JLR bringt den Namen Wolf für ein Militärfahrzeug auf Basis der aktuellen Defender-Generation zurück. Der neue Defender Wolf Series II wurde im Vereinigten Königreich entworfen und wird im Light-Mobility-Vehicle-Programm des britischen Verteidigungsministeriums antreten.

Der Hersteller bereitet vier Konfigurationen für die öffentliche Vorstellung bei der British Army DVD 2026 vor, die am 16. und 17. September auf dem Testgelände Millbrook in Bedfordshire stattfindet. Sie decken taktischen Transport, allgemeine Fortbewegung, medizinische Evakuierung und Nutzaufgaben ab.

Die vier Varianten des Defender Wolf Series II

Die von JLR angekündigte Palette umfasst:

  • Tactical Mobility Vehicle, für Einsätze, bei denen Geländemobilität und schneller Transport von Personal oder Ausrüstung Vorrang haben;
  • General Mobility Vehicle, die allgemeine Konfiguration für den täglichen Militärtransport;
  • Ambulance, angepasst an Evakuierung und Transport Verletzter;
  • Utility Vehicle, bestimmt für Ladung, Logistik und spezialisierte Ausrüstung.

JLR hat Masse, Nutzlast, Schutzniveau und genaue Ausstattung jeder Variante noch nicht veröffentlicht. Diese Daten sind in einer militärischen Ausschreibung relevant und lassen sich nicht aus Pressefotos ableiten.

Defender Wolf Series II in einer für schwieriges Gelände vorbereiteten Konfiguration

Vom Leiterrahmen zur D7x-Monocoque-Struktur

Wolf Series II unterscheidet sich grundlegend vom alten militärischen Defender. Das Vorgängermodell nutzte eine traditionelle Konstruktion mit separatem Rahmen, während die neue Generation auf der Monocoque-Architektur D7x des aktuellen Defender basiert.

JLR gibt an, diese Struktur sei steifer und erlaube eine höhere Nutzlast als die Lösung des Vorgängers. Die Architektur wurde für starke Beanspruchung entworfen, und das Fahrzeug durchlief mehr als 62.000 Tests im technischen Validierungsprozess.

Die offizielle Defender-Mitteilung präzisiert, dass das Modell auch dem internen Extreme Event Test unterzogen wurde, mit dem die Festigkeit von Struktur und Karosserie in Extremsituationen geprüft wird.

Der Motor wird in Wolverhampton produziert, das Unternehmen hat jedoch Hubraum, Leistung oder die genaue Antriebsart nicht mitgeteilt. Deshalb dürfen die Daten ziviler Defender-Motoren nicht automatisch auf Wolf Series II übertragen werden.

Ein Fahrzeug für eine Ausschreibung, kein Zivilmodell

Der Defender Wolf Series II ist keine kommerzielle Edition, die im Showroom bestellt werden kann. Das Projekt wurde für die Anforderungen von Verteidigungsorganisationen entwickelt, und das erste angekündigte Ziel ist der Light-Mobility-Vehicle-Vertrag des britischen Verteidigungsministeriums.

JLR hat zudem eine eigene Division Defender Defence eingerichtet, die mit militärischen Institutionen und anderen Regierungsorganisationen zusammenarbeiten wird. Das Unternehmen will die Kontrolle über Konstruktion und Produktion behalten und die Abhängigkeit von vollständig durch externe Zulieferer durchgeführten Umbauten verringern.

Defender Wolf Series II während des Entwicklungsprogramms fotografiert

Das Modell tritt in einen Wettbewerb ein, in dem auch andere militärische Plattformen geprüft werden, die von Serienfahrzeugen abgeleitet sind. Die endgültige Wahl hängt von Anforderungen wie Mobilität, Schutz, Nutzlast, Betriebskosten und Produktionskapazität ab, nicht nur von den Offroad-Leistungen des zivilen Modells.

Der Name Wolf kehrt nach drei Jahrzehnten zurück

Die Bezeichnung Wolf wurde für den Defender XD verwendet, der in den 1990er-Jahren in den Dienst der britischen Streitkräfte trat. Die Familie militärischer Land-Rover-Fahrzeuge hat jedoch eine Geschichte von mehr als 70 Jahren, die mit den ersten nach der Markeneinführung 1948 von der Armee genutzten Modellen beginnt.

Wolf Series II ist die erste militärische Version, die direkt auf der modernen Defender-Generation entwickelt wurde. Bis zur Bekanntgabe des Ausschreibungsergebnisses bleibt das Projekt ein Kandidat und sollte nicht als bestätigtes künftiges Fahrzeug der britischen Armee dargestellt werden.

Bildquelle: Defender Media Newsroom.