolgerung lautet: Dakar 2027 findet nicht in Saudi-Arabien statt, die Ausgabe ist nicht abgesagt, und das Königreich soll 2028 zur 50. Ausgabe zurückkehren. Marokko und ein europäischer Prolog sind von Medien genannte Möglichkeiten, aber keine bestätigten Fakten des Veranstalters.



