Horse Powertrain, das von Renault Group und Geely kontrollierte Antriebssystem-Unternehmen, hat den Motor B20 vorgestellt, einen Benzinmotor, der in Wasser bis 1,1 Meter Tiefe weiterlaufen soll. Seine erste Anwendung ist das Plug-in-Hybrid-System des Geely Galaxy Cruiser 700, eines Gelände-SUV, das vorerst für den chinesischen Markt bestimmt ist.

Die Aussage bedeutet nicht, dass jedes Auto mit diesem Motor wie ein Boot gefahren werden kann. Die Wattiefe hängt vom gesamten Fahrzeug ab: Ansaugung, Elektrik, Batterie, Getriebe, Abdichtung der Kabine, Entlüftungen und Lage der Elektronikmodule. Horse zertifiziert den Motor; der Fahrzeughersteller muss die Wattgrenze jedes Modells gesondert festlegen.

Was der Horse-B20-Motor ist

Der B20 ist ein Vierzylinder-Turbomotor mit 2,0 Litern Hubraum. Je nach Konfiguration leistet er zwischen 140 und 185 kW, entsprechend etwa 190–252 PS, und zwischen 300 und 380 Nm.

Laut der Mitteilung von Horse Powertrain lässt sich der Motor in drei Arten elektrifizierter Systeme integrieren:

  • Hybrid ohne externe Ladung, HEV;
  • Plug-in-Hybrid, PHEV;
  • Range-Extender-System, REEV, in dem der Verbrennungsmotor vor allem als Generator arbeiten kann.

Horse positioniert ihn für SUVs und Pick-ups, die schwierige Offroad-Strecken bewältigen können. Das Unternehmen sagt, der Motor könne auch unter hoher Last stabile Leistung liefern, einschließlich der Fahrt auf einer Rampe mit 100 % Steigung. Diese Formulierung beschreibt eine Rampe, die einen Meter steigt je Meter waagrechter Strecke, also einen Winkel von etwa 45 Grad, keine senkrechte Wand.

Wie er gegen Wasser geschützt wurde

Der Motor und seine relevanten Bauteile erfüllen die Schutzart IPX8, eine Kategorie für Geräte, die einem Eintauchen unter den vom Hersteller festgelegten Bedingungen standhalten. Beim B20 gibt Horse den Betrieb in Tiefen bis 1,1 Meter an.

Die Abdichtung beschränkt sich nicht auf den Motorblock. Sensoren und freiliegende Verbindungen müssen geschützt werden, und das Steuerungssystem überwacht die Umgebung des Antriebs. Erkennt es eine Wasserdurchfahrt, kann die Elektronik das Gaspedalverhalten ändern oder die Leistung begrenzen, um den Betrieb stabil zu halten.

Der Schutz ist wichtig, weil in einen Verbrennungsmotor gesaugtes Wasser nicht wie ein Luft-Kraftstoff-Gemisch verdichtet werden kann. Die Folge kann ein hydraulisches Blockieren des Motors und schwere mechanische Schäden sein. Ein Schnorchel hebt den Ansaugpunkt, schützt aber nicht automatisch Stecker, Sensoren und alle übrigen Bauteile.

Der Geely Galaxy Cruiser 700 ist die erste Anwendung

Horse hat den B20 erstmals auf der Beijing Auto Show 2026 vorgestellt. Der Motor wurde dann in das PHEV-System des SUV Geely Galaxy Cruiser 700 integriert, zusammen mit dem intelligenten Dreigang-Hybridgetriebe 3DHT230.

Geely hatte zuvor die Wassertechnologien der Galaxy-Cruiser-Familie gezeigt. Der Hersteller kündigte spezielle Sonar- und Radarsensoren, eine Wattiefe von mehr als 800 mm und die demonstrative Fähigkeit an, zu schwimmen und sich mit mehr als 8,5 km/h fortzubewegen. Diese Eigenschaften hat Geely Holding für das Demonstrationsfahrzeug vorgestellt; sie dürfen nicht automatisch auf jede Serienversion übertragen werden.

Die Motorgrenze von 1,1 Metern liegt über der für das Fahrzeug genannten Wattiefe. Genau das zeigt den Unterschied zwischen der Widerstandsfähigkeit eines Bauteils und der Homologation des gesamten Autos.

Warum ein wasserdichter Motor bei einem PHEV Sinn ergibt

Ein geländegängiger Plug-in-Hybrid-SUV hat mehrere Antriebsquellen, aber der Verbrennungsmotor bleibt nötig, wenn die Batterie niedrig ist oder über längere Zeit hohe Leistung verlangt wird. Würde er während einer Furt ausfallen, könnten die hohe Masse des Autos und der Wasserwiderstand das verbleibende elektrische System überfordern.

Der B20 versucht, diesen Schwachpunkt zu beseitigen. Zugleich braucht ein PHEV ernsthaften Schutz für die Hochvoltbatterie und die Leistungselektronik. Die Wasserdichtigkeit des Motors ist daher nur ein Teil der technischen Lösung.

Kommt die Technik auch nach Europa?

Horse Powertrain liefert Motoren, Getriebe und Hybridsysteme an 25 Kunden, darunter Renault Group, Geely, Volvo Cars, Proton, Nissan und Mitsubishi. Das Unternehmen hat mehr als 19.000 Beschäftigte, 18 Werke und fünf Forschungs- und Entwicklungszentren in Europa, China und Amerika.

Die B20-Architektur ist nicht ausschließlich an Geely gebunden und kann daher auch anderen Herstellern angeboten werden. Horse hat jedoch kein Modell für Europa oder Rumänien mit diesem Motor bestätigt. Auch Preis, europäischer Zeitplan und Daten einer möglichen lokalen Version des Galaxy Cruiser 700 wurden nicht bekannt gegeben.

Für gewöhnliche Fahrer ändert die Technik die wesentliche Regel nicht: Eine überflutete Straße sollte nicht durchquert werden, wenn Tiefe und Zustand der Fahrbahn unbekannt sind. Wasser kann Löcher verbergen, Strömungen können das Auto verschieben, und Wasserschäden können Garantie und Versicherung betreffen. Der B20 ist eine Lösung für eigens konstruierte und geprüfte Fahrzeuge, keine Einladung, Absperrungen auf überfluteten Straßen zu ignorieren.

Foto: Geely; Bild zur Illustration. Das gezeigte Modell ist der Starray EM-i, nicht der Galaxy Cruiser 700.